{"id":3427,"date":"2024-09-05T10:25:07","date_gmt":"2024-09-05T08:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=3427"},"modified":"2024-09-30T09:58:02","modified_gmt":"2024-09-30T07:58:02","slug":"die-revolutionare-verteidigung-1941","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=3427","title":{"rendered":"G. Maximow: Die revolution\u00e4re Verteidigung (1941)"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span lang=\"de-DE\">Der deutsche Angriff auf Russland \u00fcberraschte alle durch seine Pl\u00f6tzlichkeit und machte vielleicht vielleicht <\/span><span lang=\"de-DE\">noch <\/span><span lang=\"de-DE\">mehr Eindruck als der <\/span><span lang=\"de-DE\">am 23. August 1939 geschlossene <\/span><span lang=\"de-DE\">Freundschaftspakt zwischen Stalin und Hitler. Wenn der Freundschaftspakt zwischen den beiden Vertretern der <\/span><span lang=\"de-DE\">j\u00fcngsten<\/span><span lang=\"de-DE\"> Reaktion eine \u201eunerwartete \u00dcberraschung\u201c war, so ist der Krieg im Gegenteil eine \u201eerwartete \u00dcberraschung\u201c. Alle, mit Ausnahme der Lakaien und Papageien des Kremls, die in kommunistischen Parteien organisiert sind, <\/span><span lang=\"de-DE\">betrachteten<\/span><span lang=\"de-DE\"> den Krieg zwischen den beiden despotischen Regimen als unvermeidlich, aber sie dachten logischerweise, dass er sofort nach Hitlers siegreichem Krieg im Westen ausbrechen w\u00fcrde; sie glaubten, dass Hitler einen Angriff auf Russland nicht riskieren w\u00fcrde, solange ihm im Westen die H\u00e4nde gebunden waren. Diese Annahmen basierten erstens auf Hitlers eigener Erkl\u00e4rung, dass Deutschland Kaisers <\/span><span lang=\"de-DE\">Fehler <\/span><span lang=\"de-DE\">nicht wiederholen w\u00fcrde: Es w\u00fcrde keinen <\/span><span lang=\"de-DE\">Zweifrontenkrieg f\u00fchren<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><span lang=\"de-DE\">Z<\/span><span lang=\"de-DE\">weitens w\u00fcrde ein Angriff auf Russland eine vollst\u00e4ndige Blockade Deutschlands bedeuten und es der Hilfe berauben, die es von Russland erhalten hatte: \u00d6l, Brot, Mangan usw. <\/span><span lang=\"de-DE\">D<\/span><span lang=\"de-DE\">rittens w\u00fcrde d<\/span><span lang=\"de-DE\">er Krieg gegen<\/span><span lang=\"de-DE\"> eine noch so schlechte russische <\/span><span lang=\"de-DE\">Armee<\/span> <span lang=\"de-DE\">eine sehr gro\u00dfe Kraftanstrengung, eine gigantische Verschwendung von Material und Personal bedeuten; au\u00dferdem, <\/span><span lang=\"de-DE\">so leicht <\/span><span lang=\"de-DE\">der Krieg<\/span><span lang=\"de-DE\"> auch zu gewinnen sein mag, <\/span><span lang=\"de-DE\">w\u00fcrde er <\/span><span lang=\"de-DE\">zu einer <\/span><span lang=\"de-DE\">totalen St\u00f6rung<\/span><span lang=\"de-DE\"> des <\/span><span lang=\"de-DE\">deutschen <\/span><span lang=\"de-DE\">Transportwesens, zur Zerst\u00f6rung der Produktion, z.B. des Erd\u00f6ls, f\u00fchren und die Landwirtschaft der Ukraine in <\/span><span lang=\"de-DE\">ein v\u00f6lliges Chaos<\/span><span lang=\"de-DE\"> st\u00fcrzen, dessen unvermeidliche Folg<\/span><span lang=\"de-DE\">e <\/span><span lang=\"de-DE\">eine schreckliche Hungersnot w\u00e4re. Unter solchen Bedingungen wird es bei allem organisatorischen \u201eGenie\u201c der Deutschen mindestens ein oder zwei Jahre dauern, um d<\/span><span lang=\"de-DE\">as<\/span><span lang=\"de-DE\"> Zerst\u00f6rte in einen Zustand wenigstens sichtbarer Ordnung zu bringen und ohne Hindernisse die notwendigen Nahrungsmittel, Mineralien, Erd\u00f6l <\/span><span lang=\"de-DE\">und andere <\/span><span lang=\"de-DE\">Rohstoffe zu <\/span><span lang=\"de-DE\">bekommen<\/span><span lang=\"de-DE\">. In der Zwischenzeit w<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00fc<\/span><span lang=\"de-DE\">rden England und Amerika nicht tatenlos zusehen, im Gegenteil, die britische Luftwaffe, die auf keinen soliden Widerstand st\u00f6\u00dft, w<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00fc<\/span><span lang=\"de-DE\">rd<\/span><span lang=\"de-DE\">e<\/span><span lang=\"de-DE\"> die industriellen und strategischen Zentren Deutschlands und der eroberten L\u00e4nder zerst\u00f6ren; die anglo-amerikanische Industrie, die die unerwartete Atempause nutzt, w<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00fc<\/span><span lang=\"de-DE\">rd<\/span><span lang=\"de-DE\">e<\/span><span lang=\"de-DE\"> eine rasende Produktion von Flugzeugen, Panzern, Gesch\u00fctzen und allen anderen milit\u00e4rischen Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden entwickeln, <\/span><span lang=\"de-DE\">was<\/span><span lang=\"de-DE\"> unweigerlich zur Niederlage Deutschlands ungeachtet seiner Erfolge im Osten <\/span><span lang=\"de-DE\">f\u00fchren w\u00fcrde.