{"id":137,"date":"2010-11-22T16:07:32","date_gmt":"2010-11-22T15:07:32","guid":{"rendered":"http:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=137"},"modified":"2018-09-06T23:15:30","modified_gmt":"2018-09-06T21:15:30","slug":"sozialphilosophie-des-revolutionaren-syndikalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=137","title":{"rendered":"Sozialphilosophie des revolution\u00e4ren Syndikalismus"},"content":{"rendered":"<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>Alexej Borowoj<\/strong><\/p>\n<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><em>(geschrieben Anfang des 20. Jh.)<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\"><em><a href=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?attachment_id=1821\" rel=\"attachment wp-att-1821\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1821\" src=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/files\/2010\/11\/3581_original.gif\" alt=\"\" width=\"177\" height=\"236\" \/><\/a><\/em>Bekam der Rationalismus auf dem Feld der abstrakten Arbeit heute den st\u00e4rksten Schlag von Philosophie Bergsons, so wurde im Praktischen der Syndikalismus zu seinem erbittertesten Feind. Dieser hat die dogmatischen Fesseln der Parteien und Programme abgestreift und ist von der Symbolik der Repr\u00e4sentation zur selbstst\u00e4ndigen Arbeit \u00fcbergegangen.<\/p>\n<p><!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } A:link { so-language: zxx } --><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Bestimmung der Charakteristik des revolution\u00e4ren Syndikalismus sollte mensch [aber] vorsichtig sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Um die Natur [des Syndikalismus] richtig einzusch\u00e4tzen, muss mensch sich die tiefe Kluft zwischen dem Syndikalismus als eine Form der Arbeiterbewegung, die \u00fcber eine proletarische Klassenorganisation verf\u00fcgt, und dem [Syndikalismus] als der (einer?) &#8220;neuen Schule&#8221; des Sozialismus, dem &#8220;Neomarxismus&#8221;, welcher eine theoretische Weltanschauung darstellt, die auf den Fundament der kritischen Reflexion \u00fcber den Arbeitersyndikalismus gewachsen ist, unterscheiden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das sind zwei verschiedene Welten, die voneinander unabh\u00e4ngig existieren; dieser Umstand wird allerdings von Forschern und Kritikern des Syndikalismus immer noch nicht ausreichend beachtet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">An dieser Stelle soll uns nur der &#8220;proletarische Syndikalismus&#8221; interessieren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Seine Entwicklung baute auf folgenden Hauptprinzipien auf:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">a) der Primat der Bewegung vor der Ideologie;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">b) Freiheit der sch\u00f6pferischen Selbstbehauptung der Klasse;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">c) Autonomie des Individuums in der Klassenorganisation.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Alle Gedankengeb\u00e4ude des Marxismus fu\u00dften auf der \u00dcberzeugung, dass es m\u00f6glich sei, allgemeine, d.h. abstrakte Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung zu erkennen und daraus folgernd soziologische Prognosen aufstellen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Syndikalismus ist gem\u00e4\u00df seiner Natur der vollkommene Verzicht auf jegliches soziologische Rezept. Der Syndikalismus ist eine unendlich flie\u00dfende Sch\u00f6pfung, die sich nicht im Rahmen einer absoluten Theorie oder einer vorbestimmten Methode einengen l\u00e4sst. Der Syndikalismus ist eine Bewegung, die seine weitere Entwicklung bestimmenden und seine Richtung diktierende Stimuli in sich selbst sucht und findet; nicht die Theorie beherrscht die Bewegung, sondern Theorien werden in ihm geboren und sterben auch ebenda.