{"id":2209,"date":"2019-09-30T11:20:24","date_gmt":"2019-09-30T09:20:24","guid":{"rendered":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=2209"},"modified":"2019-10-01T23:01:53","modified_gmt":"2019-10-01T21:01:53","slug":"meinst-du-der-feind-meines-feindes-ist-mein-freund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=2209","title":{"rendered":"Meinst du, der Feind meines Feindes ist mein Freund?"},"content":{"rendered":"<p><em>(in der Mai-Ausgabe des Conne Island Newsletters, <a href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/index.html\">CEEIEH #257<\/a> erschienen. &#8211; liberadio)<\/em><\/p>\n<h3>Buchrezension von J\u00f6rg Kronauers \u00bbMeinst du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg\u00ab<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?attachment_id=2210\" rel=\"attachment wp-att-2210\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2210\" src=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2019\/09\/9783894386504-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2019\/09\/9783894386504-198x300.jpg 198w, https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2019\/09\/9783894386504.jpg 660w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eines der wenigen Dinge, an die ich mich, ehrlich gesagt, \u00fcberhaupt noch aus meinem Studium der Politikwissenschaft erinnere, ist, dass es immer die D\u00fcmmsten waren, die nach morgendlicher <i>Spiegel Online<\/i>-Lekt\u00fcre in den Seminaren zu den Internationalen Beziehungen am lautesten \u00fcber die sog. Au\u00dfenpolitik schwadronierten. Der Ma\u00dfstab des Themas korrespondiert nicht unbedingt mit der Gr\u00f6\u00dfe der Erkenntnis. Und wenn doch, dann meistens umgekehrt proportional. Es l\u00e4sst sich bekanntlich am bequemsten \u2013 vorzugsweise von expertenhaften Gesichtsausdr\u00fccken und Gesten begleitet \u2013 fachm\u00e4nnisch, \u00e4quidistant, wissenschaftlich eben \u00fcber das \u203aWeltwetter\u2039 schwadronieren, wenn man\/frau eh nichts f\u00fcrs \u203aWetter\u2039 kann. Da sah man\/frau beides bereits in ein und derselben Gestalt: Die politisch interessierten B\u00fcrgerInnen am Fr\u00fchst\u00fcckstisch und den PolitikexpertInnen vom Fr\u00fchst\u00fccksfernsehen, die sich beim K\u00e4ffchen in die Rolle mal der einen, mal der anderen Regionalmacht unverbindlich einf\u00fchlen.<\/p>\n<p>Dem <i>konkret<\/i>-Autoren und Redakteur von <i>german-foreign-policy.com<\/i> J\u00f6rg Kronauer wird man mit so was nat\u00fcrlich nicht gerecht. Trotz des pathetischen Jewtuschenko-Zitats im Titel und des Verweises auf einen angeblichen \u00bbKalten Weltkrieg\u00ab, ist das Buch voll mit wertvollen Hinweisen rund um den Konflikt Russland vs. die NATO bzw. \u203ader Westen\u2039 gespickt.<\/p>\n<p>Im Schnelldurchlauf und dennoch faktenreich skizziert er die historische Entwicklung und die Grundlinien der aktuellen Russlandpolitik Deutschlands und der USA. Alles wertvolle Hinweise, die \u00f6fters in der Debatte fehlen und die vorschnell zur D\u00e4monisierung Russlands verleiten. Was die deutsche Ostpolitik angeht, f\u00e4ngt Kronauer merkw\u00fcrdigerweise erst in der Weimarer Zeit an, als sich Teile der deutschen Bourgeoisie mit dem jungen sozialistischen Russland arrangieren mussten, weil ihnen ihre Gesch\u00e4ftsbeziehungen aus der Zarenzeit drohten fl\u00f6ten zu gehen. Das ist eben die Konfliktlinie zwischen verschiedenen Bourgeoisiefraktionen, die sich durch die gesamte Geschichte der deutschen Russlandbeziehungen zieht und manchmal abenteuerliche ideologische Formen annimmt: Mit dem \u203aWesten\u2039 zusammen den \u203awilden Osten\u2039 