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die elementare menschliche Logik verlangte, dass Hitler und seine Gener\u00e4le die Eroberungen konsolidierten, die ruinierte Wirtschaft Europas in Ordnung brachten, eine neue Wirtschaftsordnung errichteten und die Politik der Zugest\u00e4ndnisse an Stalin und seine von den Gro\u00dfmachtfantasien besessene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Opritschnina\">Oprichnina<\/a> fortsetzten und von Russland alles erhielten, was unter den gegebenen Bedingungen m\u00f6glich war. Aber die Logik der Diktatoren ist keine einfache menschliche Logik. Die Wege der diktatorischen Logik sind unergr\u00fcndlich, sie ist kaprizi\u00f6s und irrational: Der Angriff auf Russland ist nun eine vollendete Tatsache. Die grandiosen Schlachten von Menschen und Maschinen finden an einer zweitausend Meilen langen Front statt, Hitler siegt bis jetzt, aber dieser Sieg tr\u00e4gt in sich alle Zeichen eines Pyrrhussieges: Jeder Sieg Hitlers, sofern die russische Armee erhalten bleibt, bringt ihn der unvermeidlichen Niederlage n\u00e4her, wenn nicht im Osten, so doch im Westen. Hitlers Angriff hat alle Pl\u00e4ne Stalins, dieses genialen Mannes mit dem Herzen eines Tigers, dem Hirn eines Huhns und den Gewohnheiten eines Schakals, zunichte gemacht und die Verbrecherhaftigkeit seiner Au\u00dfenpolitik offenbart.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Seine Au\u00dfenpolitik war unendlich naiv und daher lange Zeit ein R\u00e4tsel, denn niemand h\u00e4tte einem gro\u00dfen Staatsoberhaupt eine solche Naivit\u00e4t zugestehen k\u00f6nnen. Nachdem er sich jahrelang in den Au\u00dfenministerien des anglo-franz\u00f6sischen Imperialismus herumgetrieben und sich erniedrigen lassen hatte, was im Spanischen B\u00fcrgerkrieg seinen H\u00f6hepunkt erreichte, \u00e4nderte Stalin abrupt den Kurs seiner Au\u00dfenpolitik: Er wandte sich dem schlimmsten Feind der Freiheit, des Sozialismus und der Arbeiterklasse, Hitler zu. Diese Wendung beruhte auf dem Wunsch, Europa und Asien zu beherrschen, der St\u00e4rkste zu sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Stalins Berechnungen waren sehr einfach. Sie liefen darauf hinaus, nicht nur eine oder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern ein Dutzend auf einmal. Der Pakt vom 23. August 1939 war der Akt des Abdr\u00fcckens, gefolgt von einem wundersamen Schuss, der ein Dutzend fette Kaninchen auf einmal t\u00f6ten sollte \u2013 ein europ\u00e4ischer Krieg, der nach und nach zu einem weltweiten Krieg wurde. Stalin triumphierte und rieb sich gen\u00fcsslich die H\u00e4nde: \u201eIch habe sie gut hereingelegt!\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">In der Tat ist alles so gelaufen, wie geplant, als w\u00e4re es nach Noten gespielt worden, und mit einem gewissen Ma\u00df an politischer Kurzsichtigkeit k\u00f6nnte man sich h\u00e4misch freuen, triumphieren und sich f\u00fcr Peter den Gro\u00dfen und den Supergro\u00dfen halten.<!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">In der Tat hat der Pakt mit Hitler einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Eindruck hinterlassen. Bevor der Eindruck verblasste, griff Hitler Polen an, und zwei Tage sp\u00e4ter erkl\u00e4rten England und Frankreich Deutschland den Krieg, sahen aber tatenlos zu, wie Polen zerschlagen wurde. Am 16. September r\u00fcckte Stalin mit seinen Truppen in Polen ein. Am 28. September wurde Polen geteilt. Am gleichen Tag noch erkl\u00e4rten Molotow und Ribbentrop, dass im Falle feindlicher Handlungen von Seiten Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs, w\u00fcrden sich Deutschland und Russland auf die notwendigen Schritte einigen. Zur gleichen Zeit unterzeichnete die Regierung Stalin einen Vertrag \u00fcber die Belieferung Deutschlands mit allen notwendigen Rohstoffen im Austausch gegen deutsche Waren. Auf die Teilung Polens folgte unmittelbar der Angriff auf die baltischen Staaten, die Moskau nun r\u00fccksichtslos behandelte: Nacheinander wurden Vertreter Litauens, Lettlands