{"id":1286,"date":"2013-12-05T14:53:55","date_gmt":"2013-12-05T13:53:55","guid":{"rendered":"http:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=1286"},"modified":"2024-06-29T22:54:55","modified_gmt":"2024-06-29T20:54:55","slug":"zur-kritik-der-grundlagen-der-lehre-p-a-kropotkins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/liberadio.noblogs.org\/?p=1286","title":{"rendered":"Zur Kritik der Grundlagen der Lehre P. A. Kropotkins"},"content":{"rendered":"<p><!-- P { margin-bottom: 0.21cm; }A:link { } --><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\"><i><span style=\"font-family: Times New Roman,serif\">Jehuda Solomonowitsch Grossman-Roschtschin<\/span><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><i><span style=\"font-family: Times New Roman,serif\">[In der Kropotkin-Kritik von Grossman-Roschtschin (1883-1934) sp\u00fcrt mensch deutlich die theoretische Position, die Grossman ab 1921-22 eingenommen hat. Vor allem das ganze Gerede vom Weltproletariat, das unter wissenschaftlicher Anleitung der Partei alles richtig macht&#8230; In der ersten Russischen Revolution stand er noch auf anarchistischen Positionen, machte bei Gruppen \u201eBrot und Freiheit\u201c in Genf und \u201eDer schwarze Banner\u201c in Kiew mit. Sp\u00e4ter wendete er sich dem revolution\u00e4ren Syndikalismus zu, 1919 k\u00e4mpfte er auf der Seite der Makhno-Armee. Nach seiner Wendung zum Bolschewismus arbeitete er bei RAPP (Russl\u00e4ndische Assoziation proletarischer Schriftsteller) und verfasste mehrere B\u00fccher \u00fcber die sog. proletarische Literatur und Kunst im Allgemeinen. &#8211; liberadio]<\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\" align=\"LEFT\">Kropotkin wurde zu seiner Zeit viel diskutiert, aber wenig studiert. Die russischsprachige Literatur \u00fcber Kropotkin ist \u00e4u\u00dferst d\u00fcrftig. Nat\u00fcrlich kann man auf die Wiedergabe der Theorie bei Elzbacher verweisen, oder bei Zoccoli, aber diese Wiedergabe ist eher ein photographisches Abbild als ein Portrait; dieses flei\u00dfige Zitieren hat nichts zu tun mit dem tiefen Begreifen und selbst\u00e4ndigen Durcharbeiten des Kropotkinismus. Einmal hat Herr Dioneo flei\u00dfig, obschon sehr fade, auf den Seiten des \u201eRusskoje Bogatstwo\u201c \u00fcber das Buch \u201eGegenseitige Hilfe\u201c referiert. G. Karejew hat auch das wahrlich gro\u00dfartige, die Aufmerksamkeit der ganzen sozialistischen Welt genie\u00dfende Buch \u201eDie franz\u00f6sische Revolution\u201c wiedergegeben und teilweise kritisiert (nicht ganz gelungen, wie er selbst sp\u00e4ter zugab). Der Soziologe De Roberty schrieb einen kleinen Essay \u00fcber Kropotkin, zudem hat auch Basarow in seiner Brosch\u00fcre nebenher einige Anmerkungen zur naturwissenschaftlichen Methode gemacht. Und das ist alles. Ich lasse die neulich im Verlag \u201eGolos truda\u201c erschienene Aufsatzsammlung \u201eP. A. Kropotkin\u201c unter der Redaktion von Genossen <a href=\"http:\/\/deu.anarchopedia.org\/Alexej_Borowoj\">Borowoj<\/a> und Lebedjew beiseite. Diese Aufsatzsammlung bringt etwas Wesentliches in die Literatur \u00fcber Kropotkin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\" align=\"LEFT\">Ich pers\u00f6nlich musste relativ viel \u00fcber Kropotkin schreiben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Merkw\u00fcrdig: Ich war nie ein Kropotkin-Anh\u00e4nger, habe den Kropotkinismus in Vortr\u00e4gen und Referaten bek\u00e4mpft; aber \u00fcber Kropotkin schreiben musste ich eher dogmatisch \u2013 ich f\u00fchlte, dass man erst ein tieferes Verst\u00e4ndnis und Urteil \u00fcber das System liefern sollte, bevor man zur fruchtbaren Kritik \u00fcbergehen k\u00f6nnte. Nur in meinen Artikeln, die dem Kampf gegen pro-imperialistische Positionen Kropotkins w\u00e4hrend des imperialistischen Krieges gewidmet sind, kritisiere ich Kropotkin, wo ich die Selbstwiderspr\u00fcche Kropotkins offenlege. (Interessierte verweise ich auf die Brosch\u00fcre \u201eEine Charakterisierung des Werks von P. A. Kropotkin\u201c, \u201eGedanken \u00fcber Kropotkins Werk\u201c in der bereits erw\u00e4hnten Aufsatzsammlung im Verlag \u201eGolos truda\u201c, \u201eRede am Grab Kropotkins\u201c ebenda und \u201eDie Zweideutigkeit der Position Kropotkins in \u201eZhisn&#8217; dlja wsech\u201c 1918).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Betrachten wir die Hauptvoraussetzungen der Lehre von Pjotr Aleksejewitsch Kropotkin.<!