Vom Kaukasischen Emirat zum slawischen Wahhabiten

Einige Gedanken anlässlich der Terroranschläge in Wolgograd

von Seepferd

Erneut wird Russland von Terroranschlägen erschüttert. Die Rede ist von den Selbstmordanschlägen im Süden des Landes, in Wolgograd. Man spricht bereits vom dritten Anschlag: der erste ereignete sich am 21. Oktober 2013 und nahm 6 Menschen das Leben, viele wurden verletzt. Der zweite war am 29 November – eine gewaltige Explosion im Wolgograder Bahnhof, der dritte – bereits am nächsten Tag, am 30. November, eine Bombe geht hoch in einem O-bus. Viele sterben, noch mehr werden verletzt. Die Stadt verwandelt sich in eine trauernde Hochsicherheitsburg, die Sylvester-Offiziösitäten werden abgesagt.

So spektakulär die Bilder, so hasserfüllt die Kommentare, so gewohnt ist inzwischen das Ganze. Es scheint manchmal, niemand hat etwas Wichtiges dazu zu sagen. (1) Klar, wollte man Reden voller Pathos schwingen, sollte man sich es lieber verkneifen. Der nicht-existente kritische Journalismus, die zertrampelte „Zivilgesellschaft“, die „progressiven Kräfte“, alle wirken sehr zurückhaltend. Warum? Wohl nicht nur aus Pietät, Mitleid oder Trauer. Es ist einfach schon alles gesagt worden, vor vielen Jahren. Es hat seit der 1. Tschetschenischen Kampagne 1994 nicht aufgehört zu krachen , das sind mittlerweile 20 Jahre. Dennoch werden manche Dinge sichtbarer, etwas ist seitdem auch anders geworden, einiges wird sich noch ändern.

Es stimmt allerdings nicht ganz, mit dem „Süden der Republik“. Und warum werden eigentlich so gerne nur Terroranschläge auf dem „russischen“ Boden aufgezählt? Plötzlich erinnert man sich: tatsächlich, im August 2004 explodierten zwei Passagierflugzeuge in der Luft über Tula und Rostow-na-Donu, März 2010 sprengen sich zwei Attentäterinnen in der Moskauer U-Bahn, Januar 2011 sprengte sich ein Terrorist im Moskauer Flughafen Domodedowo – um nur die bekanntesten Anschläge zu nennen. Es waren in diesen 20 Jahren um einiges mehr. Es kommt darauf an, an was man sich erinnern möchte und wo der „russische“ Boden beginnt. Nimmt man doch dazu den täglichen Ausnahmezustand in Dagestan, Tschetschenien und Inguschetien, all die bewaffneten Übergriffe, Entführungen usw., was in den polizeilichen Statistik als organisierte Kriminalität und Banditismus, und eben nicht als Terrorismus geführt wird, verändert sich das Bild komplett. Continue reading

Einführendes zur Grossman-Roschtschins Kritik an Kropotkin

[Wir wurden gebeten, eine Art Erklärung zu dieser Kritik an Kropotkin zu schreiben, denn sie sei ohne Weiteres nicht zu verstehen. Was wohl stimmt. Hiermit ist’s geschehen und in der Februarausgabe der GaiDao erschienen. – liberadio]

Es wohl werden einige erklärenden Worte nötig sein, um die Gorssman-Roschtschins Kritik an P. A. Kropotkins Begründung des Anarchismus einzuordnen. Es scheint mir nicht besonders sinnvoll, darauf eine „Antwort“ oder eine „Entgegnung“ zu schreiben. Es macht keinen Sinn, gegen einen längst Verstorbenen zu polemisieren. Jedoch eine eine Erklärung oder Deutung dieses durchaus interessanten Dokuments scheint mir angebracht.

Es handelt sich nämlich um eine Art kritische Würdigung von Kropotkins Werk, obwohl es dem Autor deutlich daran liegt, eine scharfe Kritik an Kropotkins umstrittener „patriotischer“ Wende im 1. Weltkrieg zu formulieren und sie eben aus dessen Theorie abzuleiten. Continue reading

Syrian Metal is War

Возникло на уважаемом мною сайтике metalsucks.net вот такое некислое интервью с Монзером Дарвишем, музыкантом, режиссёром и просто металхэдом из Сирии. Бесподобная Грим Ким ударила по журналистскому распиздяйству сайта и немного поправила положение. А фильм, судя по всему будет в ближайшее время – надеюсь, об этом будет своевременно заявлено в еблокниге.