kolonisieren, mit Russland gegen den verhassten Rest von Europa oder gar im Alleingang gegen den Rest der Welt Mist an allen Fronten bauen? Selbst nach dem desastr\u00f6sen Ausgang des Zweiten Weltkrieges,, formierten sich mit der Gr\u00fcndung der BRD in den 1950er Jahren wirtschaftliche Interessengruppen im sog. <i>Ost-Ausschuss<\/i>, die Handelsbeziehungen mit dem sog.sozialistischen Ostblock anstrebten. Dabei unterst\u00fctzte man immer gerne nationalistische Zentrifugalkr\u00e4fte wie z.B. den ukrainischen Nationalismus bzw. die exilierten \u00dcberreste der \u00bbUkrainischen Befreiungsarmee\u00ab, der faschistischen Kollaborateurentruppe OUN-UPA. Wie diese politische Unterst\u00fctzung mit der Arbeit des Ost-Ausschusses konkret zusammenhing, verr\u00e4t uns Kronauer nicht. Er schildert aber deutsche Versuche, die kollabierte wirtschaftliche und die geschw\u00e4chte au\u00dfenpolitische Lage der zerfallenen Sowjetunion auszunutzen und ehemalige Teile davon in den eigenen Einflussbereich hineinzuziehen \u2013 wie es z.B im Fall der Ukraine trotz florierender wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit Russland 2014 passierte. <!--more--><\/p>\n<p>Die USA hingegen, so Kronauer, waren ebenfalls seit Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts daran interessiert, den m\u00f6glichen Rivalen um die Welthegemonie unten zu halten. Sp\u00e4ter kam zu diesem Interesse noch der ausgepr\u00e4gte Antikommunismus hinzu. Die Versuche, dem expandierenden Ostblock eine vergleichbare Macht entgegenzusetzen, m\u00fcndeten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum in die Gr\u00fcndung der NATO. Gleichzeitig versuchten aber die USA dem deutschen Expansionismus und der deutschen B\u00fcndelei mit Russland entgegenzuwirken. Wie auf Brzezinskis <i>The Grand Chessboard<\/i> geht es machtzynisch zu, als es gilt die kleineren, milit\u00e4risch zu vernachl\u00e4ssigenden Staaten Russlands Orbit zu entrei\u00dfen und in die NATO einzugliedern. Demgegen\u00fcber erscheint die von der BRD angetriebene EU-Erweiterung als ein Konkurrenzunternehmen. Die Kleinen aber, um die hier geschachert wird, gehen als willenlose Bauernopfer durch, \u00fcber deren Schicksal woanders entschieden wird. Das Beispiel Montenegros, welches 2017 gegen den Bev\u00f6lkerungswillen der NATO beitrat, ist in dieser Hinsicht bezeichnend. (Und der versuchte Putsch im Oktober 2016 mit deutlicher russischer Handschrift oder die pro-russischen Inszenierungen in Serbien im Januar 2019 umso bezeichnender. So wird offensichtlich auf diesem \u00bbSchachbrett\u00ab gespielt). Kronauer scheint es sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass die kleinen Nationen ihre guten Gr\u00fcnde haben, Russland nicht den R\u00fccken zuzukehren und im Zweifelsfall milit\u00e4risch nicht alleine dastehen wollen. Wie und warum sich solche Diskurse im Inneren \u00e4ndern und verschieben, wird aus der au\u00dfenpolitischen Perspektive allein nicht sichtbar. Hier kommen die sog. Farbrevolutionen ins Spiel, vor denen sich das russische Establishment so sehr f\u00fcrchtet, dass es seit 15 Jahren nicht mehr aufh\u00f6rt \u00fcber das \u00bbOrangene Gespenst\u00ab zu schimpfen. So sehr Kronauers Schilderungen ausl\u00e4ndischer (sprich: europ\u00e4ischer und US-amerikanischer) Einmischung in die Proteste richtig sind, sollte man nicht so tun, als w\u00e4re es die selbstverst\u00e4ndliche Pflicht eines jeden Untertans und einer jeden Untert\u00e4nin, ihre Despoten zu lieben und immer gegen die ausl\u00e4ndische Dekadenz zu verteidigen. Alles bezahlte und \u203aaufgestachelte\u2039 Leute, ohne eigenen Willen und