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">1. Die naturwissenschaftliche Methode. Die Wissenschaft beseitigt Theologie und Metaphysik auf allen Gebieten, darunter auch in der Soziologie. Der naturwissenschaftliche Materialismus des 18. Jahrhunderts und der Positivismus August Comtes bilden die Basis einer synthetischen Weltanschauung. Die Soziologie muss sich das Gl\u00fcck und die Versorgung eines\/r jeden und aller zum Ziel machen \u2013 die Soziologie soll quasi zur Physiologie der Gesellschaft werden. Die naturwissenschaftliche Methode wird u.a. der dialektischen entgegengestellt, die Kropotkin auch zur metaphysischen Denkart z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">2. Kosmischer F\u00f6deralismus. B\u00fcrgerliche Denker, die die Welt analog zur staatlichen Zentralisation denken, stellen den Kosmos hierarchisch dar; die Sonne ist das Zentrum, um das die abh\u00e4ngigen Planeten kreisen. In Wahrheit ist der Kosmos ein stabiles Gleichgewichtssystem, in dem ausgerechnet die Zusammenh\u00e4nge zwischen dem unendlich Kleinen dieses Gleichgewicht und diese Stabilit\u00e4t \u201eherstellen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">3. Sozialer F\u00f6deralismus. In der Geschichte k\u00e4mpfen nach wie vor zwei Tendenzen gegeneinander \u2013 der Zentralismus und der F\u00f6deralismus. Der Zentralismus brachte immer Ungleichheit hervor: Das Zentrum, einem Blutegel gleich, saugte alle S\u00e4fte aus der Provinz. Der Zentralismus schaffte immer nur einen Abdruck, eine gesichtslose Schablone. Dagegen verdankt jede Kultur, in welcher die Kreativit\u00e4t der Massen \u00fcppige Bl\u00fcten trieb, ihre Bl\u00fcte dem F\u00f6deralismus. Der Kampf der Hanseatischen Union, einige Perioden des Mittelalters, der Kampf der St\u00e4dte Pskow und Nowgorod f\u00fcr ihre Autonomie \u2013 das alles war der Kampf der Massenkreativit\u00e4t gegen den Zentralismus. Im Sozialismus k\u00e4mpfen auch zwei Tendenzen gegeneinander: Der staatliche Sozialismus \u2013 genauer gesagt der Sozialismus der Staatsm\u00e4nner, der Jacobiner, der Zentralisten und der Anh\u00e4nger des r\u00f6mischen Rechts (Marx, Lassalle) \u2013 gegen den f\u00f6deralistischen, nicht-staatlichen Sozialismus, der durch Bakunin und die Jura-F\u00f6deration vertreten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">4. Alles Positive, Vern\u00fcnftige und Freiheitliche in der Geschichte ist Produkt der Massenkreativit\u00e4t. Dieses Produkt braucht kein Gesetz, kein Recht, keinen staatlichen Schutz. Massenkreativit\u00e4t wird im Naturrecht festgehalten. Wie gelingt es dann dem Staat die Kreativit\u00e4t der Massen zu brechen und das Reich des Rechts, des Gesetzes und der Staatlichkeit zu installieren? Die Masse stagniert oft in ihrer Entwicklung oder die von ihr hervorgebrachten Normen sind zu lokal und nicht universal genug. Dann \u00fcbernimmt der Staat die \u201eprogressive\u201c Initiative im Sinne der St\u00f6rung der vor\u00fcbergehenden Ruhe und der Erweiterung der Anwendungsgrenzen der im Naturrecht begr\u00fcndeten Normen. Aber f\u00fcr diesen \u201eGefallen\u201c nimmt der Staat \u2013 Shylock \u2013 das lebendige Fleisch als Pfand. Der Staat macht aus dem Gesetz eine Art ewige, verfestigte Norm und hindert das aufgewachte Volk, diesen Recken, an der weiteren Entwicklung; der Staat schafft es, sich dem \u201eFortschritt\u201c anzudienen und macht aus Gesetz, Recht, Staatsanwalt, Richter und Henker unvermeidliche Begleiter der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">5. Die Bestimmung des Staates. Man soll den Staat nicht mit der Regierung verwechseln. Der Staat existierte im Rom, verschwand im Mittelalter und wurde im 16. Jahrhundert wieder geboren. Der Staat ist kennzeichnet durch territoriale Konzentration und ein Zentrum, aus dem heraus alles bestimmt und geregelt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">6. Fortschritt ist \u201eder \u00dcbergang vom Schlechteren zum Besseren\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">7. Gegenseitige Hilfe. Es ist falsch, dass \u00dcberlebenskampf, Streitereien und Konkurrenz das \u00dcberleben und die Auslese der Besten f\u00f6rdern. In Wahrheit \u00fcbersehen b\u00fcrgerliche Darwinisten den wichtigsten Faktor der Evolution und des Fortschritts: Die gegenseitige Hilfe, die im Kosmos wirkt. Dieser Faktor wird im sozialen Umfeld dank der Prinzipien der Konkurrenz, des privaten Eigentums und der Staatlichkeit eingeengt und verkehrt. Kommunismus, F\u00f6deralismus, freie Vereinbarung \u2013 das ist das Ideal der Massenkreativit\u00e4t, des anarchistischen Kommunismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">8. Ethik. Ethisch