und Estlands nach Moskau vorgeladen und gezwungen, einen \u201eVertrag \u00fcber die gegenseitige Verteidigung\u201c und die Abtretung von Marinest\u00fctzpunkten zu unterzeichnen. Danach hat man die Baltendeutschen zur Ausreise nach Deutschland aufgefordert. Die Angliederung der baltischen Staaten an Russland wurde vorbereitet. Aus Dankbarkeit f\u00fcr all dies und als Zeichen der Freundschaft lobte die stalinistische Presse am 10. Oktober die von Hitler vorgeschlagene Politik und griff Gro\u00dfbritannien und Frankreich scharf wegen ihres fortgesetzten Kampfes f\u00fcr \u201edie grenzenlose Ausbeutung von Hunderten von Millionen von Kolonialsklaven\u201c an. Molotow sprach auf einer Sitzung des Obersten Rats am 31. Dezember von der starken deutsch-sowjetischen Freundschaft, verurteilte die Alliierten f\u00fcr die Fortsetzung des Krieg, bezeichnete sie als Aggressoren, verteidigte die Existenzberechtigung der Nazi-Ideologie, gei\u00dfelte den Krieg gegen sie und griff den Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten wegen seiner \u201emoralische Unterst\u00fctzung\u201c f\u00fcr die Finnen bei den russisch-finnischen Verhandlungen an.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Auf die Vorladung der baltischen Staatsvertreter nach Moskau folgten die von Finnland und der T\u00fcrkei. Hier nahm die Angelegenheit eine unangenehme Wendung. Die T\u00fcrken und die Finnen weigerten sich kategorisch, sich den die Forderungen Moskaus zu f\u00fcgen. Die T\u00fcrken wurden vor\u00fcbergehend in Ruhe gelassen, um sich nicht in einen Krieg mit den Alliierten und mit Italien zu verwickeln, aber Finnland wurde angegriffen und nach drei Monaten eines sch\u00e4ndlichen Krieges war die UdSSR gezwungen, Frieden mit der finnischen Regierung der \u201ewei\u00dfen Banditen\u201c zu schlie\u00dfen, die Moskau nicht anerkannte und durch seine eigene <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karelo-Finnische_Sozialistische_Sowjetrepublik\">\u201eRegierung\u201c von Kuusinen<\/a> in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Selenogorsk_(Sankt_Petersburg)\">Terijoki<\/a> ersetzte.Finnland hat die Inseln des Finnischen Meerbusens abgetreten, verlor ein Teil seines Territoriums und den Marinest\u00fctzpunkt in Hanko.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Der Finnische Krieg offenbarte die Schw\u00e4che und Laschheit der bolschewistischen Milit\u00e4rmaschinerie, an dessen Aufbau mehr als zwanzig Jahre gearbeitet wurde und dem die Industrie, die Gesundheit und die Arbeitskraft der Bev\u00f6lkerung geopfert wurden. Nachdem sie auf unerwartet starken Widerstand der Finnen stie\u00df, bekam die stalinistische Clique es mit der Angst zu tun und begann, sich bei Hitler einzuschmeicheln: Die Unt\u00e4tigkeit an der Westfront wurde von der bolschewistischen Presse bereitwillig damit erkl\u00e4rt, dass Deutschland keinen Krieg wolle, sondern Frieden suche, den aber \u201eder gr\u00f6\u00dfte Feind der Sowjetunion\u201c, Churchill, nicht gew\u00e4hren wolle.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Als Stalin den Pakt mit Hitler schloss, wandte er auf Chamberlain dessen Politik der Zugest\u00e4ndnisse und der Aufstachelung. Indem er Hitler im Osten freil\u00e4sst, dr\u00e4ngt Stalin ihn in den Westen. Gest\u00fctzt auf der Erfahrung des Ersten Weltkriegs glaubte er, dass der Krieg im Westen f\u00fcr beide Kriegsparteien lang und zerm\u00fcrbend sein w\u00fcrde und dass am Ende er, Stalin, der milit\u00e4risch stark blieb, w\u00e4hrend er \u201eneutral\u201c war, der entscheidende Faktor in Europa und Asien sein w\u00fcrde. Kurzum, Stalin hatte beschlossen, ein Engl\u00e4nder zu werden: Er w\u00fcrde niemand und insbesondere nicht f\u00fcr England die Kartoffeln aus dem Feuer holen, sondern andere f\u00fcr sich arbeiten lassen. Jetzt ist er selbst an Stelle einer Kartoffel, und Churchill holt ihn aus dem Feuer.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Bis April 1940 schienen die Ereignisse die \u201eweise Politik\u201c Stalins-Molotows zu rechtfertigen. Ab April aber begannen sich die Ereignisse mit gro\u00dfer Schnelligkeit und entgegen Stalins klugen Berechnungen zu entwickeln. Am neunten April marschierte Hitler in D\u00e4nemark ein und griff Norwegen an, wo er bald Herr der Lage wurde. Am zehnten Mai griff Hitler Holland, Belgien und Luxemburg an, und Mitte Juni wurde Frankreich v\u00f6llig zerschlagen und die Briten vom Festland vertrieben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Beunruhigt \u00fcber die unerwartete Wendung der Ereignisse, beeilte sich Stalin, in Litauen, Lettland und Estland einzumarschieren: Am 15. und 16. Juni r\u00fcckte die Rote Armee in diese L\u00e4nder ein, und am 27. Juni begann sie mit der Besetzung Bessarabiens und Bukowinas.