Interessen, die auf die Stra\u00dfen gehen? Das h\u00e4tte man im Kreml gerne so. Bei den Protesten gegen das Verbot des Internetmessengers <i>Telegram<\/i> (der auch bei den Unruhen im Iran eine wichtige Rolle spielte) im Fr\u00fchjahr 2018 waren nicht nur die liberalen VertreterInnen st\u00e4dtischer Mittelschichten, sondern auch Nazis und radikale Linke dabei. An einem \u203aregime change\u2039 sind sie alle interessiert, k\u00f6nnen aber gegen die \u2013 ohne die Beteiligung ausl\u00e4ndischer Stiftungen hergestellte \u2013 Lethargie im Lande nichts ausrichten. All die Leute auf dem Maidan-Platz 2013\/14: F\u00fcr wie viel Geld lie\u00dfen sie sich von einem Bruch mit den sowjetischen Traditionen bei Polizei und Justiz, die die Ukraine wie die Luft zum Atmen gebraucht hat, \u00fcberzeugen? Ich frage mich, ob die Think-Tanks wissen, mit wie viel Geld, sagen wir mal, die zehn gr\u00f6\u00dften russischen St\u00e4dte sich \u203akippen\u2039 lassen, <i>Otpor<\/i> hin oder her? Oder weil es so gut zum Thema des Buches passt: Das w\u00fcsste vielleicht noch der Geheimdienst des Deutschen Reichs, der die Bolschewiken sponserte, als es im Zarenreich kriselte.<\/p>\n<p>Wo wir endlich beim Gegenspieler angelangt sind, erfahren wir etwas \u00fcber die Anf\u00e4nge des russischen Faschismus im Milieu der \u203awei\u00dfen\u2039 Emigration in Europa Anfang des 20. Jahrhunderts, vom sog. \u203aEurasismus\u2039, der sich fast folgenlos verl\u00e4uft, bis er hundert Jahre sp\u00e4ter vom allseits bekannten Alexander Dugin ausgebuddelt wird. Ich will nicht dar\u00fcber spekulieren, wie viel Herzblut im Wiederaufbau der russisch-europ\u00e4ischen Beziehungen seitens Russland in den 1990er und 2000er Jahren steckte, ob da wirklich an der europ\u00e4ischen Reserviertheit die Herzen brachen, oder ob es sich auf beiden Seiten um Gesch\u00e4fte handelte. F\u00fchlt sich die russische \u203aElite\u2039, also der von den Wirren der 90er Jahre nach oben gesp\u00fclte Nachwuchs des Sowjetsystems, zu wenig gesch\u00e4tzt, gar hintergangen? Wer sich so menschlich in die Staatsbelange einf\u00fchlt, hat fr\u00fcher wahrscheinlich auch an die Friedfertigkeit der UdSSR geglaubt.<sup><a name=\"t1\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 1\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f1\">(1)<\/a><\/sup> Wie auch immer, die neuen wirtschaftlichen Beziehungen werden vor allem in Ost- und Zentralasien, aber auch in Nord- und Zentralafrika ausgebaut, die alten wirtschaftlichen Beziehungen zu allen m\u00f6glichen Despotien sind reaktiviert und das Milit\u00e4r f\u00fcr neue Herausforderungen reformiert worden. Im Inneren wurde die Entwicklung von einer revanchistischen, neo-imperialen Religion des starken Staats, die sich postmodern gleichzeitig zaristischer und sowjetischer Symbolik bedient und vom aus der nationalistischen Mottenkiste geholten Russophobie-Gejammers des Modernisierungsnachz\u00f6glings (der so etwas wie der Vernichtungsantisemitismus nur gegen Russen sein soll) flankiert. Ich stimme Kronauer vollkommen zu: Leute wie Dugin sollte man nicht \u00fcbersch\u00e4tzen. Untersch\u00e4tzen allerdings auch nicht, und sie haben ihre Rolle durchaus gespielt.