Египет: Авангард против воли

Йорн Шульц в Jungle World, 26.01.2012

Ленин говорил о немцах, что они купили бы себе билеты, если бы они штурмовали во время революции вокзал. Поскольку немцы сегодня скорее пытаются предотвратить строительство нового вокзала, речь сейчас может идти лишь о том, чтобы судить о революции со стороны наблюдателя. Суждения «Мне нравится» и «Не нравится» могут показаться логичными при переворотах, часто называемых Facebook-революциями, тем не менее, имеет смысл сначала спросить, почему они, собственно, произошли.

Революционная ситуация возникает, когда верхи больше не могут, а низы больше не хотят – считал Ленин. Если бы нищета и угнетениесами по себе могли вызывать революцию, классовое общество никогда не могло бы стабилизироваться. Неселению должно было бы быть понятно, что без «тех наверху» можно жить лучше. Материальная нищета в арабском мире была в 2008-м году, когда цены на продукты питания значительно выросли, больше, но тогда протестов почти не было. Восстания имеют социальные причины, но – в отличие от «хлебных восстаний» 70-х и 80-х годов — выказывают и открыто политический характер. Исторические параллели найти почти нельзя. Касательно цели — речь идёт о буржуазной революции, но буржуазия не играла никакой роли. Continue reading

“Es erinnert mich an Februar in Libyen…”

[Wie es aussieht, müssen wir das alte Interview doch noch hierher rüberretten, auf der Seite der FdA ist es verschwunden, der BiKri-Blog wurde von blogsport gelöscht, damit ging auch ein Teil wenn nicht Bewegunggeschichte, dann wenigstens einer Geschichte der Unruhe in Würzburg. Das Interview hat zwar nichts mit Würzburg zu tun, wir haben’s damals eher gemacht, weil schon abzusehen war, dass wir gegen die dummen StudentInnen dieser Stadt verlieren, da zog man sich zurück aufs Philosophenstübchen und befasste sich virtuell mit der weiten Welt. Andererseits ausgerechnet 2011 haben sich an vielen Orten der Welt Dinge aufgemacht, die man auch in der deutschen Provinz nicht mehr hätte ignorieren können. Hier ist ein Stück der neueren Geschichte der Unruhe in Russland. Schließelich um die Zeit warb die Stadt Würzburg für sich mit dem Motto “Provinz auf Weltvineau”. Und da waren wir halt. Unser Dank fürs Aufbewahren geht somit an den Syndikalismus.tk-Blog, vielen Dank Leute! Und ja, fuck KRAS-IAA! – liberadio, Sept. 2023]

 

 

(Einleitung von Syndikalismus.tk) Leider wissen wir viel zu wenig über die anarchistische Bewegung Russlands. Dieses Interview versucht ein wenig Licht in das Dunkel unserer Unwissenheit zu bringen. Das Interview wurde mit jmd. aus der „Anarchistischen Gruppe der Moskauer Region (PGA)“ geführt. Bis zu einem Konflikt in der „Assoziation der Bewegungen der AnarchistInnen (ADA)“ war sie dort Mitglied. Zur PGA, dem Konflikt in der ADA, zur aktuelle ökonomische und politische Situation in Russland, zur Situation in der libertären / anarchistischen Bewegung Russlands, zuraktuelle Lage der Proteste nach den Wahlen, zur Sozialstruktur der Wahl-Protesten in Russland und welche Hilfe aus dem europäischen Ausland von den Bewegungen kommen könnte, gibt das interview ausführliche und tiefe Einblicke. –

„Es erinnert mich an Februar in Libyen…“ Interview mit einem Anarchisten aus Russland

Lass uns damit beginnen, dass du dich selbst kurz vorstellst und über deine Gruppe erzählst.