ist es, zum Wohl der Gattung beizutragen. So entwickelt sich das Individuum exzessiv und intensiv, wird gr\u00f6\u00dfer und st\u00e4rker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Hier haben wir die Hauptpunkte der Lehre von Pjotr Aleksejewitsch Kropotkin vorgestellt. Freilich gedenken wir nicht, seine Lehre Punkt f\u00fcr Punkt der Analyse zu unterziehen. Wir wollen einige Momente andeuten, die anderen Forschern als Material f\u00fcr eine umfassende und fruchtbare Kritik des Kropotkinismus vom Nutzen sein werden. (&#8230;)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">An einer anderen Stelle formulierte ich das haupts\u00e4chliche Manko des kropotkin-bakuninschen Anarchismus so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Anarchismus gibt uns eine Formel des Fortschritts, liefert uns aber keine Vorstellung von der Mechanik des geschichtlichen Prozesses.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Die obige Formulierung aber ben\u00f6tigt eine wichtige Erg\u00e4nzung: Kropotkin nimmt eine einzigartige Stellung zwischen dem wissenschaftlichen Sozialismus und dem Utopismus ein. Er ist kein Utopist in dem Ma\u00dfe, dass er darauf verzichten k\u00f6nnte, seine Weltanschauung \u201enaturwissenschaftlich\u201c zu begr\u00fcnden, aber er ist nicht so wissenschaftlich und objektiv, um seine unbewusst-wissenschaftliche Schussfolgerungen seinem moralischen Ideal doch nicht zu unterordnen. Gerade das macht die Analyse des Kropoktinismus so schwierig und \u00fcberzieht die ganze Lehre mit einiger Unsch\u00e4rfe und Verschwommenheit, trotz Kropotkins gro\u00dfartiger F\u00e4higkeit, die eigenen Gedanken klar, verf\u00fchrerisch klar, darzulegen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Aber man muss naiver Moralist sein, um zu glauben, dass der \u201eS\u00fcndenfall\u201c des kropotkinschen Anarchismus nur das Resultat einer falschen Vorstellung, eines Vernunftfehlers, sei. Nat\u00fcrlich, der Anarchismus und seine intellektuelle Unreife ist ein Abbild bestimmter gesellschaftlicher Umst\u00e4nde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Man sagt: Kropotkinismus sei kleinb\u00fcrgerlich. Das stimmt, obwohl man sofort hinzuf\u00fcgen m\u00fcsste, dass die \u201eKleinb\u00fcrgerlichkeit\u201c Kropotkins auf eine einzigartige Weise mit dem Liberalismus vermischt und verwoben ist. Vor langer Zeit, noch auf den Seiten des illegalen \u201eTschjornoje znamja\u201c verwies ich auf Liberalismus im Anarchismus, auf das Fehlen der voll ausgearbeiteten Idee des Klassenkampfes in der Theorie.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Das ist es ja: Wir gebrauchen den Begriff der \u201eKleinb\u00fcrgerlichkeit\u201c zu oft und laufen Gefahr, daraus ein Klischee, ein Label zu machen, das schlampig und unterschiedslos den Erscheinungen der verschiedenen sozialen Dimensionen aufgeklebt wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Falls man unter der Kleinb\u00fcrgerlichkeit eine Apologie der individualistischen Bauernwirtschaft versteht, so ist diese Bezeichnung, die man im Allgemeinen f\u00fcr Proudhon gebrauchen kann, f\u00fcr die kommunistische Theorie Kropotkins entschieden unbrauchbar. Falls man unter der Kleinb\u00fcrgerlichkeit die territoriale Isolation der Kommune, gewisserma\u00dfen eine wirtschaftliche \u201eMonadologie\u201c versteht, so wird dieser Vorwurf, der nicht unbegr\u00fcndet ist, im Allgemeinen trotzdem durch den Fakt abgewehrt, dass Kropotkin von der Massenkreativit\u00e4t auf allen Gebieten Universalit\u00e4t, Allgemeinheit verlangt, ohne welche die Massenkreativit\u00e4t versiegt und dem staatlichen \u201eProgressismus\u201c zum Opfer f\u00e4llt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Unanwendbar auf Kropotkinismus ist der Begriff \u201eKleinb\u00fcrgerlichkeit\u201c auch in seinem psychologisch-kulturellen Sinne. Der Kleinb\u00fcrger erreicht nie irgendwelche H\u00f6hen, deswegen lallt er ja entspannt und tr\u00e4umt von himmlischen \u201eIdealen\u201c und bricht manchmal in komischen Hass auf \u201eOpportunisten\u201c aus, die in der Realit\u00e4t Maschinen bauen, mit deren Hilfe man real und nicht in den Tr\u00e4umen die Gipfel des Himalaya erreichen kann. Der Kleinb\u00fcrger sieht nie die Wurzel und ist deswegen zu einer mutigen objektiven Analyse nicht f\u00e4hig. Er ersetzt das real Existierende durch das blutarme, auf Stelzen laufende \u201eSein-Sollende\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Philosophie des Kleinb\u00fcrgers lieferte Shakespeare im \u201eHamlet\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif\"><span style=\"font-size: medium\"><i>H a m l e t. Meine trefflichen guten Freunde! Was machst du, G\u00fcldenstern? Ah, Rosenkranz! Gute Burschen, wie gehts euch?