<sup><a name=\"t2\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 2\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f2\">(2)<\/a><\/sup> Um ein Gleichgewicht der Kr\u00e4fte wie einst im sog. Kalten Krieg geht es Russland nicht mehr. Ich werde hier auf die Schilderungen eines von Nazis durchgef\u00fchrten Maidans nicht n\u00e4her eingehen, auch nicht auf den sog. \u203aB\u00fcrgerkrieg\u2039 im Osten der Ukraine. Es ist ja nicht so, dass <i>InformNapalm.org <\/i>nicht gen\u00fcgend Beweise f\u00fcr die Pr\u00e4senz russischer Armeeverb\u00e4nde in den sog. Volksrepubliken gesammelt h\u00e4tte, dass man heutzutage das Gerede vom \u00bbB\u00fcrgerkrieg\u00ab noch ernst nehmen m\u00fcsste. Der Sinn und Zweck von \u203aprivaten\u2039 paramilit\u00e4rischen Verb\u00e4nden wie z.B. <i>Wagner<\/i>, ist eben, die Pr\u00e4senz der regul\u00e4ren Truppen zu vertuschen, die so \u203aprivat\u2039 seien, wie der Krieg ein \u00bbB\u00fcrgerkrieg\u00ab ist, in dem Russland irgendwelchen Aktivisten nur \u00bbunter die H\u00e4nde gegriffen\u00ab h\u00e4tte.<sup><a name=\"t3\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 3\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f3\">(3)<\/a><\/sup> Alles nur ein gerechter Gegenschlag, inklusive der breit gestreuten Desinformation und F\u00f6rderung rechtsextremer Parteien und Organisationen in der EU. \u00bbAuge um Auge\u00ab, wie Kronauer schreibt. So abstrakt der Feind, d.h. der Liberalismus, so wenig kann er es Russland wieder recht machen. Wem galt das gemeinsame <i>Sapad<\/i>-Man\u00f6ver 2017 mit Belarus? Der NATO, dem \u00bblieben Nachbar\u00ab Lukaschenko gar? Wem versprach Putin das christliche Paradies, w\u00e4hrend der Rest der Welt direkt im atomaren Feuer verbrennen sollte? Es richtete sich, genau wie der nekrophile Siegeskult, die geplante Milit\u00e4rkathedrale in Tarnbemalung und die wiederholten Berichte \u00fcber die Zerschlagung des IS und den Abzug russischer Truppen aus Syrien<sup><a name=\"t4\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 4\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f4\">(4)<\/a><\/sup>, an die eigenen Untertanen, die weiterhin hinter ihren ungeschickten Herrschern stehen sollen. Die sog. Volksrepubliken sind eine halbe L\u00f6sung und somit keine ganze, das Publikum im Inneren verliert langsam das Interesse an dieser Avent\u00fcre. Den kollektiv getr\u00e4umten Siegeszug hat man aber oben wie unten bitter n\u00f6tig, ohne ihn klappt die russische Gesellschaft zusammen und der B\u00fcrgerkrieg kommt wom\u00f6glich dorthin, wo er hingeh\u00f6rt \u2013 ins potjomkinsche Gaspromdorf.<\/p>\n<p>J\u00f6rg Kronauer ist freilich ein Feind der deutschen bzw. EU-Bourgeoisie, was man\/frau ihm nicht ver\u00fcbeln kann. Und hier kommt die eigentliche Schwierigkeit. Er ist kein Freund der russischen UntertanInnen, die f\u00fcr die imperial-revanchistischen Bestrebungen ihres Racketstaates<sup><a name=\"t5\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 5\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f5\">(5)<\/a><\/sup> \u2013 ob freiwillig und bewusst oder nicht \u2013 mit \u00f6konomischem Wohlstand und politischer Selbstbestimmung bezahlen m\u00fcssen. Was dieses Gerede von der Freundschaft bezeichnen soll, ist nicht einfach zu erkl\u00e4ren. Zu subjektiv, zu unbestimmt ist die hier gebrauchte Begrifflichkeit. Was Russlands \u203aSiege\u2039 im Nordkaukasus, in der Ukraine oder in Syrien f\u00fcr diese Gesellschaften bedeutet, ist recht evident. Wir beim <i>Grossen Thier<\/i> haben im Laufe der Jahre viel mehr versucht zu bestimmen, was diese \u203aSiege\u2039 mit der russischen Gesellschaft machen. Darum geht es: Man kann kein Freund Russlands sein, ohne ein Freund der Ukraine zu sein. Einen Freund in diesem Sinne w\u00fcrde ich sogar Boris Reitschuster nennen, den \u00bbAutor mehrerer modischer Anti-Putin-B\u00fccher\u00ab, wie ihn Kronauer nennt. Ja, ich meine jenen Reitschuster, der vor lauter Demokratieduseligkeit und Friedfertigkeit auf die gewaltsamen Grundlagen des guten b\u00fcrgerlichen Staates nicht reflektieren und folglich keinen Unterschied zwischen dem NSU und den HausbesetzerInnen von der Rigaerstra\u00dfe 94 erkennen kann. Der wei\u00df wenigstens, wie das allt\u00e4gliche Leben eines durchschnittlichen rechtlosen Untertanen des \u203asiegreichen\u2039 Staates aussieht und w\u00fcnscht ihm eine baldige Ern\u00fcchterung vom patriotischen Rausch.