Interview mit einem ukrainischen Soldaten

Nun, wollte neulich ein ukrainischer Anarchist einem Freiwilligenverband beitreten, geht ein Marxist zur Armee. Wozu der “Marxismus” alles gut ist…  Wir wollen erst ein mal nicht urteilen, lasst uns diese Tendenzen weiter verfolgen. – liberadio

Als Marxist bin ich mir im Klaren, dass der heutige ukrainische Staat ein wenig sympathisches Ding ist. In ihm sind rechts-konservative und nationalistische Tendenzen sehr stark, die Macht ist immer noch in den Händen des Großkapitals, es finden massive Angriffe auf die soziale Sphäre, auf die Rechte der arbeitenden Bevölkerung statt. Aber weiß du, wie im Sozrealismus die Darstellung des Konflikts zwischen dem Guten und dem „noch Besseren“ Priorität hatte, so findet heute im Donbass der Konflikt zwischen dem Schlechten und dem noch Schlimmeren statt. In Russland sind der rechte Konservatismus und Autoritarismus keine Tendenz, sondern zustande gekommene Realität. Der neue Expansionismus, der unter der Soße der „russischen Welt“ verhandelt wird, ist eine widerliche reaktionäre Ideologie, die tatsächlich in Kriege, Gewalt, Lügen und Hass mündet. Das alles gedeiht in voller Kraft in Donbass und versucht sich weiter auszubreiten. Dies zu stoppen ist meines Erachtens die vorrangige Aufgabe. Um zur Analogie mit der Kornilow-Bewegung zurück zu kommen, möchte ich erwähnen, dass einer meiner Bekannten, ein Sozialist, behauptet, dass der heutige Krieg einer zwischen Petljura-Anhängern und den Weißgardisten ist. Der Vergleich hinkt ein wenig, aber wenn es im Krieg keine eigenständige kommunistische „Partei“ gibt, ist für mich als einen Marxisten die Wahl zwischen den Weißgardisten und den Petljura-Anhängern zugunsten der Letzteren offensichtlich. Indessen ist klar, dass wir nicht einmal Alliierte sind, sondern bloß Weggefährten – und zwar bist zur nächsten Kreuzung.

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