<\/i><br \/>\n<i>R o s e n k r a n z. Wie mittelm\u00e4\u00dfigen S\u00f6hnen dieser Erde.<br \/>\nG \u00fc l d e n s t e r n. Gl\u00fccklich, weil wir nicht \u00fcbergl\u00fccklich sind.<br \/>\nWir sind der Knopf nicht auf Fortunas M\u00fctze.<br \/>\nH a m l e t. Noch die Sohlen ihrer Schuhe?<br \/>\nR o s e n k r a n z. Auch das nicht, gn\u00e4dger Herr.<br \/>\nH a m l e t. Ihr wohnt also in der Gegend ihres G\u00fcrtels, oder im Mittelpunkte ihrer Gunst?<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Ist dieser klassische Typus des geistigen Kleinb\u00fcrgers Kropotkin in irgendeiner Weise verwandt? Nat\u00fcrlich nicht. Eine unendliche geistige Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, der Kampf gegen die \u201egoldene Mitte\u201c &#8211; das sind das Motto und der Hauptcharakterzug von Kropotkins Ethik.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">\u201eGib, ohne nachzuz\u00e4hlen\u201c &#8211; das ist das Motto einer geistig \u00fcberreichen Pers\u00f6nlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In welchem Sinne d\u00fcrfte man also von der Kleinb\u00fcrgerlichkeit Kropotkins sprechen? Nur in dem, dass er die objektive Rolle und die Bedeutung des Kapitalismus nicht verstanden, au\u00dferdem die organisatorisch-befreiende Rolle der Technik nicht verstanden und untersch\u00e4tzt hatte. Auch wenn das Proletariat und die Gro\u00dfindustrie ein Teil seiner kommunistischen Weltanschauung sind, hat er das gro\u00dfe notwendige Gesetz, vom Proletariat als der einzigen, verl\u00e4sslichen Avantgarde der Freiheit auszugehen, nicht begriffen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Gerade deswegen wird er, da er die einzig richtige objektive Basis verliert, oft zum Utopisten und verf\u00e4llt, da er reale Kr\u00e4fte und Antriebe in der Gegenwart nicht bemerkt, einem soziologischen Passeismus, das angeblich \u201efreie\u201c Mittelalter oder die alten St\u00e4dte Pskow und Nowgorod idealisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nat\u00fcrlich hatte der kleinb\u00fcrgerliche Proudhon Elemete des Liberalismus, weil er glaubte, dass jede \u00f6konomische Kraft, wenn sie sich selbst \u00fcberlassen wird, zur Freiheit f\u00fchrt und nur der Staat die Richtung dieser freiheitlichen Kraft pervertiert. Im Liberalismus Kropotkins gibt es ein Element der Kleinb\u00fcrgerlichkeit, weil Kropotkin nicht vom objektiv Gegebenen ausgeht und einige Aspekte der vorkapitalistischen Verh\u00e4ltnisse idealisiert. Aber sie beide \u00fcber einen Kamm \u2013 den der &#8220;Kleinb\u00fcrgerlichkeit&#8221; \u2013 zu scheren, das geht nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">F\u00fcr uns ist es wichtig anzumerken, dass ideologische und philosophische Schwankungen Kropotkins aus diesem Nicht-Verstehen der objektiven Logik der Dinge resultieren. Wahrlich, \u201edie Rache ist mein und ich werde vergelten\u201c &#8211; wer den Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Entwicklungsgesetze der Gesellschaft verlor, der ist zum Eklektizismus und zur Instabilit\u00e4t in der Theorie verdammt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Das sehen wir am Beispiel der Lehre Kropotkins.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Was am meisten bei der Analyse der Kropotkins Lehre auff\u00e4llt, ist ihr rein ethischer, moralischer Charakter. Sie ist g\u00e4nzlich von moralischem Pathos, von der Kategorie des Sollens durchdrungen; das ist durchaus verst\u00e4ndlich, wenn wir uns daran erinnern, dass Kropotkin ein glorreicher Vertreter \u201eb\u00fc\u00dfender Aristokraten\u201c ist, die sich verpflichteten, \u201eihre Schulden dem Volk zu zahlen\u201c und es wenigsten ein bisschen f\u00fcr seine Erniedrigungen und Unterjochung zu belohnen. Zu kaum jemand anderem passt der Spruch Wladimir Solowjows, dass die Intellegenzja gem\u00e4\u00df der paradoxen Vorgabe denke, \u201eder Mensch stammt vom Affen ab und danach werden wir alle gut\u201c, wie zu Kropotkins System. Denn Kropotkin will sein ethisches Ideal naturalistisch, mit der naturwissenschaftlichen Methode, begr\u00fcnden. Theoretisch ist es aber aussichtslos.