<sup><a name=\"t6\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 6\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f6\">(6)<\/a><\/sup> Ohne diesen wiederum wird das kleptokratische Regime Putins, das angesichts der fallenden Erd\u00f6lpreise seine Untertanen nach dem Motto \u00bbMenschen sind das neue Erd\u00f6l\u00ab behandelt,<sup><a name=\"t7\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 7\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f7\">(7)<\/a><\/sup> recht schnell zusammenkrachen. Russland in seiner gegenw\u00e4rtigen Verfasstheit ist auf kleine siegreiche Kriege angewiesen.<\/p>\n<p>Ich empfehle das Buch selbstverst\u00e4ndlich weiter. Unter anderem als ein Beispiel, wie ein intellektueller Kniefall vor der Herrschaftslogik funktioniert. Wenn jemand aufgrund seines\/ihres zarten Alters noch nie gesehen hat, wie ein linker Intellektueller aus Deutschland diverse Despoten in Schutz nimmt, kann er oder sie hier mal nachschlagen.<sup><a name=\"t8\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 8\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f8\">(8)<\/a><\/sup> Die Aufgabe eines linken Intellektuellen besteht bekanntlich darin, zu jedem Schlamassel ein passendes Zitat zu finden, das das schlechte Ganze wieder gut und vern\u00fcnftig aussehen l\u00e4sst. Wie das von Karl Radek z.B.: \u00bbDie Spaltung im Lager des Imperialismus und die Fesselung des einen Feindes Sowjetrusslands durch die H\u00e4nde des anderen (sei) der Hauptfaktor der ganzen Geschichte der \u00e4u\u00dferen Politik Sowjetrusslands\u00ab. Jetzt d\u00fcrfte klar sein, dass wir nicht die sich versch\u00e4rfende Konkurrenz unter verschiedenen Bl\u00f6cken kapitalistischer Staaten erleben, sondern uns wieder im Systemgegensatz befinden.<sup><a name=\"t9\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 9\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f9\">(9)<\/a><\/sup><\/p>\n<p>Jewgenij Jewtuschenko, dessen ber\u00fchmte Gedichtzeile dem Buch als Titel dient, kann freilich nichts daf\u00fcr, dass er so gerne auf DDR-Nostalgieveranstaltungen sowie auf querfrontlerischen Friedensmahnwachen zitiert wird. \u203aBabyj jar\u2039 kennt man. Vielleicht wei\u00df man noch, wie er &#8211; wie immer in schlichten und genialen Worten &#8211; der Niederschlagung des Prager Aufstands 1968 durch die Sowjetarmee widersprochen hatte. Aber das politische Gesp\u00fcr hat auch dem alten Dichter einen Streich gespielt, als er sich 2015 der russischen Propaganda zur Verf\u00fcgung gestellt hatte.<sup><a name=\"t10\"><\/a><a title=\"Zur Fussnote 10\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#f10\">(10)<\/a><\/sup> Wie man sieht, ist Kronauers Buch in dieser Hinsicht fast ein abgerundetes Kunstwerk. Richtig ist zwar sein Hinweis, dass die notwendige Abr\u00fcstung auf beiden Seiten nur \u00bbgegen das Establishment erk\u00e4mpft\u00ab werden muss. Vielleicht kann er noch sagen, was \u00bbMeinst du, die Russen wollen Krieg?\u00ab eigentlich bedeutet \u2013 \u00fcbersetzt aus dem innen- und au\u00dfenpolitischen Orwellschen Sprech des Putin-Regimes?