{"id":2262,"date":"2020-03-30T18:33:58","date_gmt":"2020-03-30T16:33:58","guid":{"rendered":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=2262"},"modified":"2020-03-30T18:33:58","modified_gmt":"2020-03-30T16:33:58","slug":"fritz-linow-wirbt-fur-das-grosse-thier-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=2262","title":{"rendered":"Fritz Linow wirbt f\u00fcr Das grosse Thier #15"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"das grosse thier promo 3\" width=\"567\" height=\"425\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/D2aGuLAkD_4?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">&#8220;Die zentralen oder reformistischen Gewerkschaften sind ideallos. Sie kennen nur die jetzige Gesellschaft und streben in ihr einen Ausgleich zwischen den Gesellschaftsklassen und \u2013gruppen an. Sie glauben einen solchen Ausgleich erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen durch \u00c4nderungen im geltenden Recht. Aus diesem Grunde fordern sie einen st\u00e4ndigen Ausbau der Sozialgesetzgebung. Sozialgesetzgebung ist f\u00fcr sie der Inbegriff alles Erstrebenswerten, weil sie eine Auss\u00f6hnung der sich feindlich gegen\u00fcberstehenden Klassen und Gesellschaftsgruppen w\u00fcnschen. Sie sehen in der Sozialgesetzgebung auch einen Faktor von hohem moralischen Wert, dem ihrer Meinung nach die Aufgabe zuf\u00e4llt, bestehende Schranken zwischen Klassen und Gruppen zu Fall zu bringen und allen Gesellschaftsmitgliedern die M\u00f6glichkeit zu verschaffen, Dienst an der \u201eWirtschaft\u201c und Dienst am \u201eStaate\u201c zu verrichten. Der Glaube hat sich in diesen Organisationen breitgemacht, dass Dienst am Staate und Dienst an der Wirtschaft unerl\u00e4ssliche Voraussetzungen f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Stellung des Arbeiters sind. \u2026<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Der Tarifvertrag ist zu einer Einrichtung geworden, die der Wirtschaft den Arbeitsfrieden sichert und Gleichgewichtsst\u00f6rungen auf ein Minimum reduziert. Die reformistischen Gewerkschaften aber zerflie\u00dfen fast, in Ehrfurcht vor der Heiligkeit und Unantastbarkeit eines Tarifvertrags, der sich streng genommen nichts anderes darstellt als einen Vertrag, durch den der betroffene Arbeiter seine Ausbeutung f\u00fcr einen Rechtszustand erkl\u00e4rt und freiwillig Verzicht leistet auf den Kampf um die \u00c4nderung der \u00f6konomischen Ordnung. Die Tarifvertragspolitik, die durch die Verordnung \u00fcber Tarifvertr\u00e4ge zu einem hervorragenden Bestandteil der kapitalistischen Wirtschaftsf\u00fchrung geworden ist, beschr\u00e4nkt durch das geltende Tarifrecht die gewerkschaftliche Aktionsfreiheit so stark, dass kaum noch von einem Klassenkampf gesprochen werden kann. Voraussetzung jeder auf Klassenkampf eingestellten Handlung ist, dass sie unter Au\u00dferauchtlassung der Interessen des Gegners r\u00fccksichtslos die eigenen wahrnimmt und alles tut, um den bestehenden Zustand der Dinge zu beseitigen, in unserem Falle, die gesellschaftliche Stellung des Arbeiters zu seinem Vorteil und zugunsten des endlichen Sieges der sozialistischen Weltanschauung zu ver\u00e4ndern. Das Tarifrecht hingegen hebt den Klassenkampf auf und setzt an seine Stelle Klassenharmonie. Die Klassenharmonie als Ausfluss der Tarifvertragspolitik macht aber die Gewerkschaft als Interessen- und Kampforganisation, als \u00f6konomischen Ausdruck einer bestimmten Gesellschaftsklasse \u00fcberfl\u00fcssig&#8221;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dasgrossethier.wordpress.com\/hefte\/\"><strong><span class=\"style-scope yt-formatted-string\" dir=\"auto\">Fritz Linow, &#8220;Gewerkschaftsbewegung und Arbeitsrecht&#8221;, 1928<\/span><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die zentralen oder reformistischen Gewerkschaften sind ideallos. Sie kennen nur die jetzige Gesellschaft und streben in ihr einen Ausgleich zwischen den Gesellschaftsklassen und \u2013gruppen an. Sie glauben einen solchen Ausgleich erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen durch \u00c4nderungen im geltenden Recht. 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