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Im Allgemeinen ist entweder ein naturalistischer Amoralismus m\u00f6glich, was zum gro\u00dfen Teil auf die Lehre Spinozas zutrifft. Hier werden alle moralischen \u00dcberlegungen aufgedeckt und blo\u00dfgestellt, die ethischen \u00dcberlegungen sind demnach nur ein gewisses Epiph\u00e4nomen nat\u00fcrlicher W\u00fcnsche, Leidenschaften und Begierden. Oder Panethizismus, worin die moralische Kategorie zu einer gewissen Weltsubstanz erkl\u00e4rt wird und die Natur selbst einen bestimmten, wenn auch nur rudiment\u00e4ren, moralischen Plan verfolgt. Schlie\u00dflich ist auch ein Dualismus m\u00f6glich, wonach die Natur gegen\u00fcber dem Guten oder dem B\u00f6sen gleichg\u00fcltig ist und in ihr nur das eiserne Gesetz der Notwendigkeit herrsche, das Ethische aber eine rein menschliche Kategorie sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Im Grunde schafft es Kropotkin, die verschiedenen Kategorien zusammenzubringen und den naturalistischen Amoralismus und mit dem Panmoralismus in eins zu vermischen. Betrachten wir ein Beispiel. Was f\u00fcr einen Sinn hat die Idee Kropotkins, dass der Kosmos f\u00f6deralistisch organisiert ist? Dass es dort, im Kosmos, kein \u201eZentrum\u201c, keinen Herrscher gibt, dass der Kosmos ein bereits existierendes Reich des anarchistischen F\u00f6deralismus ist? Denn Herrschaftslosigkeit, die f\u00f6deralistische Organisation hat eine Bedeutung und einen Sinn nur dort, wo es lebendige Menschen, wo es den Zentralismus verfluchende, f\u00fcr Autonomie k\u00e4mpfende Elemente gibt. Auf die mechanische Natur angewendet sind all diese Begriffe nur Metaphern; aber f\u00fcr Kropotkin sind es keine Metaphern. Das hier ist zweifellos ein unbewusster Anthropomorphismus. Und hier wird gleich der eigentliche Widerspruch des Systems sichtbar: ein Anh\u00e4nger einer mechanischen Weltanschauung, der die naturwissenschaftliche Methode anwendet, kennt nicht und kann keine ethische Kategorie kennen. Er kennt nur Regungen der Natur, und diese Regungen sind gegen\u00fcber dem Guten und dem B\u00f6sen gleichg\u00fcltig. Dann verschwindet aber alles, was Kropotkin so lieb und teuer ist \u2013 das System der ethischen Werte. Also wendet Kropotkin, unbewusst nat\u00fcrlich, einen eigenartigen \u201eTrick\u201c an: der Mensch wird tats\u00e4chlich naturalisiert, die Natur aber wird daf\u00fcr ethisiert. In der Natur sei bereits ein Postulat des freiheitlichen F\u00f6deralismus vorhanden; den Menschen in die H\u00e4nde dieser Natur zu werfen, ist nicht mehr so bedenklich, denn diese Natur ist kein \u201eAbbild, kein geistloses Antlitz, in ihr ist eine Seele, eine Freiheit\u201c. Und was f\u00fcr eine Freiheit: eine anarchistisch-f\u00f6deralistische!<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Es ist klar, dass die naturwissenschaftliche Methode in diesem Fall nicht nur die Fakten und ihre Zusammenh\u00e4nge konstatiert, sondern dass sie ausw\u00e4hlt, um eine moralische Hypothese zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Die naturwissenschaftliche Methode, auf die Kategorien des Sollens angewendet, wurde gl\u00e4nzend und unwiderruflich kompromittiert durch Kant, der wiederum auf dem Gebiet der Geschichte und der Soziologie durch den dialektischen Materialismus Marx&#8217; besiegt wurde. Die Hauptidee der ganzen Kant&#8217;schen Philosophie kann folgenderma\u00dfen formuliert werden: Durch die Erforschung der Zusammenh\u00e4nge zwischen verschiedenen Erscheinungen der Natur kann man keinesfalls, in keiner Weise und in keinerlei Ausma\u00df die Kategorien des Sollen gewinnen. Zwar schien Kant die physische und die ethische Welt in seiner ber\u00fchmten Formel \u201eHimmel \u00fcber mir, moralisches Gesetz in mir\u201c zusammen gebracht zu haben. Aber diese Einheit in der Universalit\u00e4t wurde durch unterschiedliche Methoden erreicht. Der zweite Satz von Kant: die Welt der Mechanik ist die Welt der quantitativen Kombinationen. Die Welt der moralischen Werte aber ist ein qualitativer Komplex. Und die Quantit\u00e4t schl\u00e4gt niemals in Qualit\u00e4t um.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wer hat aber Kant besiegt? Der naturwissenschaftliche Materialismus etwa? Nein. Kant unterlag der Hegelschen Logik, in der die Quantit\u00e4t zur Qualit\u00e4t wird. Die naturwissenschaftliche Methode aber musste kapitulieren, Kant f\u00fcgte ihr unheilbare Wunden zu.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Kropotkin verneint die Dialektik und verf\u00e4llt dem Eklektizismus; \u00fcber das Nat\u00fcrliche schleicht er sich an das Sollenden heran; die naturwissenschaftliche Methode aber kennt solche Wege nicht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist bezeichnend, dass die \u201esubjektive Methode in der Soziologie\u201c, die von <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Nikolay_Mikhaylovsky\">N. K. Michajlowskij<\/a> verteidigt wird, uns mehr gegen den Einbruch des Subjektivismus sch\u00fctzt, als die naturwissenschaftliche Methode Kropotkins.