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">In den besetzten Gebieten wird fieberhaft an der Errichtung von Befestigungsanlagen gearbeitet. Die Rote Armee wird in aller Eile reorganisiert. Man spricht \u00fcber den Mangel an Stahl, \u00d6l, Flugzeugen und Panzern; um die Produktion zu steigern, man verl\u00e4ngerte man den Arbeitstag und die Arbeitswoche; unter Androhung von Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr unentschuldigt fehlende wies man Arbeiter den Fabriken zu, kurzum, man unterschrieb die Bankrotterkl\u00e4rung der Stalin-Molotow-Politik und bereitete sich nerv\u00f6s auf den Krieg mit Hitler vor, wobei man die Vorbereitungen vor Hitler und seinen Gegnern verbarg. Der Krieg wurde unmittelbar nach der Niederlage Englands erwartet, woran die Moskauer Politiker anscheinend zun\u00e4chst nicht zweifelten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Getrieben von der Angst, nicht um Russland, sondern um ihre eigene Macht, begannen die Bolschewiki sich in den baltischen Staaten und in Polen mit den alten Methoden der Gewalt und der Auspl\u00fcnderung zu konsolidieren: Die L\u00e4nder wurden ausgeraubt, ihre Wirtschaft zerst\u00f6rt, ihre Bev\u00f6lkerung in Armut und Verzweiflung gest\u00fcrzt, die versprochene Unantastbarkeit der nationalen Unabh\u00e4ngigkeit wurde eklatant verletzt, alle fortschrittlichen und sozialistischen Elemente wurden verhaftet, inhaftiert und ins e Exil im tiefen Russland verbannt. Je mehr die Bolschewiki erstarkten, desto mehr schufen sie sich und Russland Feinde und Hitler und seinem Deutschland Freunde. Dies wurde deutlich in den ersten Tagen des Krieges gegen Hitler: <span lang=\"ru-RU\">K<\/span>aunas zum Beispiel wurde nicht von den Deutschen eingenommen, sondern von litauischen Aufst\u00e4ndischen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und je mehr die Bolschewiki ihren Freund Hitler f\u00fcrchteten, desto mehr warfen sie sich vor ihm nieder und griffen seine Feinde an. So hielt Molotow am 1. August 1940 eine Rede vor 1200 Abgeordneten des Obersten Rats, in welcher er ihnen versicherte, dass der Vertrag mit Deutschland \u201etrotz aller britischen Bem\u00fchungen, ihn zu schw\u00e4chen\u201c, weiterhin Bestand habe.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Gleichzeitig (am 4. September 1940) wird angesichts des \u201eimperialistischen Krieges\u201c und der \u201ekapitalistischen Umgebung\u201c die Einberufung der 18-, 19- und 20-J\u00e4hrigen zum Milit\u00e4rdienst angek\u00fcndigt, und als die deutsche Presse eine Meldung ver\u00f6ffentlicht, wonach Rum\u00e4nien um ein Protektorat Russlands bittet, beeilt sich Moskau zu erkl\u00e4ren, dass dies \u201eeine offensichtliche F\u00e4lschung\u201c sei. Obwohl \u201eder Vertrag mit Deutschland weiterhin Bestand hat\u201c, warnte Milit\u00e4rkommissar Timoschenko am 5. Oktober vor \u201eProvokationen, die unsere Grenzen bedrohen k\u00f6nnten\u201c, und die Rote Armee setzte gro\u00dfe Man\u00f6ver im Leningrader Milit\u00e4rbezirk fort.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die \u00fcbliche Milit\u00e4rparade der Roten Armee auf dem Roten Platz am Jahrestag der Oktoberrevolution war besonders beeindruckend. Der Jahrestag der Oktoberrevolution zeichnete sich durch eine besonders eindrucksvolle Betonung der milit\u00e4rischen St\u00e4rke und Timoschenko hielt erneut eine Rede, in welcher er prahlte, dass die Rote Armee bereit sei, jedem einen vernichtenden Schlag zu versetzen, der \u201ees wagte, die heiligen Grenzen der UdSSR zu verletzen\u201c. All dies konnte nur dem Stalins Freund Hitler und seinen Verb\u00fcndeten Japan gelten, da nur sie aufgrund ihrer geografischen Lage die \u201eheiligen Grenzen\u201c h\u00e4tten verletzen konnten&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\"><a href=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?attachment_id=3428\" rel=\"attachment