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Syndikalismus ist ein Prozess unaufh\u00f6rlicher Entfaltung proletarischen Selbstbewusstseins. Er zwingt seinen Anh\u00e4ngern keine unver\u00e4nderlichen Losungen auf, vielmehr l\u00e4sst er ihnen einen genauso gro\u00dfen Spielraum f\u00fcr freie positive Sch\u00f6pfung ebenso wie f\u00fcr freie zerst\u00f6rerische Kritik. Er kennt keine &#8220;<em>verba magistri<\/em>&#8220;, auf die zumindest proletarische politische Parteien schw\u00f6ren. Im Gegensatz zum genanntem Parteikatechismus, der, &#8220;zuvorkommend&#8221; wie er ist, auf jede Frage, die bei seinen Gl\u00e4ubigen auch nur entstehen k\u00f6nnten, bereits eine Antwort parat h\u00e4lt, pulsiert im Syndikalismus w\u00fctende Lebensfreude, die bereit ist, mit allen Waffen jede Frage zu beantworten, es dabei jedoch vermeidet, sich in schwerf\u00e4llige dogmatische R\u00fcstung[en] zu kleiden. In einer politischen Partei ist der Proletarier ein Ausf\u00fchrender, der an parteiliche Formalit\u00e4ten, Berechnungen, Intrigen gebunden ist; im Syndikalismus ist er ein Sch\u00f6pfer, dessen Wille von niemandem bestritten wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><!--more-->Die schw\u00e4chste Stelle des &#8220;orthodoxen&#8221; Marxismus besteht in dem schreienden Widerspruch zwischen dem &#8220;revolution\u00e4rem&#8221; in Bezug auf seine Endziele und dem friedlichen, reformistischen Charakter seiner &#8220;Bewegung&#8221;, zwischen strengen Forderungen eines unvers\u00f6hnliches &#8220;Klassenkampfes&#8221; und dessen praktische Unterordnung unter parlamentarischer Parteipolitik.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diesen leidlichen, den eigentlichen Sinn der Bewegung in Verruf bringenden Widerspruch gibt es im Syndikalismus nicht, es kann ihn nicht geben. Denn dieser wird in der proletarischen Umgebung &#8211; unter den Produzenten &#8211; gebrochen; Bewegung und Ziel flie\u00dfen zusammen, weil sie von derselben Natur sind. Die &#8220;Bewegung&#8221; ist genauso revolution\u00e4r wie das &#8220;Ziel&#8221;. Letzterer bedeutet die Zerst\u00f6rung der aktuellen Klassengesellschaft mit ihrem System der Lohnarbeit, die mit allen Formen des staatlich-kapitalistischen Parasitismus den Geist der Klassenfeindschaft diktiert. So ist das Endziel des Syndikalismus gleichzeitig auch die wirkliche Losung eines jeden getrennten Moments seiner Bewegung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Von Standpunkt des Syndikalismus aus gesehen, ist die Zukunft ein Produkt einer Sch\u00f6pfung, eines komplexen, f\u00fcr Berechnungen unzug\u00e4nglichen Prozesses, welcher durch einschlie\u00dfende Faktoren modifiziert wird, und dies in einer Art und Weise tut, die manchmal radikal die Umwelt ver\u00e4ndert, in der gerade ein Sch\u00f6pfungsakt stattfindet. Diese Zukunft zu kennen, wie es orthodoxe Konsumenten von Parteimanifesten es meinen zu tun, ist unm\u00f6glich. Umgekehrt verbirgt sich unter der angeblich realistischen Oberfl\u00e4che parteiischer und parlamentarischer Weisheit des Reformismus, ein uferloser Utopismus, ein Glaube, dass es mit w\u00f6rtlichen \u00dcberzeugungen und partiellen Experimenten m\u00f6glich sei, ein komplexes, tief in unserer Psyche wurzelndes System zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber es ist m\u00f6glich, zu w\u00fcnschen, die Gegenwart zu ver\u00e4ndern und die Zukunft entsprechend dem Willen aufzubauen, der unmittelbar in realen, lebendigen Formen der Produzentenorganisation zusammenflie\u00dft \u2013 in den Klassenorganisationen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Wille des Proletariats, sein Klassenbewusstsein, seine sch\u00f6pferischen M\u00f6glichkeiten, die Stufe seiner kulturellen Reife, seine pers\u00f6nliche St\u00e4rke \u2013 Initiative, Heldentum, Verantwortungsbewusstsein \u2013 das sind revolution\u00e4re Faktoren der Geschichte!