Hallo erst ein mal. Ich repräsentiere Anarchistische Gruppe aus Moskauer Region (PGA), die, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, seit 2008 existiert. Bis vor kurzem waren wir Mitglied in der Assoziation der Bewegungen der AnarchistInnen (ADA), aber aufgrund von Konflikten waren wir gezwungen, die Mitarbeit in dieser Organisation aufzukündigen (obwohl einige von uns da immer noch sind). Unsere ideologische Zugehörigkeit ist schwer zu beschreiben, ich kann nur eines sicher sagen – dass alle GenossInnen sich selbst als AnhängerInnen des sozialen Anarchismus ansehen, seien es Syndikalisten, Kommunisten oder Individualisten. Wir treten immer für direkte Demokratie und soziale Gerechtigkeit ein und stehen für antiimperialistische Positionen (denn Russland scheint uns ein viel gefährlicheres Imperium als die USA). Die Gruppe leistet seit Jahren agitatorisch-propagandistische Arbeit, gibt Flugblätter und Zeitungen mit geringer Auflage heraus. Insgesamt handeln wir nicht so wie die Mehrheit russischer AnarchistInnen – schlecht besuchten Kundgebungen mit Elementen von Punk-Konzerten haben wir schon immer Treffen mit streikenden Arbeitern oder Einwohnern, die für den Erhalt von Parks und Wäldern kämpfen (ein sehr brisantes Thema in Russland), vorgezogen; Aktionen gegen den Krieg in Tschetschenien, landesweite Kampagnen für Arbeiterrechte (die von Mitgliedern der Konföderation Revolutionärer Anarcho-SyndikalistInnen – IAA z.B. vernachlässigt und in Grund und Boden kritisiert werden). So ungefähr.

Könntest du die aktuelle ökonomische und politische Situation in Russland beschreiben? Anders gesagt, wie sehen die Anarchisten der PGA das heutige Russland?

Naja, es ist ziemlich einfach – wir sind der Meinung, dass wir ein ziemlich offen autoritäres staatskapitalistisches Regime haben. Große Konzerne sind so stark in den Machtapparat eingebunden, dass nicht einmal klar ist, was zuerst da war – entweder hat der Staat sich Anteile in diesen Unternehmen unter die Nägel gerissen, oder haben die Unternehmen eigene Leute in führende Posten gesetzt. Medwedjew z.B. war eine Weile lang in der Führungsebene von „Gasprom“, des mächtigsten Konzerns in Russland. Und fast jeder Direktor eines Industrie- oder landwirtschaftlichen Betriebs oder einer Bildungseinrichtung ist Mitglied der Partei „Einiges Russland“. Sieht der UdSSR ähnlich, die die Planwirtschaft gegen etwas anderes eingetauscht hat (als freien Markt kann man unsere Wirtschaft wohl nicht bezeichnen).

Hinsichtlich der politischen Freiheit ist es im Prinzip genau so schlimm: für das Anbringen von Flugblättern kann man einfach 5 Tage Arrest bekommen, Druckereien sind für das Drucken von politisch heikler Literatur unzugänglich, das Internet wird in Bildungseinrichtungen oder mancherorts sogar in privater Nutzung zensiert. Aber seit Dezember dieses Jahres wackelt die Macht und ist gezwungen worden, sich unter dem Druck von großen Demonstrationen zurück zu ziehen. Außerdem möchte ich anmerken, dass bereits seit 10 Jahren in den südlichen Regionen ein bewaffneter Konflikt entlang der Linie Polizeieinheiten / Partisanen von Kaukasus andauert. Wir neigen nicht dazu, dies für Aktivitäten einer mysteriösen Al-Qaida zu halten, daran ist in erster Linie die brutale und zynische Politik der Machthaber schuld. Was die soziale Lage angeht – damit ein durchschnittlicher russischer Bürger sich z.B. ein modernes Fernsehgerät kaufen kann, muss er 2-3 Monate was vom Lohn zurücklegen, häufiger ein halbes Jahr lang. Um eine Wohnung zu kaufen, muss man entweder Jahrzehnte lang sparen, oder einen Kredit bei einer Bank aufnehmen. Damit will ich keine Statistiken auspacken, sondern am Beispiel zu zeigen, was und wie bei uns passiert.