wp-att-3428\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3428\" src=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2024\/08\/josephstalin-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"262\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2024\/08\/josephstalin-201x300.jpg 201w, https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2024\/08\/josephstalin.jpg 424w\" sizes=\"auto, (max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><\/a>Doch all dies hat der Sache nicht nur nicht geholfen, sondern hat sie im Gegenteil noch verschlechtert. Die Beziehungen zu Hitler verschlechterten sich offenbar, die Gefahr eines Angriffs wuchs, und am 10. November, wie schon unter dem Mongolenjoch begab sich der russische F\u00fcrst Molotow, nach Berlin, um sich dem deutschen Khan Hitler zu unterwerfen. Was zwischen Molotow und Hitler geschah, ist bis heute ein Geheimnis. Offiziell wurde die Reise deklariert zum Zweck eines \u201efreundschaftlichen Meinungsaustauschs\u201c von und im Interesse der \u201eweiteren Entwicklung der sowjetisch-deutschen Beziehungen\u201c. Diese Beziehungen nahmen offenbar einen derma\u00dfen \u201efreundschaftlichen\u201c Charakter an, dass bereits einen Tag nach Molotows R\u00fcckkehr aus Berlin eine Registrierung f\u00fcr alle Reservisten zwischen 19 und 50 Jahren angek\u00fcndigt wurde, einschlie\u00dflich Frauen, die in R\u00fcstungsbetrieben arbeiteten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Der Dezember 1940 war gepr\u00e4gt von der deutschen Besetzung Rum\u00e4niens und der Konzentration der deutschen Truppen entlang der neuen \u201eheiligen Grenzen der UdSSR\u201c. Dies war ein sehr deutlicher Hinweis auf sehr subtile Umst\u00e4nde: Die bolschewistischen Panslawisten sollten auf eine Annexion der Dobrudscha und die gemeinsamen Grenzen mit Bulgarien verzichten, welche die UdSSR zu einem unmittelbaren Nachbarn der Balkanslawen h\u00e4tten machen sollen und ihr die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten geben sollen, den Weg der deutschen Expansion im Nahen Osten zu versperren. Die Besetzung Rum\u00e4niens stellte eine Bedrohung f\u00fcr Odessa, die gesamte S\u00fcdukraine, die Schwarzmeerk\u00fcste, die Schwarzmeerflotte und schlie\u00dflich f\u00fcr den Kaukasus. Zur gleichen Zeit infiltrierte Hitler Finnland und stellte eine Bedrohung von der Nordflanke her.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Anfang 1941 wurde Bulgarien gegen den Willen Moskaus von den Deutschen besetzt. Moskau protestierte schwach, nicht gegen Hitler, sondern gegen die bulgarische Regierung. Nach der Niederlage Griechenlands und Jugoslawiens schlossen sich Hitlers \u201efreundliche\u201c H\u00e4nde immer fester um ihre Kehlen. Der \u201eVater der Nationen\u201c und seine Clique gerieten in einen Zustand der hysterischen Panik und beschlossen, im Interesse der Rettung ihrer eigenen Haut, ihrer Macht und ihrer Privilegien und nicht des Landes, alle Dem\u00fctigungen auf sich zu nehmen, alle Forderungen ihres Freundes Hitler zu erf\u00fcllen und sogar einen neuen, noch schwereren und sch\u00e4ndlicheren Vertrag von Brest-Litowsk zu unterzeichnen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die Anbiederung an Hitler nahm einen ekelhaft feigen Charakter an. Um diese niedertr\u00e4chtige Linie durchzusetzen, \u00fcbernahm Stalin das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten (gemeint ist die Ernennung Stalins zum Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare 1941, bis dahin hatte er keine Staatsposten inne \u2013 Anm.d.\u00dc.). Hitlers Bande warf Moskau \u201epassive Feindseligkeit\u201c vor, und um alle Anzeichen dieser Feindseligkeit zu beseitigen, ging Stalin den \u00fcblichen Weg der Gemeinheit und des Verrats: Am 9. Mai dieses Jahres verweigerte man Belgien, Norwegen und Jugoslawien, mit denen man erst am 3. April einen Freundschafts- und Nichtangriffsvertrag geschlossen hatte, die Anerkennung und befahl den Botschaftern dieser L\u00e4nder, sich aus Russland zur\u00fcckzuziehen. Das Gleiche wurde mit allen anderen eroberten L\u00e4ndern gemacht. Das bedeutete, dass Stalin die Eroberungen Hitlers im Namen Russlands anerkannte. Dann beeilte man sich, auf Hitlers Wunsch oder auf eigene servile Veranlassung hin, eine Bande von Hitlers Stellvertretern, die einen Staatsstreich gegen England ver\u00fcbt hatte, als rechtm\u00e4\u00dfige Regierung des Irak anzuerkennen. Diese Bande wurde bald von den Briten vertrieben, und Moskau geriet in eine \u00e4u\u00dferst unangenehme Lage (der Pogrom von Bagdad ist auch als Farhud bekannt \u2013 Anm.d.