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, die \u201esubjektive Methode\u201c in der Soziologie sch\u00fctzt uns eher von der Einmischung der subjektiven Willk\u00fcr als die angebliche Begr\u00fcndung des sozialen Ideals durch die naturwissenschaftliche Methode. N. K. Michajlowskij protestierte auf die entschiedenste Weise gegen den Gedanken, dass die subjektive Methode eine Art \u201ePferd ohne Zaum\u201c sei, das willk\u00fcrlich die objektive Regelm\u00e4\u00dfigkeit durchbricht und die empirische Gegebenheit durch die Fr\u00fcchte der edlen Phantasie ersetzt. Michajlowskij argumentiert so: die Natur, so wie sie wissenschaftlich gegeben und durch Darwins Theorie erschlossen ist, kennt nichts Gutes und B\u00f6ses, keine Heldentat, kein Verbrechen. Sie s\u00e4t den Tod hier und das unendlich volle, \u00fcppige Leben dort. Sie kennt nichts Wertvolles, Teures, W\u00fcnschenswertes. Aber der lebende Mensch kennt Wertvolles und W\u00fcnschenswertes. Und dieser lebende Mensch ist ein Kind der Natur. Wie lie\u00dfe sich denn die Exaktheit der wissenschaftlichen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit mit dem nicht weniger realen Bed\u00fcrfnis nach dem Ideal der Wahrheit vereinbaren? Der Mensch braucht vor der Natur nicht zu kapitulieren, aber wehe, wenn er im Namen des moralisch Sollenden drohende Erscheinungen der Naturnotwenigkeit vergisst. Die subjektive Methode ist ein offener Ausdruck dessen, dass eine gegebene Person einen bestimmten Platz in der Gesellschaft einnimmt und ein Anh\u00e4nger eines bestimmten Typus sozialer Kooperation ist. Das Individuum kennt keine unvoreingenommene Einstellung zum Leben. Um ihre Ideale nicht durch die Hintert\u00fcr herein zu bringen, um ihr moralisches Ideal durch gesichtslose Naturgesetze nicht gesichtslos zu machen, um der Natur ihr un\u00fcbliche Wertungen nicht unterzujubeln, formuliert die subjektive Methode offen ein Ideal der Klasse oder des Individuums und versucht mittels der Erforschung der Naturgesetze einen Sieg zu erringen. Nicht umsonst hat der polnische Soziologe Krzhiwitzki in der subjektiven Methode Keime eines Klassenansatzes gesehen. Nat\u00fcrlich kann es sich dabei nur um einen Klassenansatz in \u201eembryonaler\u201c Form handeln, denn auch Michajlowskij war die Erkenntnis objektiver historischer Entwicklungsgesetze fremd. In der Praxis war Pjotr Aleksejewitsch Kropotkin, trotz all seiner \u201eimperialistischer\u201c Neigungen, unvergleichlich revolution\u00e4rer als N. K. Michajlowskij, der typische Ideologe mittelschichtlicher und zum Teil adelig-deklassierter Intelligenzja. Wie viel M\u00fche auch immer sich der Erz-Eklektiker <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiktor_Michailowitsch_Tschernow\">W. Tschernow<\/a> macht, es so darzustellen, dass bei Michajlowskij alles perfekt sei und es bei keine Risse g\u00e4be, in Wahrheit wissen wir, dass das System von N. K. Michajlowskij durch und durch dualistisch ist: wie ein eigenartiger ethischer Geschichtsphilosoph ist Michajlowskij ein romantischer Maximalist. Als Praktiker ist er ein gem\u00e4\u00dfigter Sozialist, wahrscheinlich noch rechter als <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Venedikt_Miakotin\">Mjakotin<\/a>.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Aber methodologisch gesehen ist die naturwissenschaftliche Methode f\u00fcr die Aufgabe der Begr\u00fcndung revolution\u00e4rer Weltanschauung zweifellos einen Schritt hinterher, was wiederum auch die unvollkommene und l\u00e4ngst verworfene \u201esubjektive Methode in der Soziologie\u201c charakterisiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Diese methodologische Inkonsequenz Kropotkins tritt besonders deutlich in seiner Einsch\u00e4tzung des Darwinismus hervor.