Wie ist die Situation in der libertären / anarchistischen Bewegung Russlands (oder der ehemaligen UdSSR)?

Lass mich über Russland erzählen. Die Situation ist in der Tat katastrophal. Die Bewegung kann man in vier Tendenzen aufteilen. Continue reading

Арабская контрреволюция

Йорг Финкенбергер в Polemos Nr.4, лето 2011

Незадолго после того, как удалось свергнуть Мубарака, египетская революция потерпела огромное поражение: её первое поражение, но сумрачное знамение того, что ещё может случиться. С позволения военного командования, которому революция перепоручила судьбу страны и, более того, стабильности ради, судьбу революции, Юсуф Карадави проповедовал перед своими последователями на площади Тахрир, которую для этого очистили от революции. Пожилой эмигрант, известный предводитель исламистов, руководил чем-то, что отчасти напоминало богослужение, от части — фашистский марш, где десятки тысяч, если не сотни тысяч скандировали: «Мы маршируем в Аль-Кудс, миллионы мучеников!»

Это жуткое богослужение осветило путь и сделало его для всех видимым: это то, что ожидает тех, кто делает революцию, но не разбирается с настоящим врагом. От президента избавились, но не от его соратников, которые поторапливаются снова использовать исламистов; которые и без того всегда были частью режима с самого его начала, и чьи лозунги о мученичестве и войне нужны для того, чтобы заглушать требования свободы, которые ещё недели назад наполняли площадь Тахрир.

Это были, на самом деле, первые шаги арабской контрреволюции, а крики её могут быть переведены следующим образом: Мы выступаем за старый арабский порядок, мы будем за него сражаться до самой смерти и мы не собираемся отступать.

1. Во время великой Французской революции произошло восстание в Вандее, когда монахи и реакционные священники смогли направить крестьян против революции, которая как раз сделала из них свободных людей. Человеческая жажда рабства неутолима. У Русской революции 1905-го года был свой смертельный враг, черносотенцы, погромщики, которые убивали евреев и позднее, в 1917-м, стали сердцевиной Белой Гвардии. Революция 1918-го года в Германии была повержена (кстати, франкскими) крестьянскими сыновьями в фрайкорпсах под свастиками. А иранское рабочее и женское движения 1978-го года пали жертвой Партии Бога и её предводителя Хомейни.

Смертельный враг нового арабского мира, который заслуживал бы этого имени, его Вандея и его черносотенцы, уже выступили, и их можно довольно точно опознать по их поступкам и их причинам. Continue reading

«Den Krieg wollen nur die Politiker»

Pjotr Rausch

[Ein etwas älterer Text eines russischen Anarchisten zum Tschetschenischen Krieg, der vielleicht an manchen Stellen etwas skurill scheinen mag – es wird ja schließlich u.A. Partei für “islamistische Terroristen” ergriefen, ansonsten aber sehr interessante Gedanken zur Staatlichkeit und zum Krieg enthält.]

Das ist beinahe eine der Hauptlosungen der endlich beginnenden Antikriegskampagne. Und sie scheint nicht gut gewählt zu sein. Eigentlich ist es ein Problem bei fast allen Losungen. Wenn mensch im Wort „noch“ („ещё“ – A.d.Ü.) fünf Fehler machen kann, so wundert mensch sich, wenn sich nicht deutlich mehr Fehler in sechs Wörtern finden. Was ist das aber, was uns als Fehler scheint?