In the trailer, one man voiced the concern that, if metal concerts were made public, someone may come in and “blow himself up among us.” It’s a brutal, powerful statement. Are  tensions really that bad between metalheads and the rest of society?

In general, metal music up to this very moment is unaccepted and not correctly understood in Syria or the Arabian countries, although somehow the same society can accept a video clip from any other musical genre featuring nearly naked girls, explicit sexual hints and degradation towards women with certain terms and swears.

Some people consider metal to be strictly about Satanism, and others believe it to be against religions and holy figures; another group thinks that it encourages “moral decay.” So up to this very day metal music is a music that is fought, and is kept from spreading. Having said that, it is possible that a person who has the belief that metalheads are threatening to shake his faith, religion, and dogma would blow himself up among us, or, in lesser occasions hurt us.

Are there many female metal fans in the Syrian community? As far as you can tell, what is their experience like?

Yes, there is a decent number of female metalheads in Syria, starting with my fiancee who happens to be a doomster. I would say, the experience of female metalheads here is a bit difficult, as they have to face the same suppression they face in our society among their peers and especially from male metalheads which dominate the overall scene (suppression in terms of sexism and  arbitrary prejudgments), but I know a few girls who are really experienced in metal and are able to topple many male  metalheads.

И так далее. Читайте сами.

Трэйлер к фильму: https://www.youtube.com/watch?v=0-JyWKMLI9M

Anarchismus und die nationale Frage

Herbert Maridze

[Wir dokumentieren weiterhin Bemerkenswertes aus den Diskussionen, die mensch in der anarchistischen Bewegung Russlands führte, besonders weil es wieder mal mit Tschetschenien zu tun hat. Viel klüger wird mensch daraus nicht und, zugegeben, es könnte einem/r angesichts der Tatsache gruseln, wie viel Verständnis die ansonsten sehr individualistisch geprägte ADA für die «Völker» aufbringen konnte. Desweiteren erinnern wir gerne an ähnliche Beiträge: «Anarchismus in Russland nach dem Zerfall der Sojewtunion», «Russland: Land unter Füßen» und «Den Krieg wollen nur Politiker» – liberadio]

 

Während der gesamten Menschheitsgeschichte ging die Existenz des Staates mit der Unterdrückung nicht nur des eigenen Volkes, sondern auch anderer Völker einher und gründete öfters darauf auf. Kein Wunder also, dass sozial-revolutionäre Bewegungen von den Ideen nationaler Befreiung nicht zu trennen sind. Das 20. Jahrhundert war in diesem Sinne keine Ausnahme. Es genügt, an die nicht zu widerlegende Tatsache zu erinnern, dass der Zusammenbruch der Zarenherrschaft in Russland und der Zerfall der UdSSR von einer Reihe von Aufständen gegen nationale Unterjochung begleitet waren. Es ist gut möglich, dass das Regime der Russländischen Föderation (RF) nach ähnlichem Muster vonstatten geht. Die Frage der Befreiung der versklavten Völker ist traditionell eine Überlebensfrage für den russischen Staat und von daher von besonderer Aktualität für russische AnarchistInnen.

Es scheint, die nationale Frage als theoretisches Problem würde sich der anarchistischen Bewegung nicht stellen. Der Anarchismus ist gemäß der Definition eine international(istisch)e Lehre. Immer mit den Unterdrückten gegen die UnterdrückerInnen! – mit diesem Ausruf von Makhno legte der Anarchismus seine Position zum Problem der Nationalitäten fest, sobald es zum Objekt theoretischer Überlegungen wurde. Umso aktueller stellt sich die Frage der praktischen Anwendung der internationalistischen Prinzipien in der alltäglicher Politik.