<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000\">Der Wille des Produzenten ist das geistige Zentrum der proletarischen Bewegung.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ein Syndikat ist aus diesem Grund eine Arena f\u00fcr die breiteste, umfassendste Entwicklung des Individuums. Ein Mitglied eines Syndikats gibt seine religi\u00f6sen, philosophischen, wissenschaftlichen, politischen \u00dcberzeugungen nicht auf. Nach einer treffenden Aussage eines Propagandisten des Syndikalismus, sei das Syndikat &#8220;eine sich stets \u00e4ndernde Verl\u00e4ngerung der Individuen, aus denen er besteht&#8221;; das Syndikat &#8220;wird vom Typus der geistigen Anspr\u00fcche seiner Mitglieder gepr\u00e4gt&#8221;.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Wille des Produzierenden, dieses, wie wir schon sagten, geistigen Zentrums der Bewegung, ist weder Ideologenphantasie, noch etwas sich selbst erzeugendes. Dieser Wille ist eine \u201eobjektive Tatsache\u201c, ein Produkt von bestimmten techno-\u00f6konomischen Bedingungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Syndikalismus ist die Frucht jener Zersplitterung im Proletariat, die sich unter dem Einfluss des technischen Fortschritts und steigender Anforderungen an den Arbeiter ereignete.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Orthodoxer Marxismus st\u00fctzte sich in seinen Konstrukten auf die urspr\u00fcngliche kapitalistische Fabrik mit dem &#8220;de-spezialisierten&#8221; Arbeiter \u2013 dem ungelernten und bis zur Rolle eines blo\u00dfen Arbeitsmittel erniedrigten Arbeiter. Die Fabrik war ein eigenartiges Mikrokosmos, in dem der Wille des unmittelbaren Produzenten dem Willen des Besitzers, eines kontrollierenden Organs, untergeordnet war, und in dem vom Arbeiter \u2013 nach der allgemeinen Regel \u2013 keine bewusste Initiative, sondern ein blinder Gehorsam gefordert wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><a name=\"firstHeading\"><\/a> Syndikalismus entspricht einen neuen Stadium der kapitalistischen Entwicklung. An modernen Arbeiter werden dank der technisch gesteigerten Arbeitsbedingungen Intelligenzanforderungen gestellt. Die Intellektualisierung der Arbeit schreitet \u00fcberall schnell voran. Ungelernter Arbeiter macht Platz f\u00fcr den qualifizierten und extra-qualifizierten Arbeiter, wie technisch unterentwickelte Panzerkreuzer zu ihrer Zeit f\u00fcr Dreadnoughts und Superdreadnoughts Platz machen mussten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der moderne Arbeiter muss aktiv und selbstbewusst sein, Initiative, Flexibilit\u00e4t und Schnelligkeit bei der L\u00f6sung von technischen Problemen zeigen. Neben dem technischen Fortschritt wird der moderne Arbeiter durch den Anstieg des Klassenbewusstsein mit erzogen. Die Epoche des Arbeitsautomatismus ist zu Ende.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Moderne Arbeitsst\u00e4tten sollen einen selbst\u00e4ndigen Arbeiter mit der bewussten Unterordnung unter die Kollektivdisziplin vereinbaren, die von der Natur des kollektiven Arbeitens gefordert wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Nach all dem Gesagten ist klar, wie falsch die Anmerkungen von einzelnen Syndikalismuskritikern sind. Wenn er [der Syndikalismus] \u00fcberhaupt etwas vom Marxismus geerbt hat, dann nur dessen utopische Elemente. Derartige Anmerkungen sind nur m\u00f6glich, wenn mensch den <span style=\"color: #000000\">&#8220;proletarischen&#8221; Syndikalismus mit den mythologischen Konzeptionen Sorels durcheinander