Auf den ersten Fehler haben wir bereits hingewiesen – wenn jemand kapiert hat, dass die Kriegsproblematik ihn oder sie betrifft, wäre es nicht schlecht, wenn er oder sie auch kapieren würde, dass das ein politisches Problem ist. Nehmen Sie an einer Aktion, die eine bestimmte Einstellung gegenüber dem Krieg demonstriert, oder unmittelbar an kriegerischen Auseinandersetzungen teil, mischen Sie sich in politische Ereignisse ein. Ihre aktive und bewusste Teilnahme bedeutet, dass Sie einE PolitikerIn sind. Die Losung aber, um das Wort im negativen Kontext zu benutzen, zielt darauf ab, dass es angeblich eine Kaste geben soll, die sich mit solchen Fragen professionell beschäftigt und gleichzeitig vollkommen pervertierte Interessen hat, die fatalerweise mit den Interessen der Mehrheit nicht übereinstimmen. Das heißt dann, dass die große Mehrheit der Bevölkerung aus apolitischen humanistischen Pazifisten besteht, die aus absolut unerklärlichen Gründen einer Clique blutrünstiger Kannibale erlauben, etwas mit sich zu machen, was den Menschen gar nicht gefällt. Leider ist es in Wahrheit noch wesentlich schlimmer. Continue reading

Russland: Land unter Füssen

(Dieser mittlerweile ein Jahr alte Text ist ein Kommentar des russischen anarchistischen Autors Herbert Maridze, der sich mit der Reaktion des russischen Premiers Vladimir Putin auf die Brände, der gegenwärtigen Lage in Rußland und mit der Kampagne der Behörden gegen AntifaschistInnen und UmweltschützerInnen befaßt. Wurde hier nur “umformatiert” und etwas leserlicher gemacht.)

Ja, da haben wir es – Rußlands wichtigstes Nachrichtenthema ist der Wetterbericht. Darauf haben wir lange warten müssen, und wir werden es überleben. Wären wir religiöser, würde ich jetzt sicher darauf hinweisen, daß diese mittägliche Dunkelheit in Moskau und das Zähneknirschen uns zeigen soll, was den Tyrannen und ihren Helfershelfern noch bevorsteht. Oder wenigstens bevorstehen sollte… Es ist nämlich so, daß die – jedenfalls die Klügsten und Gefährlichsten von denen – genau wissen, was sie zu erwarten haben. Sie haben bereits eine Ahnung, was es heißt, wenn das Land plötzlich anfängt zu brennen – in großer Tiefe, wo keine Macht hinreicht. Das ist so doll metaphysisch, Alter, da steigst du in jedes Flugzeug, nicht nur eins zur Feuerbekämpfung. Laß sich doch das ganze Internet über dich lustig machen, laß doch ruhig alle wütend werden, das öffentliche Gewissen wird das Image eines Mannes genau registrieren, der sich nicht hinter den Rücken von Robocops versteckt, falls die Nieten in Ryazan mal wieder alles vermasseln, sondern der das gottverdammte Land zur Not auch noch selbst wässert und sich daran selbst aufgeilt – aber so, daß auch nicht das leiseste Rauchwölkchen zu bemerken ist. Also gibts nur Wasser und Sumpf. Also gibts nicht mal Gras, sondern nur die Kameras von CCTV.

In was für einer Gesellschaft leben wir denn? Einige werden sicher die Gesellschaft des Spektakels erwähnen, wenn sie in die Glotze schauen, einige werden es plötzlich eine Konsumgesellschaft nennen. Aber hier ein typisches Beispiel. Zwischen den Hauptstädten einiger Länder wird eine mautpflichtige Autobahn gebaut. Aufgrund direkter Anordnungen des Premierministers wurde eine der wenigen verbliebenen Waldflächen der Hauptstadt für diese Autobahn geopfert. Es kommt zu andauernden merkwürdigen Angriffen auf die VerteidigerInnen dieses Waldstücks, die innerhalb der Legalität agieren – und die Polizei ist offenbar absolut unfähig, diese aufzuklären. Eine ausländische Firma hat den Bau übernommen, aber die Baustelle wrd von ultra-rechten Fußballfans bewacht. Alle diese Zutaten mischen sich willig zu einer Mahlzeit mit ganz einfachem Geschmack – große Firmen, repressive Staatsorgane und marginale faschistische Gruppen verbinden sich ganz natürlich zur Unterstützung von Spitzenbeamten und in Opposition gegen AnwohnerInnen und UmweltschützerInnen. Continue reading