<\/p>\n<p>Kronauer, J\u00f6rg: Meinst Du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg, PapyRossa-Verlag 2018, 207 Seiten, ISBN 978-3-89438-650-4, 14,90 EUR<\/p>\n<p><span id=\"autorin\">Seepferd \/ Das Grosse Thier<\/span><\/p>\n<h4>Anmerkungen<\/h4>\n<p><a name=\"f1\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 1\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t1\">(1)<\/a> Theodor W. Adorno z.B. wurde auch unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht russlandduselig. Von diesem Geist der kritischen Unabh\u00e4ngigkeit k\u00f6nnen deutsche Friedensbewegte und antideutsche Antiimperialisten wie Kronauer heute noch ein St\u00fcck abschneiden: \u00bb[&#8230;] es ist Ausdruck der verstrickten und verblendeten Situation, die auf jenes absolute Grauen hintreibt, dass sie noch die Wahrheit dar\u00fcber in die L\u00fcge zu verkehren droht, indem sie sie in den Dienst der L\u00fcge nimmt. Friedensaufruf und \u00c4chtung der Atomwaffen sind ein St\u00fcck der Sowjetpropaganda, die darauf abzielt, allerorten die humanen Regungen daf\u00fcr zu missbrauchen, dass der Widerstand gegen die Gewalt gebrochen werde, die von der Sowjetunion ausgeht und die nicht z\u00f6gern wird, den Krieg zu entfesseln, wenn die Moskauer Herrscher glauben, dass sie ihn gewinnen k\u00f6nnen. [\u2026] Heute ist Politik weithin blo\u00dfe Fassade geworden. Sie meint nicht mehr die Verwirklichung der Humanit\u00e4t, sondern zwischenstaatliche Machtk\u00e4mpfe. [\u2026] Wer naiv, in der traditionellen Sprache des Pazifismus, zur \u00c4chtung des Krieges aufruft, nimmt dabei stillschweigend die rote Armee und ihre ordensgeschm\u00fcckte Gener\u00e4le aus; wer das Grauen des Atomkrieges ausmalt, deckt willentlich oder unwillentlich zugleich die V\u00f6gte und Folterknechte, die ungez\u00e4hlte Millionen von Arbeitssklaven in Konzentrationslagern halten und Intellektuelle wie Meyerhold, die in die offizielle Kulturbarbarei hineinpassen, umbringen. In einer Welt, in der die Gedanken mehr denn je in die Zweckzusammenh\u00e4nge verflochten sind, gen\u00fcgt es nicht vom Frieden zu reden. Man muss fragen, wer vom Frieden redet, in wessen Auftrag und in welcher Funktion. [\u2026] Internationale Solidarit\u00e4t, auf die zu berufen jenen am schlechtesten ansteht, in deren Wahlheimat Kosmopolitismus das \u00e4rgste Schimpfwort ist, wird zum Vorwand f\u00fcr f\u00fcnfte Kolonnen, Agenten des russischen Nationalismus in den L\u00e4ndern, in denen Menschliches \u00fcberhaupt noch atmen kann. Den freien L\u00e4ndern loyal zu helfen, die Freiheit zu verteidigen, ist heute das H\u00f6here, als den Internationalismus im eigenen Lande auf die Sowjetheimat abzustimmen\u00ab. In: Die UdSSR und der Frieden, GS, Bd. 20\u2013I, Vermischte Schriften I<\/p>\n<p><a name=\"f2\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 2\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t2\">(2)<\/a> Mit der Person Dugin werden wir uns sp\u00e4ter an anderer Stelle etwas eingehender besch\u00e4ftigen. Dass in den sog. ostukrainischen Volksrepubliken noch Verb\u00e4nde unter den Fahnen verbotener Organisationen wie <i>Russischer Nationaler Einheit <\/i>und der <i>National-Bolschewistischer Partei<\/i> k\u00e4mpfen, ist ein Fakt. Der von der <i>Frankfurter Buchmesse<\/i> 2018 hofierte ehemalige National-Bolschewik Prilepin erkl\u00e4rte einmal, dass die Veteranen der National-Bolschewistischen Partei die sog. Volksrepubliken als ihr eigenes Werk ans\u00e4hen. Da sind viele Aktionen in den 90er Jahren auf der Krim und in den baltischen Staaten oder der gescheiterte Versuch, im Jahr 2000 auf eigene Faust Nordkasachstan abzuspalten. \u00dcber das merkw\u00fcrdige Verh\u00e4ltnis von Staatsideologie und eben solchen \u203amarginalen\u2039 Gruppierungen habe ich im Juli 2018 in Halle a.d. Saale gesprochen. Au\u00dferdem findet sich in den depressiven Regionen Russlands gen\u00fcgend bereitwilliges Menschenmaterial, welches in solchen Abenteuern wie in der Ostukraine eine willkommene Gelegenheit zum Geldverdienen sieht. Es zeigt sich wieder, dass es ebenso widersinnig ist, Au\u00dfenpolitik ohne Innenpolitik zu diskutieren, wie die Binnenm\u00e4rkte vom Weltmarkt separieren zu wollen.