bringt. (1)<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der proletarische Syndikalismus aus seiner eigensten Natur heraus schlie\u00dft das &#8220;Utopische&#8221; aus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Zentrum des syndikalistischen Bewegung steht das Individuum, die einzig echte Realit\u00e4t der sozialen Welt. Individuen schlie\u00dfen sich nach Merkmalen, die ihre Positionen im Arbeitsprozess kennzeichnen, in bestimmten \u00f6rtlichen und beruflichen Gruppen zusammen, die Syndikate hei\u00dfen. Dieser Zusammenschluss stellt sich ganz konkrete reale Ziele: den Schutz von allt\u00e4glichen, \u00f6konomischen Interessen ihrer Mitglieder. Das Syndikat ist ein Mittel, eine Waffe in den H\u00e4nden der Arbeiter, aus denen es besteht \u2013 und nicht mehr als das. Ein Zusammenschluss von Syndikaten stellt eine Organisation der \u201eKlasse\u201c, eine \u201eproletarische Organisation\u201c dar. Die Klasse an sich ist nat\u00fcrlich eine Abstraktion, in der Welt der Dinge ist sie eine k\u00fcnstliche Gruppierung mit dem Zweck des Selbstschutzes einer bestimmten Gruppe von Individuen. Wenn wir vom \u201eWillen\u201c, der \u201ePsychologie\u201c, \u201ePolitik der Klasse\u201c sprechen, meinen wir offensichtlich keine au\u00dferhalb der Individuen selbst\u00e4ndig lebende Substanz, sondern einen Zusammenschluss von Individuen, die durch dieselbe Stellung in der Produktion, dem Bed\u00fcrfnis, die gleichen Interessen zu sch\u00fctzen, und die daraus resultierende Notwendigkeit des gleichartigen Handelns verbunden sind. Weil Individuen, die eine Klasse bilden, ihre individuellen Bed\u00fcrfnisse befriedigen, vollbringen sie Handlungsakte, die zum Bereich der individuellen Psychologie und des individuellen Handelns geh\u00f6ren. Weil sie solidarisch handeln, um ein f\u00fcr sie alle gemeinsames Interesse zu sch\u00fctzen, weil sie nicht als Menschen, sondern als Proletarier handeln, vollbringen sie Handlungsakte, die zum Bereich der Klassenpsychologie und der Klassenaktion geh\u00f6ren. Ein Mensch mit seinen individuellen Handlungen nat\u00fcrlich macht nichts klassenbezogenes, obwohl er schon nicht nur erraten, sondern auch sicher wissen k\u00f6nnte, wie sich seine Genossen im Arbeitsprozess verhalten w\u00fcrden; folglich auch, wie sich die Klasse verh\u00e4lt. Dass eine einzelne Person etwas \u201eklassenhaftes\u201c in sich tr\u00e4gt, w\u00fcrde die Annahme von irgendwelchen abstrakten, \u201emittleren\u201c Individuen bedeuten, von der Unm\u00f6glichkeit dessen haben wir doch schon genug gesprochen. Aber das Individuum kann auch als Mitglied einer Klasse auftreten, wenn es als Mitglied der Gruppe auftritt, indem es bewusst gewordene Interessen der Gruppe verteidigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Einer der hervorragendsten praktischen Anh\u00e4nger des Syndikalismus charakterisiert den allgemeinen Plan syndikalistischer Organisation in folgenden Worten: \u201eHier (in der Allgemeinen Konf\u00f6deration der Arbeit) ist Zusammenschluss, aber keine Zentralisation, von hier aus geht der Impuls aus, aber keine Regierung. \u00dcberall ist das f\u00f6deralistische Prinzip: auf jeder Stufe, jede Organisationseinheit ist selbst\u00e4ndig \u2013 Individuum, Syndikat, F\u00f6deration oder Arbeitsb\u00f6rse&#8230; Der Impuls zu Handeln kommt nicht von oben, sondern aus jedem beliebigen Punkt und die Vibration greift, sich immer ausweitend, auf die ganze Masse der Konf\u00f6deration \u00fcber\u201c.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Syndikalistische Absage an Rationalismus, Wissenschaft und wissenschaftliche Voraussage als Anf\u00fchrer seiner allt\u00e4glichen Politik, Absage an die repr\u00e4sentative Demokratie und Parlamentarismus als die Vorherrschaft der Ideologen, ist in erster Linie ein Produkt der \u201eMassenpsychologie\u201c, die den Utopismus eigentlich gar nicht mag.