\u00dc.). Diese Unterw\u00fcrfigkeit Stalins war f\u00fcr Hitler der Beweis f\u00fcr die schreckliche milit\u00e4rische Schw\u00e4che des Kremls, und er beschloss, die Flaute im Westen auszunutzen, um seinen alten Traum vom Sieg \u00fcber Russland zu verwirklichen. Ger\u00fcchten zufolge w\u00fcrde der Kreml gezwungen, die Industrie unter deutsche Kontrolle zu bringen und die Rote Armee aufzul\u00f6sen. Stalin, so hei\u00dft es, akzeptierte diese Bedingungen, aber der Stab der Roten Armee stimmte der Aufl\u00f6sung der Armee nicht zu und sagte: Ihr k\u00f6nnt alle politischen Zugest\u00e4ndnisse machen, die ihr wollt, aber wir werden die Rote Armee nicht aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Hitler wartete nicht einmal auf eine Antwort. Er war entschlossen, Russland zu besiegen, und war nicht bereit Zugest\u00e4ndnisse zu machen: Im Morgengrauen des 22. Juni griff er die \u201eheiligen Grenzen der UdSSR\u201c an, und General Timoschenko teilt bislang noch keine vernichtenden Schl\u00e4ge\u2018 aus, sondern empf\u00e4ngt sie selbst, was sehr traurig ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Der russische Chamberlain hat mit seiner Politik noch schlimmer versagt als der englische. Dieses Versagen ist eine furchtbare Trag\u00f6die f\u00fcr das russische Volk, das nun f\u00fcr Stalins \u201eWeisheit\u201c mit Millionen von Toten und Verst\u00fcmmelten, mit der Zerst\u00f6rung von St\u00e4dten und D\u00f6rfern, wirtschaftlichem Ruin und einer riesigen, noch nie dagewesenen Hungersnot bezahlt, die unvermeidlich ist, unabh\u00e4ngig von Sieg oder Niederlage.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die nationalkommunistische Liebesaff\u00e4re endete in einem blutigen Krieg. Dieser Krieg tr\u00e4gt bereits erbitterten Charakter, und man wird sich bem\u00fchen, ihn noch heftiger zu machen, denn sowohl die die deutschen als auch die russischen Nationalkommunisten wissen, dass dieser Krieg unter den Weltbedingungen, unter denen er gef\u00fchrt wird, ein Krieg um Leben oder Tod ist. Beide Seiten wissen, dass eine Niederlage f\u00fcr jede von ihnen nicht nur eine Niederlage und nicht nur die Zerst\u00f6rung ihres jeweiligen Regimes bedeutet, sondern auch das physische Garaus f\u00fcr die f\u00fchrenden B\u00fcrokraten dieses Regimes.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die Verbrechen des bolschewistischen Regimes sind endlos und ihre Schwere ist unermesslich. Diese Verbrechen lassen sich in drei Hauptsparten einteilen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Verbrechen gegen das russische Volk als Ganzes: die Zerst\u00f6rung der Freiheit und die Errichtung der staatlichen Leibeigenschaft, endlose Erschie\u00dfungen und \u00fcberf\u00fcllte Gef\u00e4ngnisse, Lager und Verbannungsorte; wirtschaftliche Unordnung, Hunger, Armut und die daraus resultierende k\u00f6rperliche Degeneration der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die Verbrechen gegen das internationale Proletariat und seine Befreiung: Bewusste Prostitution des Sozialismus, die Zersetzung in den proletarischen Reihen und die bewusste Sabotage des Kampfes der Arbeiterklasse, das offene B\u00fcndnis mit dem Imperialismus und mit den Kr\u00e4ften der Weltreaktion. Die Verbrechen gegen den universellen Fortschritt: Das B\u00fcndnis mit dem menschenfeindlichen Hitlerismus, die Entfesselung des Krieges, die Herabsetzung der Moral, die Verunglimpfung der Ideale, die Abwertung des Individuums.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Es kann niemals eine Vers\u00f6hnung mit diesem Regime geben, unter keinen Umst\u00e4nden und zu keinem Zweck. Dieses Regime muss nach dem Krieg vernichtet werden, und wenn es m\u00f6glich ist, dies schmerzlos zu tun, um Hitler jetzt zu bek\u00e4mpfen, umso besser. Nach dem Krieg muss es vernichtet werden und seine F\u00fchrer m\u00fcssen sich f\u00fcr alle ihre Verbrechen vor dem Tribunal der werkt\u00e4tigen Klassen Russlands und der Welt verantworten. Die Vernichtung dieses verbrecherischen Ausbeuter- und Leibeigenschaftsregimes gebieten nicht nur die Interessen der Freiheit, sondern von den Interessen der physischen Erhaltung des russischen Volkes und der V\u00f6lker, die neben ihm leben. Der Krieg, unabh\u00e4ngig von seinem Ausgang, Niederlage oder Sieg, wird die russische Wirtschaft in ein absolutes Chaos