Interview mit einem bulgarischen Anarchisten

Solange Gai Dao ein weiteres Presseorgan der Bewegungslinken, die nicht mehr so ganz genau weiß, warum und wie sie sich eigentlich bewegt, spielt, verweist liberadio das dankbare Publikum auf ein interessantes Interview mit einem bulgarischen Genossen. Da kann mensch so einiges finden zum Zustand des Anarchismus in Bulgarien und Anarchismus im allgemeinen, hauptsache mensch stellt sich die richtigen Fragen. Und liberadio tut das nicht ohne Grund (soweit dieser Blog hier eh so was wie ein Selbstprofilierungsprojekt ist und hier keine größeren Texte einfach so erscheinen).

Also, die erste Quelle: Post-Post-Prä-Post-BiKri,

und der Crosspost auf Syndikalismus.tk.

 

Zum wohl!  ;)

Ein phänomenologisch-geographischer Versuch über Würzburg mit psychologischen und gynäkologischen Komplikationen

Es ist nicht immer von Bedeutung, wie mensch sich mit solchen Gedanken ansteckt. Nur manchmal ist es nützlich, sich während der teilnehmenden Beobachtung zu vergewissern, wo mensch steht und wie mensch hingekommen ist. Wie ein gewisser Alexej Zvetkow, einer der neu-linken Gurus der post-sowjetischen Epoche, vor langer Zeit schrieb: Suche nicht das Guerilla Radio, es findet dich selbst. Früher oder später wird das schon geschehen, wenn du auf der „richtigen“ Welle bist. Wir wissen, die Welle ist eigentlich gar nicht richtig, sondern grudfalsch in dieser Welt, aber das ist gerade das Spannende an ihr. Und das Guerilla Radio hat vielleicht was mit Guerilla, aber nicht wirklich mit Radio zu tun, lassen wir das lieber undefiniert. Dieses Etwas wird aber im Folgenden weiter so bezeichnet.

Selbst diejenigen von uns, die eine glückliche sowjetische Kindheit führen konnten (bzw. mussten – wer wurde da schon gefragt?), d.h. nicht sehr weit hinter der Polarkreisgrenze in den sogenannten Kinderkombinaten eingesperrt, der zwischenmenschlichen Wärme systematisch entwöhnt und dazu von etwas, was sich als Schicksal ausgibt, verdonnert, für den Rest des so genannten Lebens jeden Frühling mickrige Kartoffeln in der lehmigen Erde zu verbuddeln, um sie im Herbst wieder (und in derselben Menge) auszugraben, wurden vom Guerilla Radio erreicht. Die einzige Gelegenheit für ein Kind, in der trostlosen Tundra ein wenig Farbe zu sehen, war die wunderbare Kinderzeitschrift namens „Wesjolyje Kartinki“. Eben für diesen Zweck auf Empfehlung vom höchsten Rat der Kinderärzte der UdSSR gegründet, erfüllte sie noch eine wichtige ideologische Aufgabe: sie sollte suggerieren, dass es irgendwo noch etwas außer der Tundra existiert bzw. schon sehr bald existieren wird. Genau da gelang es dem Guerilla Radio, von Zensurbehörden unbemerkt, das Ambivalente des Heillandversprechens auszunutzen, sich in die Spaltung einzuklinken und eine furchtbare Sabotageakt an der Kindererziehung durchzuführen. Der Saboteur, der in diese Geschichte leider als namenloser Zeichner eingehen wird, ließ ganz offiziell Abertausenden von kleinen grimmigen Menschleins ein Brettspiel als Sonderbeilage zukommen, wo er zwei Pioniere – Mascha und Sascha – auf einen psychogeographischen Trip durch Moskau schickte.