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Und tats\u00e4chlich: Im Vermischen das Syndikalismus mit dem &#8220;Individualismus&#8221; oder mit &#8220;Gewalt&#8221; als Methode des Klassenkampfes ist nichts Utopisches.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Absoluter Individualismus und revolution\u00e4rer Syndikalismus sind direkt antinomisch. Derjenige \u201einbr\u00fcnstige\u201c und \u201eangespannte\u201c Individualismus, \u00fcber den einige Syndikalisten schreiben, der tats\u00e4chlich dem Syndikalismus innewohnt und ohne den der derselbe Syndikalismus als selbst\u00e4ndige \u2013 ohne parteiliche F\u00fchrung \u2013 Form der proletarischen Bewegung nicht m\u00f6glich w\u00e4re, wurde niemals und nirgendwo in Sinne einer Absage an \u201eGesellschaftlichkeit\u201c oder sogar deren bedeutenden Einschr\u00e4nkung zugunsten der Willk\u00fcr des einzelnen Individuums proklamiert. Die eigentliche M\u00f6glichkeit solcher Behauptungen fu\u00dft einerseits auf der \u00dcbersch\u00e4tzung der Rolle des Anarchismus im Syndikalismus, andererseits auf einer veralteten Vorstellung des Anarchismus als einer absolut individualistischen Lehre. Aber so ein Anarchismus existiert heute gar nicht und diejenigen Anarchisten, die in den Syndikalismus eingingen und da eine bedeutende Rolle spielten, waren am wenigsten absolute Individualisten gewesen. Selbst der Redakteur des offiziellen Presseorgans der Konf\u00f6deration (<em>La voix du Peuple<\/em>), der Anarchist Emile Pouget, der in all seinen Schriften die fruchtbare Rolle der sch\u00f6pferischen Initiative des Individuums betonte und die Rolle der \u201ebewussten\u201c Mehrheit gut verstand, war niemals in irgendeiner Beziehung <em>Stirnerianer<\/em> oder <em>Nietzscheaner<\/em>.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Ebenso falsch w\u00e4re, den &#8220;Utopismus&#8221; in der &#8220;Gewalt&#8221; des Syndikalismus erkennen zu wollen. Die Mehrheit der Forscher versteht diese Gewalt normalerweise in einem absichtlich &#8220;materialistischen&#8221; Sinne, im Sinne eines unmittelbaren Zwangs zu einer bestimmten Handlung oder einer unmittelbarer Zerst\u00f6rung von etwas.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber die &#8220;Gewalt&#8221; des Syndikalismus ist kein Terror.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Terror, der in den Rahmen des traditionellen anarchistischen Rechts passt, ist aus den Kampfmethoden des revolution\u00e4ren Syndikalismus v\u00f6llig ausgeschlossen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das, was in der Sprache \u201etheoretischer Syndikalisten\u201c als \u201eGewalt\u201c bezeichnet wird, ist im Grunde anti-politische, au\u00dferparlamentarische Kampfmethodik oder \u00f6ffentliche Auftritte des Proletariats, die so genannte \u201eaction directe\u201c (direkte Aktion). Das letztere kann von vorne bis hinten legal sein und dabei nichts desto weniger revolution\u00e4r bleiben, weil sie immer die Fundamente des kapitalistischen Systems angreift; der revolution\u00e4re Syndikalismus \u2013 wie ihn Puoget wunderbar bestimmte \u2013 hat keine Angst vor \u201eReformen\u201c. Aber er k\u00e4mpft gegen ein System, das \u201eEinigungen\u201c mit den Bossen (dem Patronat) zum Prinzip macht und nicht \u00fcber gemischte Kommissionen, Arbeitsgerichte, Streiksregulierungen, \u201eR\u00e4te der Arbeit\u201c mit ihrer Kr\u00f6nung in der Form von eines \u201eOberrates der Arbeit\u201c hinauskommt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Syndikalismus geht davon aus, dass &#8220;Gewalt&#8221;, die Folge jedweden &#8220;Rechts&#8221;, die unumg\u00e4ngliche Begleiterin jeder