st\u00fcrzen, und eine schreckliche Hungersnot wird \u00fcber weite Teile des Landes Regionen des Landes hereinbrechen. Der Kampf gegen dieses Grauen unter einer bolschewistischen oder einer anderen Diktatur wird nur zur Versch\u00e4rfung dieses Schreckens und zur physischen physischen Entartung des Landes f\u00fchren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Wir machen uns keineswegs Illusionen \u00fcber das stalinistische Regime, \u00fcber seine Demokratisierung w\u00e4hrend des Krieges. Wir sind vom Gegenteil \u00fcberzeugt. Die Kreml-Clique, wahnsinnig vor Angst, wird auf die alten und bew\u00e4hrten Methoden von Polizeigewalt und Terror zur\u00fcckgreifen. Die Berichte in der amerikanischen Presse \u00fcber die Massenverhaftungen in Moskau best\u00e4tigen unsere \u00dcberzeugung, dass es unm\u00f6glich ist, das bolschewistische Regime zu demokratisieren. Die Organisation des Milit\u00e4rischen Verteidigungskomitees unter der Leitung von Stalin spricht ebenfalls daf\u00fcr. Dieses Komitee ist die durch nichts und niemand einzuschr\u00e4nkende Regierung Russlands. Der Zweck dieses Komitees ist klar: Die Erhaltung der Macht in ihrer ganzen fr\u00fcheren F\u00fclle um jeden Preis. Die Ernennung von solchen \u201eMarsch\u00e4llen\u201c wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kliment_Jefremowitsch_Woroschilow\">Woroschilow<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Semjon_Michailowitsch_Budjonny\">Budjonny<\/a> zu den Oberbefehlshabern der n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Frontabschnitte spricht auch daf\u00fcr, dass selbst in einem solchen Krieg, in dem sich das Schicksal nicht nur Russlands, sondern der ganzen der Menschheit entscheidet, die politischen Interessen einer unbedeutenden Clique von Usurpatoren und der von ihnen vertretenen b\u00fcrokratischen Klasse im Vordergrund stehen. (&#8230;)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Die verbrecherische Politik der Allianz mit der abscheulichsten Reaktion gegen alles Freie und hat zu einem Krieg unter den f\u00fcr Russland ung\u00fcnstigsten Bedingungen gef\u00fchrt: Das russische Volk Das russische Volk ist nun gezwungen, die Schl\u00e4ge der Kriegsmaschinerie Hitlers allein zu ertragen. Dieser Krieg ist das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen des Bolschewismus, das alle seine anderen Gr\u00e4ueltaten in den Schatten stellt alle seine anderen Gr\u00e4ueltaten zusammengenommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Heute, am 17. Juli, kam eine Nachricht aus Moskau \u00fcber die Wiedereinsetzung von Politkommissaren in der Armee: Stalin traut niemandem und k\u00f6nnte das Land opfern, um seine Machtposition zu retten. Politische Kommissare sind ein schlechtes Zeichen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Hitlers Angriff auf Russland brachte das russische Volk in eine furchtbar tragische Situation. Das Volk wartete auf einen Krieg, um wie 1917 die Bajonetten gegen seine inneren Unterdr\u00fccker und Sklavenhalter zu richten, die die staatliche Leibeigenschaft eingef\u00fchrt hatten. Und der Krieg ist gekommen, aber was f\u00fcr einer! Derselbe Sklavenhalter, Unterdr\u00fccker und Ausbeuter wie Stalin st\u00fcrzt sich auf Russland. Hitler kam nicht nach Russland, um ihm dieses oder jenes St\u00fcck Land zu entrei\u00dfen, sondern um es in eine Kolonie zu verwandeln. Und nun steht das russische Volk vor der Frage: Was tun \u2013 einen B\u00fcrgerkrieg beginnen, um den Bolschewismus zu st\u00fcrzen und von Hitler besiegt zu werden, oder sich gegen Hitlers <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarze_Hundert\">Schwarze-<\/a><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schwarze_Hundert\">Hundertschaften<\/a> verteidigen und ihn unter Aufbietung der letzten Kr\u00e4fte besiegen? Der Sieg \u00fcber Hitler verspricht keine Erleichterung und Linderung der bolschewistischen Unterdr\u00fcckung. Der Sieg \u00fcber Hitler bedeutet den Sieg von Stalin und seiner Clique und die Niederlage des Volkes. Der siegreiche Bolschewismus wird im wirtschaftlichen Chaos der Nachkriegszeit noch mehr gest\u00e4rkt werden, die staatliche Leibeigenschaft wird mit Nachkriegswirtschaftschaos, Armut, Hungersn\u00f6ten und Epidemien noch widerw\u00e4rtiger sein. Die Polizeiwillk\u00fcr wird noch grenzenloser werden: Das bolschewistische Junkertum, der Milit\u00e4rismus, wird so widerw\u00e4rtig