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Wie steht der Marxismus zum Darwnismus? Vor allem distanzierte sich der Marxismus methodologisch vom Darwinismus. Versuche, biologische Gesetze auf die soziale Sph\u00e4re zu \u00fcbertragen, werden alleine schon aus dem Grund entschieden abgewiesen, dass Marx das spezifische Wesen des gesellschaftlichen Seins feststellt und dialektische Entwicklungsgesetze ausarbeitet. Daher erkennt der Marxismus g\u00e4nzlich das Gesetz des Kampfes ums \u00dcberleben an, aber aus der ewigen, nat\u00fcrlichen Kategorie und dem Kampf der Arten macht er einen historischen Kampf der Klassen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Und wie steht der erw\u00e4hnte N. K. Michajlowskij zum Darwinismus? Michajlowskij verweist auf die Kooperation als auf ein Faktum, welches das Gesetz des Kampfes ver\u00e4ndert und einschr\u00e4nkt. Aber seinem \u201esubjektiven Anthropozentrismus\u201c treu, arbeitet Michajlowskij verschiedene Typen der Anpassung heraus. Dergestalt, dass \u201epraktische\u201c Typen eher \u00fcberleben und \u201eideelle\u201c Typen eingehen. Die praktischen Typen \u00fcberleben, weil ihnen \u201edie Liebe zum Fernen\u201c fehlt. Sie haben sich parasit\u00e4r unter konkreten Umst\u00e4nden eingerichtet, aber gehen ein, sobald die Umst\u00e4nde sich \u00e4ndern, komplizierter werden oder Vielfalt statt Einfalt und Passivit\u00e4t gefordert wird. Die \u201eideellen\u201c Typen, umgekehrt, sind vielf\u00e4ltig und kompliziert, passen sich nicht der Umgebung an, weil die Umgebung von ihnen den Verzicht auf Komplexit\u00e4t und Vielfalt, weniger Aktivit\u00e4t und mehr passive Anpassung fordert. Ja, der \u201eam meisten Angepasste\u201c \u00fcberlebt, aber der Angepasstere bedeutet keinesfalls \u201eder Vollkommenere\u201c. Moltschalin \u201e\u00fcberlebt\u201c, weil er zum \u201epraktischen\u201c Typus geh\u00f6rt, Giordano Bruno stirbt, weil er \u201eideeler\u201c Typus ist. \u00dcberlebt aber in diesem Beispiel der \u201eVollkommenere\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kropotkin unterzieht den Darwinismus ebenfalls einer harten Kritik, seine Herangehensweise ist aber anders. P. A. Kropotkin schrieb ein gro\u00dfartiges, von allen gesch\u00e4tztes Buch \u201eGegenseitige Hilfe als Evolutionsfaktor\u201c. Kropotkin erkl\u00e4rt, dass nicht der Kampf, sondern die gegenseitige Hilfe eines der Faktoren des Fortschritts ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Wie wichtig auch immer dieses Werk Kropotkins sein mag, so wirft es im Sinne der Begr\u00fcndung einer Weltanschauung dennoch eine ganze Reihe Fragen auf.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Vor allem: der Darwinismus verneint die Tatsache der gegenseitigen Hilfe (Symbiose) nicht. Der Darwinismus wei\u00df ganz gut, dass nicht nur ein Einzelwesen gegen ein anderes k\u00e4mpft, sondern auch eine Art gegen eine andere. Im Rahmen einer Art gibt es nat\u00fcrlich auch die gegenseitige Hilfe. Denn vom naturwissenschaftlichen Standpunkt aus gesehen sind der Faktor Kampf und der Faktor gegenseitige Hilfe gleich und gleich amoralisch! Aber es ist klar, dass f\u00fcr Kropotkin die gegenseitige Hilfe kein einfacher Faktor ist, sondern eine Norm, eine Formel des Fortschritts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Vielmehr noch ist dieser Faktor der gegenseitigen Hilfe selbst die Begr\u00fcndung des Ideals. Der Marxismus fu\u00dft auf dem objektiven Stand der Dinge, Kropotkin will seine Ideale auf biologischen Tatsachen gr\u00fcnden. In der gegenseitigen Hilfe erblickt er eine \u201eGarantie\u201c f\u00fcr das Erreichen des Ideals! Aber \u2013 hier kommen wir zur Hauptfrage \u2013 wo ist die Garantie, dass die gegenseitige Hilfe gegen den \u00dcberlebenskampf gewinnt? Rein faktisch kann man das nicht beweisen: wie zahlreich die Beispiele f\u00fcr den bewundernswerten Heroismus auch sind, dieselbe Menschheitsgeschichte ist voll mit Grausamkeit, erbitterter Feindseligkeit, dumpfer und manchmal sinnloser B\u00f6sartigkeit. Nat\u00fcrlich, die gegenseitige Hilfe ist eine wichtige Tatsache und ein Faktor im Leben, nicht umsonst aber sagte jemand: \u201edas Problem ist nicht, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, sondern dass der Mensch dem Menschen ein Holzklotz ist\u201c. Mit der nat\u00fcrlichen Notwendigkeit kann man nicht beweisen, dass der \u201eWolf\u201c und der \u201eHolzklotz\u201c die \u201egegenseitige Hilfe breit praktizieren\u201c werden! Kropotkin benennt einfach zwei parallele Erscheinungen, beweist und begr\u00fcndet aber nichts. Trotzdem ist es klar, dass Kropotkin nicht nur in einem Konstatieren des zweideutigen Charakters menschlicher Evolution &#8211; Kampf und gegenseitige Hilfe \u2013 interessiert sein sollte, sondern in einer Begr\u00fcndung der universellen gegenseitigen Hilfe. Und durch die Tatsache der gegenseitigen Hilfe l\u00e4sst sich das nicht begr\u00fcnden! Hier kommen jene Verschwommenheit und Zweideutigkeit ins Spiel, von denen wir schon mehrmals sprachen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Merken