Zwangssanktion ist. Es gibt kein organisiertes &#8220;Recht&#8221; ohne Gewalt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aber neben dem Recht \u2013 dem \u00f6ffentlichen und dem b\u00fcrgerlichen, dem vom Staat sanktionierten \u2013 gibt es noch ein anderes ungeschriebenes Recht, das auf dem kollektiven Glauben, der auf der kollektiv hervorgebrachten \u00dcberzeugung beruht, dass die Anspr\u00fcche berechtigt sind \u2013 sowohl die Anspr\u00fcche des Individuums als auch der gesellschaftlichen Klasse auf das volle Produkt ihrer Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Jede gesellschaftliche Klasse hat das Bewusstsein von diesem Recht. Und das \u201eproletarische\u201c Recht ist dem \u201ekapitalistischen\u201c zutiefst feindlich. Die Anwesenheit eines solchen Rechtsbewusstseins und sein prinzipieller Inhalt, durch den Bruch mit allen anderen Klassen geformt, bestimmt die geistige Geburt der Klasse. Und der Bruch zwischen den Klassen ist umso vollkommener, je sch\u00e4rfer, je heller ihr Rechtsbewusstsein. \u201eJe kapitalistischer die Bourgoisie \u2013 schrieb treffend Sorel \u2013 desto kriegerischer wird das Proletariat sein, desto mehr gewinnt die Bewegung\u201c. Und weil das \u201eRecht\u201c einer Klasse es f\u00fcr gew\u00fcnscht oder gerechtfertigt h\u00e4lt, das \u201eRecht\u201c einer anderen Klasse zu beschr\u00e4nken oder abzuschaffen, und die Klasse ihr \u201eRecht\u201c zu verwirklichen versucht, greift sie zur \u201eGewalt\u201c.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201eJede gesellschaftliche Klasse \u2013 schreibt italienischer Syndikalist Olivetti \u2013 jede politische Gruppe versucht, Gewalt gegen andere [Gruppen] anzuwenden und Gewalt gegen sich selbst zu unterbinden, die eigene Gewalt zu verrechtlichen und gegen die Gewalt der anderen zu k\u00e4mpfen. Keiner Gruppe von Menschen gelang es jemals, anders zu siegen, als mit Hilfe der Gewalt\u201c.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Deswegen ist die \u201eGewalt\u201c des revolution\u00e4ren Syndikalismus nicht nur ein organisierter Angriff auf das kapitalistische Regime, sondern gleichzeitig auch notwendiger Selbstschutz, eine Antwort auf die Angriffe des \u201ebourgeoisen\u201c Rechts auf das \u201eproletarische\u201c. Diese \u201eGewalt\u201c &#8211; im wahren Sinne des Wortes \u2013 ist der Kampf ums \u00dcberleben; und der Inhalt des syndikalistischen \u201eRechts\u201c ist nicht das Ausrufen der \u201eDiktatur\u201c des Proletariats, sondern die Herstellung der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Das hier ist, wenn es darauf ankommt &#8211; eine vorl\u00e4ufige Charakteristik der Philosophie des revolution\u00e4ren Syndikalismus. Sie erlaubt es immerhin, zu behaupten, dass der Arbeitersyndikalismus, der selbst\u00e4ndig wuchs und sich entwickelte, der jegliche &#8220;theoretische&#8221; Phantasien mied, in seiner Bewegung einige Momente geschaffen hat, die erstaunlicherweise die ihm, so scheint es, so ferne philosophische Lehre Bergsons beinhalteten. Einer der einflussreichsten Vertreter des theoretischen Syndikalismus, Lagardelle, protestierte einmal dagegen, dass viele in der \u201eanti-intellektualistischen Philosophie Bergsons philosophische Grunds\u00e4tze des Syndikalismus \u201c zu erkennen versuchen. \u201eDas ist falsch, \u2013 schrieb er \u2013 eine Analogie ist da, ein Zufall, \u00c4hnlichkeit in gewissen wichtigen Punkten. Aber das ist alles\u201c.