<\/p>\n<p><a name=\"f3\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 3\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t3\">(3)<\/a> <a href=\"http:\/\/informnapalm.rocks\/pmc_rush\">http:\/\/informnapalm.rocks\/pmc_rush<\/a><\/p>\n<p><a name=\"f4\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 4\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t4\">(4)<\/a> Der <i>Islamische Staat<\/i> wurde in meiner Erinnerung von Russland offiziell bereits drei Mal zerschlagen, wahrscheinlich damit\u2018s besser h\u00e4lt. Die Truppen musste man ebenfalls drei Mal zum Nachhausegehen auffordern.<\/p>\n<p><a name=\"f5\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 5\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t5\">(5)<\/a> Zum russischen Racketstaat siehe: Thorsten Fuchshuber: Meister der Rackets: Die Russische F\u00f6deration unter der Herrschaft von Wladimir Putin, in: <i>sans phrase<\/i> Nr. 7, Herbst 2015. Die Ausrichtung auf den autorit\u00e4ren Staat fing allerdings nicht erst unter Putin an, sondern bereits 1993 noch unter Jelzin. Es w\u00e4re au\u00dferdem eine \u00dcberlegung wert, inwiefern Russland ein \u203aStaat der Kapitalisten\u2039 und kein \u203aStaat des Kapitals\u2039 ist, das aber bei anderer Gelegenheit.<\/p>\n<p><a name=\"f6\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 6\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t6\">(6)<\/a> Seitdem ich gesehen habe, wie Reitschuster es in den russischen Medien im Alleingang mit mehreren Kremlpropagandisten aufnahm, dazu noch in der ihm fremden Sprache, glaube ich tats\u00e4chlich, dass er ein Freund der Bev\u00f6lkerung Russlands ist und es ernst meint. Aber so paradox kann es manchmal sein: Reitschuster wei\u00df, was f\u00fcr eine Gesellschaft Russland ist, und will nicht wissen, was f\u00fcr eine die BRD ist. \u00c4hnlich Thomas von der Osten-Sacken \u00fcbrigens, der ganz genau wei\u00df, wie die iranische Gegenrevolution aussieht und das Ende der Revolution einfordert: <a href=\"https:\/\/dasgrossethier.wordpress.com\/2018\/08\/24\/ein-schwieriges-verhaeltnis-thomas-von-der-osten-sacken-bahamas-und-die-revolution\/\">https:\/\/dasgrossethier.wordpress.com\/2018\/08\/24\/ein-schwieriges-verhaeltnis-thomas-von-der-osten-sacken-bahamas-und-die-revolution\/<\/a><\/p>\n<p><a name=\"f7\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 7\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t7\">(7)<\/a> Siehe z.B. zur j\u00fcngsten \u203aRentenreform\u2039, sprich -k\u00fcrzung in Russland: <a href=\"http:\/\/www.dekoder.org\/de\/gnose\/rentensystem\">www.dekoder.org\/de\/gnose\/rentensystem<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.dekoder.org\/de\/article\/inosemzew-putin-inflation-wirtschaftskrise-rentenreform\">www.dekoder.org\/de\/article\/inosemzew-putin-inflation-wirtschaftskrise-rentenreform<\/a><\/p>\n<p><a name=\"f8\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 8\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t8\">(8)<\/a> Oder etwas k\u00fcrzer, aber umso pr\u00e4gnanter in der <i>konkret<\/i> Nr.1\/2019, als es um den Konflikt in der Meeresenge von Kertsch Ende November 2018 ging: \u00bbVon dem Vorwurf, die Br\u00fccke [die die russische Halbinsel Taman mit der von Russland besetzten Krim verbindet \u2013 Anm. seepferd] reduziere den Umschlag in den ukrainischen H\u00e4fen Mariupol und Berdjansk dramatisch, hielt die Beratergruppe ebenfalls nicht viel. Zwar seien in Mariupol zuletzt erheblich weniger Waren verladen worden als noch 2013; dass die Gruben und die Fabriken von Donezk und Luhansk aus bekanntem Grund beeintr\u00e4chtigt seien\u00ab. (S. 14) So geht das auch, wenn\u2018s sein muss: der \u203abekannte Grund\u2039, n\u00e4mlich der Krieg (und kein \u00bbB\u00fcrgerkrieg\u00ab) in der Ostukraine findet im Kronauers Artikel sonst keine Erw\u00e4hnung, wird aber als Voraussetzung der ganzen Situation machtzynisch hingenommen und verteidigt. Somit lohnt es sich nicht mehr, auf die restliche \u203aArgumentation\u2039 einzugehen.<\/p>\n<p><a name=\"f9\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 9\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t9\">(9)<\/a> Im antiimperialistischen Lager wurden allen Ernstes verzweifelte Versuche unternommen, den Konflikt anhand der Leninschen Imperialismus-Theorie auszumessen. Hier als Beispiel eine Positionierung von Klaus Hartmann vom <i>Deutschen Freidenker Verband<\/i>: <a href=\"http:\/\/www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/freidenker-14-04-hartmann.pdf\">www.freidenker.org\/fw17\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/freidenker-14-04-hartmann.pdf<\/a> \u00bbDie Einsch\u00e4tzung Russlands als Friedensmacht und Verb\u00fcndeten der Friedensbewegung entspringt also der \u00f6konomischen Analyse, nicht der Mythologie oder dem Reich der Tr\u00e4ume. Die russische Politik entspricht den Interessen der Werkt\u00e4tigen der Russischen F\u00f6deration wie der aller anderen L\u00e4nder, auch der Werkt\u00e4tigen in Deutschland.\u00ab Alles klar?<\/p>\n<p><a name=\"f10\"><\/a><a title=\"Zum Text zur\u00fcck 10\" href=\"https:\/\/www.conne-island.de\/nf\/257\/9.html#t10\">(10)<\/a> <a href=\"https:\/\/iz.ru\/news\/582932\">https:\/\/iz.ru\/news\/582932<\/a> Ich erspare mir die \u00dcbersetzung, m\u00f6ge jeder und jede bei Interesse sich selbst irgendwie das Bild verschaffen. Der Dichter reimt z.B. \u00bbMakejewka\u00ab (ein Vorort von Donezk) mit \u00bbOK\u2018ejewka\u00ab (so hie\u00dfe er vermutlich unter der NATO-Besatzung). Selbst bei ber\u00fchmten Dichtern r\u00e4cht sich die L\u00fcge an der Sprache. Majakowski wusste das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(in der Mai-Ausgabe des Conne Island Newsletters, CEEIEH #257 erschienen. &#8211; liberadio) Buchrezension von J\u00f6rg Kronauers \u00bbMeinst du, die Russen wollen Krieg? Russland, der Westen und der zweite Kalte Krieg\u00ab Eines der wenigen Dinge, an die ich mich, ehrlich gesagt, &hellip; <a href=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=2209\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1968,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[32,22,102,105,72,40,133,50,18,69,132,12,27,78],"class_list":["post-2209","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-text","tag-adorno","tag-books","tag-europe","tag-far_right","tag-germany","tag-liberalism","tag-revolt","tag-russia","tag-state","tag-syria","tag-ukraine","tag-usa","tag-war","tag-left"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1968"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2209"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2209\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2213,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2209\/revisions\/2213"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}