AnarchistInnen stehen nach wie vor an der vordersten Front im Kampf gegen Faschismus und Nationalismus. Es vergeht kaum eine Woche ohne neue Nachrichten über Auseinandersetzungen mit Nazis, Verteidigung von Versammlungen und Konzerten, Graffiti-Attacken. Ob mensch solche Arbeit braucht, ist eine rhetorische Frage. Sie ist unabdingbar! JedeR AnarchistIn soll nach Kräften im Straßenkampf gegen Neonazismus und mit allen Mitteln seine/ihre GenossInnen unterstützen, die diesen Kampf führen. Ist solcher Kampf ausreichend? Nein! Wenn wir nicht zu einem militanten Flügel irgendeiner liberalen oder kommunistischen Partei werden wollen, müssen wir unsere eigene nationale Politik betreiben, die auf anarchistischen Prinzipien basiert. Aber es genügt ein Blick, um zu sehen, wie langsam sich die anarchistische Bewegung an den „nationalen Rändern“ entwickelt; dass bis jetzt fast keine Arbeit mit Minderheiten organisiert wurde; und schließlich, dass die Einstellung vieler AnarchistInnen zum Krieg im Kaukasus sich gänzlich auf Antimilitarismus beschränkt. Da sieht mensch, dass die nationale Frage nicht nur nicht gelöst ist, sondern von der modernen anarchistischen Bewegung nicht ein mal gestellt wurde.

Die Nationalitätenfrage war nie eine „Hauptfrage“ für AnarchistInnen, und wird es auch nicht. Welche auch immer Formen die Herrschaft von Menschen über Menschen annehmen möge – sei es die der nationalen Unterdrückung oder der „wirtschaftlichen Ausbeutung“, am dringendsten und wichtigsten wird für uns das Problem der Herrschaft bleiben. So wird es auch bleiben solange es noch Herrschaft gibt. Aber jene nationalen, kulturellen, religiösen Unterschiede, die es zwischen den Menschen gibt, dürfen nicht ignoriert werden. Im Gegenteil, wir müssen entschieden den Schritt weg von jener Tradition machen, die die Wahl eines religiösen Glaubens und der nationalen Zugehörigkeit zu einer rein privater Angelegenheit erklärte, die mit dem politischen Kampf nicht zu tun hätte. Die in abstrakten Vorstellungen von Bourgeoisie und Proletariat denkenden MarxistInnen können sich das noch erlauben. Die AnarchistInnen jedenfalls erinnern sich noch daran, dass sowohl Herrschaft als auch das Volk nur durch ihre konkreten TrägerInnen existieren, dass der Staat beständig jegliche nationalistische Konflikte herstellt, am Laufen hält und skrupellos ausnutzt; aber es wäre eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit, aufgrund dessen Menschen des Rechtes zu berauben, auf politischem Wege ihre nationalen Interessen umzusetzen. Continue reading

Zur Kritik der Grundlagen der Lehre P. A. Kropotkins

Jehuda Solomonowitsch Grossman-Roschtschin

[In der Kropotkin-Kritik von Grossman-Roschtschin (1883-1934) spürt mensch deutlich die theoretische Position, die Grossman ab 1921-22 eingenommen hat. Vor allem das ganze Gerede vom Weltproletariat, das unter wissenschaftlicher Anleitung der Partei alles richtig macht… In der ersten Russischen Revolution stand er noch auf anarchistischen Positionen, machte bei Gruppen „Brot und Freiheit“ in Genf und „Der schwarze Banner“ in Kiew mit. Später wendete er sich dem revolutionären Syndikalismus zu, 1919 kämpfte er auf der Seite der Makhno-Armee. Nach seiner Wendung zum Bolschewismus arbeitete er bei RAPP (Russländische Assoziation proletarischer Schriftsteller) und verfasste mehrere Bücher über die sog. proletarische Literatur und Kunst im Allgemeinen. – liberadio]

 

Kropotkin wurde zu seiner Zeit viel diskutiert, aber wenig studiert. Die russischsprachige Literatur über Kropotkin ist äußerst dürftig. Natürlich kann man auf die Wiedergabe der Theorie bei Elzbacher verweisen, oder bei Zoccoli, aber diese Wiedergabe ist eher ein photographisches Abbild als ein Portrait; dieses fleißige Zitieren hat nichts zu tun mit dem tiefen Begreifen und selbständigen Durcharbeiten des Kropotkinismus. Einmal hat Herr Dioneo fleißig, obschon sehr fade, auf den Seiten des „Russkoje Bogatstwo“ über das Buch „Gegenseitige Hilfe“ referiert. G. Karejew hat auch das wahrlich großartige, die Aufmerksamkeit der ganzen sozialistischen Welt genießende Buch „Die französische Revolution“ wiedergegeben und teilweise kritisiert (nicht ganz gelungen, wie er selbst später zugab). Der Soziologe De Roberty schrieb einen kleinen Essay über Kropotkin, zudem hat auch Basarow in seiner Broschüre nebenher einige Anmerkungen zur naturwissenschaftlichen Methode gemacht. Und das ist alles. Ich lasse die neulich im Verlag „Golos truda“ erschienene Aufsatzsammlung „P. A. Kropotkin“ unter der Redaktion von Genossen Borowoj und Lebedjew beiseite. Diese Aufsatzsammlung bringt etwas Wesentliches in die Literatur über Kropotkin.