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Anmerkung ist f\u00fcr uns \u00e4u\u00dferst wertvoll. Umso bezeichnender und wichtiger wird dieser \u201eZufall\u201c, diese \u201e\u00c4hnlichkeit in einigen gewissen wichtigen Punkten\u201c, wenn die Grunds\u00e4tze sich, ohne jeglichen Einfluss seitens des franz\u00f6sischen Philosophen, selbst\u00e4ndig formierten. Das hei\u00dft, dass philosophische Bewegung gegen die \u201eVernunft\u201c als die einzige Quelle der Erkenntnis nicht alleine ist, dass neben ihr, aber von ihr unabh\u00e4ngig, die vielleicht ideell m\u00e4chtigste Bewegung der Gegenwart sich in die selbe Richtung geht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wir wissen bereits, dass alle Gedanken Bergsons aus seiner allgemeiner Vorstellung vom Leben als von einem endlosen, geschlossenen, unteilbaren und ununterbrochenen Fluss resultieren. Jegliche Zerst\u00fcckelung des Flusses durch die Vernunft, d.h. jede wissenschaftliche Arbeit gibt uns nur eine abstrakte, beschr\u00e4nkte Vorstellung vom Leben und seinen Erscheinungen. Nur das intuitive Wissen erlaubt es uns, in das Objekt hinein zu gelangen, das Leben und seine Erscheinungen in ihrem inneren und tiefsten Wesen zu begreifen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Und der Syndikalismus, diese praktische Arbeiterbewegung, wird von denselben Ideen befl\u00fcgelt. Bergsons Lehre vom Leben ist den Ansichten von Syndikalisten \u00fcber den Syndikalismus sehr nahe. Sie stellen sich den Syndikalismus vor nicht wie eine erstarrte Form, die alle ihre Worte ausgesprochen, ihr Programm und ihre Taktik ein f\u00fcr alle Mal ausgearbeitet hat, sondern wie unendliche Klassensch\u00f6pfung, einen eigenartigen Arbeitsfluss, der sich weder im Rahmen von irgendwelchen absoluten Theorien noch im Rahmen ein f\u00fcr alle Mal stehender Methoden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wie bei Bergson, neben dem oberfl\u00e4chlichen, \u00e4u\u00dferlichen Vernunfts-Ich, das zur Befriedigung seiner praktischen Bed\u00fcrfnisse Sprache und wissenschaftliche Methoden erfunden hat, existiert noch ein tiefes, innerliches Lebens-Ich, dass sein Bewusstsein durch Intuition \u00f6ffnet. So lebt in der sozialen Philosophie des Syndikalismus derselbe Gegensatz bez\u00fcglich der sozialen Umwelt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Wirtschaft ist es der Gegensatz zwischen dem Tausch, einer vor\u00fcbergehenden Form, die die \u00e4u\u00dferlichen Bed\u00fcrfnisse der Gesellschaft bedient, und dem Produktionsprozess \u2013 einem tief liegenden inneren Mechanismus, der von der blo\u00dfen Existenz der Gesellschaft nicht zu trennen ist. (2)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auf der politischen Ebene stellt der Syndikalismus den Gegensatz dar zwischen dem legalen Reformismus, der den Kult kleiner Taten propagiert und dem revolution\u00e4ren Syndikalismus, der in seinen Siegen sein wahres Wesen, sein \u201eRecht\u201c behauptet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Syndikalismus hat eine neue Epoche in der Entwicklung des proletarischen Selbstbewusstseins er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Am Anfang spontan, unmittelbar aus dem Leben gewachsen, wird der Syndikalismus in unserer Zeit zum bewussten Klassenprotest gegen Rationalismus \u2013 gegen des blinden Glaubens an die Unfehlbarkeit der theoretischen Vernunft, die sich \u00fcberall durchsetzt kraft ihrer abstrakten Spekulationen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Syndikalismus behauptet die Autonomie des Individuums, behauptet den Willen der sch\u00f6pferischen und deswegen revolution\u00e4ren Klasse.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Im Syndikalisten leben nebeneinander \u201eleidenschaftlicher Individualismus\u201c, der eifers\u00fcchtig \u00fcber seine Freiheit wacht, und das spannende Gef\u00fchl des \u201eproletarischen Rechts\u201c. Der Syndikalist f\u00fchrt keine fremden Meinungen aus, ist aber ein unvers\u00f6hnlicher und heroischer K\u00e4mpfer, der durch seine Befreiung die Anderen befreit.