Zarte kindliche Gemüter entwickelten eine Persönlichkeitsspaltung, indem sie immer und immer wieder Mascha und Sascha durch ihre bunten Abenteuer auf dem Brettspiel begleiteten und sich in ihre Lage versetzten. Das massenhafte Auftreten von Kindern, die mit suspekt leuchtenden Augen durch die Gegend rannten, Selbstgespräche führten, die darauf bestanden, dass sie etwas komplett Anderes auf den Straßen sehen, und sich auf irgendwelche Mascha und Sascha als Zeugen beriefen, ist zwar von Kinderpsychologen dokumentiert, aber nicht erklärt worden. Das so genannte „Mascha-Sascha-Syndrom“ konnte nur durch das harte pädagogische Eingreifen fast vollständig verdrängt und beseitigt werden. Continue reading

Государство и будущее после-кризисного анархизма

Эрик Лорсен

[…]

Дисциплинируя государство

[…] наиболее удивительный факт за последние несколько лет – то, что государство само, кажется, стало объектом жёсткой критики для тех самых элит, которые его контролируют. Два года назад всё, что мы слышали, было об ужасном хаосе, в который нас ввергли банки. Теперь же всё, что мы слышим в корпоративных СМИ – как расточительным правительствам нужно перейти к кризисным бюджетам, урезать социальные службы, разбить профсоюзы и выплатить по долгам, чтобы предотвратить банкротство. И это несмотря на то, что главной причиной их бюджетных дефицитов являются не пенсии для стариков, а коллапс сбора налогов по причине глобальной рецессии. Мы в первый раз услышали об этом в начале 2010-го года, когда странами, на которые совершались нападки, были мелкие нации вроде Греции, Италии и Ирландия. Теперь мы слышим то же самое о более крупных формированиях, таких как Великобритания, Франция и США.

Примечательной тенденцией, о которой много не рассказывали, было то, что ведущие финансисты стран “большой двадцатки” собрались в октябре, чтобы обсудить как оживить Международный Валютный Фонд. МВФ бездействовал и потерял большую часть своего влияния после того, как Аргентина, Россия и страны Восточной Азии предприняли шаги для окончания своей зависимости от фонда, но вдруг обрёл новую жизнь, когда кризис разразился в Греции. Так, G20 выделили ему ещё больше денег и заявили, что им хотелось бы, чтобы МВФ играл новую роль – роль полицейского, дисциплинирующего страны, которые не содержат свои бюджеты в порядке и не избавляются от таких ненужных мелочей как пенсии и социальные службы. Это включает страны всех размеров, даже самые большие. Ещё не ясно, как G20 переформирует МВФ, но понятно, что цель в том, чтобы использовать его для того, чтобы отдельные правительства с этого момента следовали Вашингтонскому консенсусу ещё более тесно.

Давайте поставим это в контекст. Важно помнить, что государства, в современном смысле, никогда не существовали сами по себе. Начиная с самого их появления в эпоху Возрождения, они всегда существовали как взаимно поддерживающие части одной системы, сначала посредством дипломатических альянсов и сетей полиции, армий и торговой кооперации, позднее – посредством таких организаций как ООН, МВФ, Мировой Банк, Международная Торговая Организация, Варшавский Договор и НАТО. Государства нуждаются друг в друге, чтобы выжить. Огромные финансовые институты являются частью этой системы, ибо служат кредиторами для различных государств. Сегодня, экономический кризис ослабил отдельные государства. Финансовые силы, которые обычно выглядывают из-за трона, получают более явный контроль. И так, система государств всё более сплачивается и становится более дисциплинирующей. В то же самое время, связь между правительством и бизнесом продолжает размываться. Валютные фонды и центральные банки, самые важные государственные институты современного капитализма, организованы таким образом, что превосходно отражают желания и мысли банков коммерческих. Одной из самый важных тенденций последних нескольких декад является то, что центральные банки полечили большую политическую независимость, сократив объём контроля, которым могут обладать над ними выборные члены правительства.