Ich persönlich musste relativ viel über Kropotkin schreiben.

Merkwürdig: Ich war nie ein Kropotkin-Anhänger, habe den Kropotkinismus in Vorträgen und Referaten bekämpft; aber über Kropotkin schreiben musste ich eher dogmatisch – ich fühlte, dass man erst ein tieferes Verständnis und Urteil über das System liefern sollte, bevor man zur fruchtbaren Kritik übergehen könnte. Nur in meinen Artikeln, die dem Kampf gegen pro-imperialistische Positionen Kropotkins während des imperialistischen Krieges gewidmet sind, kritisiere ich Kropotkin, wo ich die Selbstwidersprüche Kropotkins offenlege. (Interessierte verweise ich auf die Broschüre „Eine Charakterisierung des Werks von P. A. Kropotkin“, „Gedanken über Kropotkins Werk“ in der bereits erwähnten Aufsatzsammlung im Verlag „Golos truda“, „Rede am Grab Kropotkins“ ebenda und „Die Zweideutigkeit der Position Kropotkins in „Zhisn’ dlja wsech“ 1918).

Betrachten wir die Hauptvoraussetzungen der Lehre von Pjotr Aleksejewitsch Kropotkin. Continue reading

Теодор В. Адорно о гибели буржуазного субъекта

Le bourgeois revenant

Абсурдным образом устаревшая форма хозяйствования стабилизировалась в фашистских режимах первой половины 20-го столетия и ужас, который необходим, для её поддержания, многократно увеличился, хотя её бессмысленность открылась взгляду. Одновременно с управленческими полномочиями ещё раз утвердились и удушливый порядок частной сферы, партикуляризм интересов, давно устаревшая форма семьи, право собственности и его отражение в характере. Но с нечистой совестью, с довольно беспомощным осознанием неправды. Всё, что некогда было в буржуазности хорошего и пристойного, независимость, упорство, предусмотрительность, осторожность, развращено до самых своих глубин. Ибо в то время как буржуазная форма существования отчаянно консервируется, экономические её предпосылки исчезли. Приватное полностью превратилось в привативное, чем оно в тайне всегда и было, а к упрямому настаиванию на собственных интересах примешивается ярость от того, что их всё-таки больше уже нельзя соблюсти, что всё могло бы быть иначе и лучше. Буржуа потеряли свою наивность а стали из-за этого злыми и упрямыми. Заботливая рука, всё ещё ухаживающая и заботящаяся о саде, как если бы он уже давно не стал «земельным участком», но в страхе отгоняющая незнакомых и незваных гостей, уже является той же рукой, которая отказывает беженцам в убежище. Как подвергающиеся объективной опасности власть придержащие и их свита полностью обечеловечелись субъективно. Так, класс приходит в себя и делает разрушительный ход мира своим собственным. Буржуа продолжают жить как грозящие бедой призраки.

Оговорка о сохранении права собственности

Чертой нашей эпохи является то, что больше никто, без всяких исключений, не может в том, более или менее, понятном смысле, как он существовал раньше в оценке определённых условий на рынке, распоряжаться своей жизнью. В принципе, все, даже самые влиятельные люди, являются объектами. Даже профессия генерала больше не предоставляет достаточной защиты. Никакие договорённости в фашистскую эру больше не могут защитить от бомбардировок штабов, а командиры, предпочитающие традиционную осторожность, вешаются Гитлером или обезглавливаются Чан Кайши. Из этого непосредственно следует, что каждый, кто пытается выжить — а сама дальнейшая жизнь обладает чем-то абсурдным, как сны, в которых мы участвуем в конце света, а после его конца вылезаем из подвала, – должен жить так, чтобы в любой момент быть в состоянии, уничтожить свою жизнь. Это возникло как блеклая правда из энтузиастического учения Заратустры о свободной смерти. Свобода сжалась в чистую негативность, и то, что во времена Югендстиля называлось «умереть в красоте», сошло к желанию сократить бесконечную унизительность бытия, как и бесконечную мучительность гибели в мире, в котором уже давно можно опасаться худшего, чем смерть. – Объективный конец человечности служит лишь другим выражением того же самого. Он означает, что индивид как индивид, который представляет человеческий род, лишился автономии, посредством которой он мог бы сделать этот род реальностью.