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Und der Streit zwischen eifrigen Bef\u00fcrwortern des Rationalismus und seinen Feinden \u2013 so denke ich \u2013 ist nicht nur ein Zusammenprall zweier sich bek\u00e4mpfender geistiger Str\u00f6mungen, ist keine Kontroverse philosophischer Schulen, kein Wettstreit politischer Meinungen, sondern ein Kampf zweier Typen menschlichen Geistes.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">(1) Es ist aber notwendig, zwischen der \u201eUtopie\u201c und dem \u201esozialen Mythos\u201c bei Sorel zu unterscheiden. Eine Utopie ist eine vern\u00fcnftige Konstruktion, eine Frucht der Phantasie, der Inspiration eines Stubengelehrten. Und desto lebloser und entr\u00fcckter wird die Utopie, je mehr Beweise der Autor zu ihrem Schutz anf\u00fchrt. Die witzigsten und schlauesten Schemata k\u00f6nnen das Leben in seiner Vielf\u00e4ltigkeit nicht umfassen. Und das Leben lacht immer \u00fcber kraftlose Phantasien des menschlichen Verstandes. Der soziale Mythos ist keine vern\u00fcnftige Konstruktion, er ist ein einheitliches, lebendiges, unteilbares Bild, das intuitiv geschaffen wurde und subjektiv wahrhaftig ist, aber durch logische Argumentation ist er nicht beweisbar. Der soziale Mythos kann nicht in wissenschaftlichen Begriffen dargestellt werden. So ist z.B. der Mythos vom Gottesreich auf Erden, so ist der popul\u00e4rste und m\u00e4chtigste Mythos vom \u201eGeneralstreik\u201c, von der Revolution bei Sorel. Der Mythos flimmert von der F\u00fclle des wahren und ganzen Lebens, er kann nicht in rationalistische Zellen zerlegt werden, aber selbst ist er eine Quelle der Sch\u00f6pfung. Der einen Revolution\u00e4ren befl\u00fcgelnder Mythos ist mit dem religi\u00f6sen Feuer identisch, der die ersten Christen beherrschte. Er entzieht sich der Kontrolle durch die Vernunft, denn \u2013 so Sorel \u2013 er ist \u201ekeine Beschreibung der Dinge, er ist der Ausdruck des Willens\u201c.<\/p>\n<p>(2) Dieser Gegensatz ist f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige Wirtschaftsform wesentlich. Handelskapitalismus, der seiner Zeit den Weg dem industriellen Kapitalismus bereitete, damals ein unbestrittener und m\u00e4chtiger Marktherr, wird heute auf die bescheidene Rolle eines Agenten des industriellen Kapitals, der modernen Produktion reduziert.<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/sibokt.livejournal.com\/4852.html\">http:\/\/sibokt.livejournal.com\/4852.html<\/a><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus dem Russischen ins Deutsche \u00fcbersetzt von Ndejra<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alexej Borowoj (geschrieben Anfang des 20. Jh.) Bekam der Rationalismus auf dem Feld der abstrakten Arbeit heute den st\u00e4rksten Schlag von Philosophie Bergsons, so wurde im Praktischen der Syndikalismus zu seinem erbittertesten Feind. Dieser hat die dogmatischen Fesseln der Parteien &hellip; <a href=\"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=137\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1968,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,5],"tags":[10,45,133,30,15],"class_list":["post-137","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-text","category-translation","tag-anarchism","tag-borovoy","tag-revolt","tag-strike","tag-syndicalism"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1968"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=137"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1822,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/137\/revisions\/1822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=137"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=137"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=137"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}