То же самое происходит и в других частях корпоративного сектора. Наибольшими лицемерами или наибольшими дураками на политической арене сегодня являются консерваторы “малого правительства”, утверждающие, что верят в то, что государство может отказаться от всякого вмешательства в экономику, кроме охраны собственнических прав. Факт тот, что государство и капитализм связаны сегодня более, чем когда-либо, поскольку в таких критических областях как энергетика, аграрный бизнес, транспорт и, конечно, оборона, бизнес зависит от поддержки правительства, правовой защиты и даже защиты физической для того, чтобы существовать и приносить прибыль.

Роль одного отдельного государства, США, развивается по двум примечательным новым путям, оба из которых могут быть сведены к последствиям террористических аттак 11.09.2001. Continue reading

Анархистская работа в капиталистическом государстве

Рудольф Рокер

(Anarchistische Arbeit im kapitalistischen Staate, Из: Aufsatzsammlung, Band 1, 1919 — 1933)

Задолго до войны Кропоткин довольно подробно рассматривал в лондонской «Freedom» три значительных движения в среде английских рабочих: профсоюзы, товарищества и так называемый муниципальный социализм, и пришёл к выводу, что в тот момент, когда удастся объединить эти три движения в одно синтетическое целое, возникнет фундамент для социалистического общества. А в другой статье, «Why not a cooperative City?», которая была написана в период всеобщей безработицы, Кропоткин задался вопросом, нельзя ли посредством совместного действия профсоюзов и товариществ попытаться создать кооперативный город со всеми предпосылками для его будущего существования. Кропоткин ещё тогда ясно понял необходимость конструктивного и творческого действия в рабочем движении, когда он сказал себе, что для воплощения социализма нужно нечто большее, чем чистое оборонительное движение против нападений капитала или чистое пропагандистское движение, чтобы подготовить массы к социалистическим идеям.

Сегодня мы всё отчётливей осознаём необходимость конструктивных идей и попыток для дальнейшего развития социализма. Горькое положение дел внутри социалистического движения, его полное вхождение в политику буржуазного государства с одной стороны и его догматическое окостенение в жёстких формах безжизненных понятий, с другой, которое наблюдается и в нашем движении, объясняется большей частью негативными идеями и недостатком творческой деятельности. Уже по этой причине с нашей стороны необходима более интенсивная деятельность в самых разнообразных, уже упоминавшихся, сферах, и — в особенности — более тесное сближение с разнообразными течениями, которые видят спасение человеческого развития в самостоятельной инициативе и конструктивном деле. Continue reading

Соседи анархистов

Рудольф Рокер

(Nachbarn der Anarchisten,

Из: Aufsatzsammlung, Band 1, 1919 — 1933)

Вопрос, который мы подняли в нашей прошлой статье, тесно связан с другим, обладающим большим значением для будущего социалистического движения. Благодаря монополии на образование и всё более открытому разделению труда на умственный и ручной, сами рабочие оказываются всё меньше способными охватить всю область технических и организационных связей в какой-либо отрасли производства. Современное крупное предприятие и крупная промышленность в целом поставили совершенно новые проблемы и, прежде всего, ставят куда большие требования к управлению, чем трудовой процесс прошлого. По этой причине, так называемые труженики ума, техники, инженеры, химики и научные сотрудники и т. д., играют в современном производственном процессе совершенно особенную роль, которую нельзя недооценивать или игнорировать.

Не стоит утешаться мыслью, что это строгое разделение на умственный и ручной труд со всеми его неисчислимыми разделениями и подразделениями и не будет длиться вечно, и что неизбежно наступит такое состояние, как его предвидел Кропоткин в своей светлой книге «Поля, фабрики и мастерские». Мы тоже убеждены в таком развитии событий, но пока мы должны видеть вещи такими, какие они есть, а не такими, какими они нам видятся. Поэтому нам нужно понять, что реорганизация общественной жизни в смысле социализма не зависит от одних рабочих, но что и так называемые умственные рабочие призваны играть в этом процессе обновления важную, необходимую роль. Но если это правда, то нам стоит поднапрячься, чтобы привлечь как можно больше людей из этого лагеря на нашу сторону, и мы убеждены, что именно анархистам предстоит успешно выполнить это задание.

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