Из «Minima moralia». Перевод с немецкого.

Сирия: «Мы должны воспользоваться свободой ради более лучшего общества»

[Два месяца спустя после применения боевых отравляющих газов в пригородах Дамаска активист Сами подводит итоги. Мы говорили с ним сразу после газовой атаки, когда он активно участвовал в акциях помощи и спасения. Теперь он обобщает свой опыт и приходит к выводу, что Асад из палача превратился в партнёра по переговорам, и объясняет, почему активисты и активистки продолжат свою деятельность. Интервью проводилось несколько дней назад по скайпу Андрэ Финдом.]

Ранним утром 21-го августа в Восточной Гуте было применено химическое оружие. Что происходило у вас на следующий день в Абриле?

Сами: Это было просто ужасно, т.к. мы были совсем недалеко от происходившего. Вскоре после нападения в наш подпольный госпиталь стали привозить первых раненых и убитых. Уже на рассвете приходилось хоронить первые трупы, т.к. не было места для их хранения. Много дней подряд мы выносили из запертых домов трупы и пытались найти медикаменты для раненых. Их симптомы быстро подтвердили предполагаемое применение зарина. Но режим долго пытался отрицать, что вообще что-то произошло. Даже после всех доказательств и расследований ООН-овских экспертов по химическому оружию Асад всё ещё обвиняет Свободную Сирийскую Армию в применении боевых газов.

Как люди отреагировали на эти атаки?

Многие были в шоке. Особенно, если они были знакомы с жертвами, но и из-за ужасных кадров, заснятых в непосредственно рядом с нашими пригородами: задохнувшиеся во сне дети, семьи, найденные лишь несколько дней спустя в своих домах. Кроме того, людьми правил страх. По ночам мы герметизировали наши дома и клали рядом с кроватями мокрые полотенца. При малейшем подозрении, что снова может что-то случиться, начиналась паника. Конкретный страх уже улёгся, но нас всё ещё обстреливают из обычного вооружения. Continue reading

Сирия: между фронтами

Томас фон Остен-Закен

 

27-го сентября, в тот день, в который Совет безопасности ООН впервые принял резолюцию по Сирии, по сообщениях сирийских Local Coordination Committees, 113 человек погибли насильственной смертью, т.е. в среднем столько же, сколько и в любой другой день в этом году. Со всех фронтов, с юга и с севера страны, сообщалось об ожесточённых боях между повстанцами и войсками правительства, в то время как ливанское правительство заявило, что его страна приняла уже более миллиона сирийских беженцев. Ещё пять миллионов либо бежали в другие страны, либо передвигаются внутри страны.

Но всё это в резолюции, которую генеральный секретарь ООН Бан Ки-Мун назвал «исторической», не упоминается. От президента Башара аль Асада в ней всего лишь требуется, подчинить арсенал химического оружия международному контролю, чтобы оно могло быть уничтожено. Для этого инспекторам «Организации по запрету химического оружия» скоро придётся отправиться в Дамаск. Каким образом они должны выполнить свою задачу посреди гражданской войны, в которой вооружённая оппозиция контролирует большую часть страны, об этом умалчивается.