und b\u00f6sartig werden wie das preu\u00dfische Junkertum. Die B\u00fcrokratie als Klasse wird sich auf Kosten der Arbeiter und Bauern noch mehr Privilegien verschaffen, und ihr Einfluss wird noch gr\u00f6\u00dfer werden, und ihr Einfluss au\u00dferhalb des Landes wird zunehmen, und dieser Einfluss wird reaktion\u00e4r und b\u00f6sartig sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Aber auch die Niederlage gegen Hitler ist unter den gegebenen historischen Bedingungen nicht besser, die keine \u00c4hnlichkeit mit denen von 1917 haben. Der Sieg Hitlers wird eine fremde und daher eine noch widerw\u00e4rtigere und anst\u00f6\u00dfigere staatliche koloniale Sklaverei, schreckliche Unterdr\u00fcckung und sinnlose Grausamkeit von Hitlers wei\u00dfen Stellvertretern bedeuten: Auspl\u00fcnderung des Landes, Hungersn\u00f6te und Epidemien. Ein Sieg Hitlers in Russland k\u00f6nnte ihm den Sieg im Westen oder einen g\u00fcnstigen Frieden sichern. Und in beiden F\u00e4llen werden die Tr\u00e4ume von der Befreiung zu unerf\u00fcllten Illusionen, denn das Schicksal des russischen Volkes ist heute wie nie zuvor eng und untrennbar mit dem Schicksal der westeurop\u00e4ischen V\u00f6lker verbunden. Die Versklavung der letzteren durch Hitler bedeutet f\u00fcr die Russen ebenfalls hoffnungslose Sklaverei. Ihre Befreiung infolge der Niederlage Hitlers bedeutet zwar nicht die sofortige Befreiung der russischen Arbeiter und Bauern von der bolschewistischen Staatsknechtschaft, aber sie erm\u00f6glicht sie zumindest in nicht allzu ferner Zukunft. In diesem Sinne w\u00fcnschen wir dem russischen Volk, dass es seine ganze Kraft einsetzt und den Nazi-Abschaum zerschl\u00e4gt. Die Interessen des internationalen Proletariats, die Interessen der universellen Freiheit, unsere eigene Befreiung und unser Wohlergehen verlangen vom russischen Arbeiter und vom russischen Bauern gro\u00dfe blutige Opfer, denn die Vernichtung des Hitlerismus und Hitlers sind die Bedingungen, ohne die eine europ\u00e4isch-asiatische Revolution der Arbeiter- und Bauernmassen nicht ausbrechen kann, die dem Kapitalismus ein Ende setzen, die Macht des Staates zerst\u00f6ren oder zumindest einschr\u00e4nken und damit Kriege f\u00fcr immer beseitigen w\u00fcrde. Auf der Grundlage dieser revolution\u00e4r-internationalistischen Ziele kann unsere Position nicht anders genannt werden als die Position der REVOLUTION\u00c4REN VERTEIDIGUNG. Deshalb bleiben wir unersch\u00fctterliche Feinde des Bolschewismus und jeder Art von Staatssozialismus, w\u00fcnschen der Roten Armee den Sieg und leiden und trauern, wenn wir von ihren Niederlagen h\u00f6ren. Jede Kraft, wie reaktion\u00e4r sie auch sein mag, wie niedrig ihr moralisches Niveau auch sein mag, wie die Bolschewiki, und im Namen von was auch immer sie Hitler angreift \u2013 indem sie ihm diese Schl\u00e4ge versetzt, vollbringt sie, obwohl sie reaktion\u00e4r bleibt, eine fortschrittliche Tat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Nicht im Interesse der Rettung der Demokratie, die auch gerettet werden muss, wenn sie von der Reaktion egal welcher Farbe bedroht wird, nicht im Interesse der Verteidigung dieses oder jenes St\u00fccks Land, sondern im Interesse der Wiederbelebung der internationalen Arbeiterklasse, im Interesse der rettenden europ\u00e4isch-asiatischen Revolution muss Hitler besiegt werden, wie kostspielig es auch sein mag. Wer also auch nur im geringsten dazu beitr\u00e4gt, Hitler zu besiegen, der tut eine revolution\u00e4re Tat, der bringt die Stunde der Wiedergeburt des internationalen Proletariats, die Stunde des Sieges der Freiheit, der wirtschaftlichen Gleichheit und der Solidarit\u00e4t n\u00e4her.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"left\"><i>\u00dcbersetzung<\/i><i> aus dem Russischen von Ndejra. Original ver\u00f6ffentlicht in \u201eDelo truda \u2013 Probuschdenije\u201c, Nr. <\/i><span lang=\"ru-RU\"><i>4<\/i><\/span><i>, <\/i><i>April-August<\/i><i>. 194<\/i><i>1<\/i><br \/>\n<a href=\"https:\/\/ru.anarchistlibraries.net\/category\/author\/maksimov-grigorii-petrovich\"><i>https:\/\/ru.anarchistlibraries.net\/category\/author\/maksimov-grigorii-petrovich<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Angriff auf Russland \u00fcberraschte alle durch seine Pl\u00f6tzlichkeit und machte vielleicht vielleicht noch mehr Eindruck als der am 23. 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