Россия, ближайший союзник режима Асада, смогла утвердить свои позиции в ООН, т.к. правительство США уступило по всем спорным вопросам: Совет безопасности не обвиняет режим в химических атаках, резолюция не предусматривает автоматических санкций, в крайнем случае — военного рода, если Асад откажется сотрудничать. В таком случае Совету безопасности ООН придётся встречаться ещё раз, чтобы единогласно договориться о последующих действиях. Тем самым, последнее слово остаётся за странами с правом вето, Россией и Китаем, они могут заблокировать любую последующую резолюцию. А российский министр иностранных дел уже заявил, что его страна не поддержит военного вмешательства в дела Сирии. Continue reading

А вот, например, Сирия

Предстоящая военная интервенция в Сирию сейчас активно обсуждается повсюду. Вполне логично, что левые тоже чувствуют себя обязанными высказать по этому поводу — в конце концов, сирийское кровопролитие на фоне «Арабской весны» – просто плевок к лицо не только каждой и каждому, кто стремится к человеческой эмансипации, но и попрание вообще самой идеи человечности. Хочется немного поразмышлять о так называемой «анархистской позиции» в этом вопросе. Троцкистов, сталинистов и прочих мл оставим в стороне: удивительно, но это так, «анархистская позиция» зачастую пользуется той же твердолобой риторикой, что и пламенные антиимпериалисты от марксизма-ленинизма. По сути, собственной позиции у анархисток и анархистов нет, её заменой служит просто перенятая позиция столпов антиимпериалистической борьбы и жонглирования понятиями «рабочий класс» и «народ». Рассмотрим пару самых ярких примеров.

1.

Позиция, занятая по этому вопросу Первомайским альянсом, анархо-коммунистической организацией из США (участник Anarkismo.net), показалась мне наиболее вразумительной из того, что я до сих пор видел. В общих чертах, её можно сформулировать так: сирийские повстанцы — масса неоднородная, но поскольку это восстание всё ещё является частью так называемой «Арабской весны», и значительная часть населения борется против диктаторского режима и за «хорошую жизнь», повстанцев надо поддержать. Т.к. фракции, объединённые в борьбе с режимом Асада разнородны — умеренные исламисты, про-западные либералы, джихадисты и довольно малочисленный спектр либертариев в широком смысле этого слова, нужно чётко понимать, с кем, де, анархистам по пути, а с кем нет. И вступать в тактические альянсы с другими силами, не сдавая при этом ни своих целей, ни своих позиций в обществе. В то время как «мы», извне, должны поддерживать право повстанцев вооружаться, нужно помешать тому, чтобы США, НАТО или даже страны Персидского залива (?) совали свои носы в дело революции. В случае же, если именно так и произойдёт и сирийская резня перерастёт в военизированный передел сфер влияния в регионе между США, европейцами и Израилем (?) с одной и Китаем, Ираном и Россией с другой стороны, тогда придётся сформулировать другую позицию. Альянс решительно отвергает любое военное вмешательство со стороны США или их союзников и выступает за право повстанцев требовать поставок оружия безо всяких обязательств или последующего контроля со стороны Запада. См. «Toward an Anarchist Policy on Syria».

Continue reading

Герберт Рид: Парадокс анархизма (1941)

Высочайшая степень совершенства общества обнаруживается в единстве порядка и анархии. Прудон

Было модно, в особенности среди ортодоксальных марксистов, с презрением относиться к любой политической теории, которая не оправдывает себя в действии, и это ударение на действии часто приводило к смешению средств и целей — средства слишком часто затмевали цели и подменяли их. Диктатура пролетариата, например, возникшая изначально как средство для достижения бесклассового общества, стабилизировалась в России как суверенитет нового класса.

Анархизм не путает средства и цели, теорию и практику. Как теория он полагается лишь на разум, и если концепция общества, которой он достигает таким образом, кажется утопической и даже химерической, это неважно, т.к. то, что достигнуто при помощи разума, не может быть принесено в жертву целесообразности. Наша практическая активность может быть постепенным приближением к идеалу, или это может быть внезапным революционным воплощением этого идеала, но это никогда не может быть компромиссом. Прудона часто обвиняли в том, что он, являясь анархистом в теории, был лишь реформистом на практике: он, на самом деле, всегда был анархистом, который отказывался согласиться с опасностью диктатуры. Он не стал бы играть в политические игры, т.к. знал, что фундаментальной реальностью является экономика. И сегодня кажется убедительным, что перемена в управлении финансовыми кредитами или новая система собственности на землю может привести нас ближе к анархизму, чем политическая революция, которая бы просто передала власть государства в руки новых амбициозных гангстеров.

Анархизм буквально означает общество без arkhos, иначе говоря — без властителя. Это не означает общества без закона, а следовательно, это не означает общества без закона. Анархист соглашается с общественным договором, но он трактует его особенным образом, который кажется ему наиболее оправданным с точки зрения разума. Continue reading