wir uns: Weil die Rede von der gegenseitigen Hilfe unter Pflanzen ist, haben wir es hier mit einer Metapher, mit einer Art Animismus zu tun. Kropotkin, ein Anh\u00e4nger der mechanischen Weltanschauung, versichert uns, dass Erscheinungen des psychischen Lebens genauso der mechanischen Analyse zug\u00e4nglich seien, wie ein Glockenton. Dann aber soll Kropotkin dem zustimmen, dass die gegenseitige Hilfe bez\u00fcglich der Natur eine Metapher ist. Oder aber: Kropotkin ist in der Tat ein Psychist, der unter dem Vorwand der naturwissenschaftlichen Methode die Natur \u201ebeseelt\u201c. So ist es auch. Die gegenseitige Hilfe ist f\u00fcr Kropotkin keine einfache Tatsache, sondern eine Formel des Fortschritts. Und diese Formel wird heimlich der Natur untergejubelt, als w\u00fcrde sie aus der Natur resultieren und mit der naturwissenschaftlichen Methode entdeckt werden. Eine naturwissenschaftliche Tatsache wird im Grunde als moralische Norm gedeutet, und diese moralische Norm lebt getarnt als ein naturwissenschaftliches Gesetz.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Am deutlichsten tritt die Zweideutigkeit Kropotkins in seiner Ethik zutage. Ich werde auf seine Schrift \u201ePhilosophische Grundlagen des Anarchismus\u201c eingehen, weil das (neulich) erschienene Buch \u201eEthik\u201c dem nichts Neues hinzuf\u00fcgt. Den ethischen Naturalismus Kropotkins kann man ohne eine Analyse dieser Schrift nicht \u00fcberwinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kropotkin verwirft die utilitaristische Moral <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jeremy_Bentham\">Benthams<\/a>. Dieser zeigt auf, dass es aus der Sicht eines Individuums keinen Grund gibt, das eigene Leben f\u00fcr was auch immer zu riskieren. Diese Kritik verpflichtet P. A. Kropotkin, die Ethik auf eine Basis zu stellen, die das Opfer f\u00fcr den N\u00e4chsten rechtfertigt. Kropotkin widerlegt auch die Ethik von Kant sehr leicht. \u201eMuss ich denn \u2013 fragt er \u2013 mich f\u00fcr einen Imperativ opfern?\u201c Muss man noch erw\u00e4hnen, dass Kropotkin auch die christliche und biblische Moral verwirft? Kropotkin erkl\u00e4rt, dass der Anarchismus nur einen Rat gibt und f\u00fcr das Individuum einen Weg zum Gl\u00fcck durch moralische Taten wissenschaftlich erschlie\u00dft.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Dieses Idyll wir bald zerst\u00f6rt, denn Kropotkin stellt Menschen, die der wissenschaftlichen Ethik nicht folgen, als verkr\u00fcppelte, kranke, entstellte Menschen dar. Im Grunde, sehen wir hier bereits bedrohliche Anschuldigungen und Strafandrohungen f\u00fcr alle, die \u201enicht gehorchen\u201c. Aber was ist eigentlich dieses moralische Verhalten? Als moralisch gilt eine Tat, die dem Wohlergehen der Gattung dient.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Diese Bestimmung st\u00fcrzt uns in ein tiefes Staunen. Wir stellen dieselbe Frage, die Kropotkin den Utilitaristen stellt: warum soll ich denn dem Wohlergehen der Gattung dienen? Warum folgt man nicht den Gedanken eines Basarows? Was schert mich das Gl\u00fcck eines Bauern, wenn ich verg\u00e4nglich bin? Weiterhin: um was f\u00fcr ein Wohlergehen geht es hier? Oder ist nur die Unersch\u00f6pflichkeit, Unendlichkeit, das Weiterbestehen des biologischen Lebens der Gattung gemeint? Dann w\u00e4re es nicht verst\u00e4ndlich, warum aus dieser biologischen Tatsache des Gattungslebens eine moralische Kategorie wird. Warum ist eine Tat, die dem biologischem Weiterbestehen der Gattung dient, gut? Posdnyschew, die Hauptfigur der \u201eKreuzersonate\u201c von Tolstoj, glaubt, dass gerade das Aufh\u00f6ren der menschlichen Gattung vom moralischen Bewusstsein diktiert wird: das Gattungsleben ist ein Faktum und mein Unwille ihm zu dienen auch ein Faktum und nicht mehr! Offensichtlich ist, dass es Kropotkin nicht einfach um das Wohlergehen der Gattung geht, sondern um das moralische Wohlergehen, um ein w\u00fcrdiges Dasein; in diesem Fall sollte man offenlegen, worin genau dieses moralische Wohl besteht. Aber so etwas gibt es und kann es bei Kropotkin nicht geben: die moralische Kategorie wird zu einem naturwissenschaftlichen Faktum und eine naturwissenschaftliche Tatsache wird als eine moralische Kategorie gedeutet. Obwohl Kropokin erkl\u00e4rt, dass wir sowohl im Leben der Tiere als auch im Leben der Wilden faktisch nur Selbstaufopferung im Namen der Gattung beobachten. Wenn es aber eine Tatsache ist, woher kommt dann das \u201eB\u00f6se\u201c in die Welt? Wenn die Selbstaufopferung eine Tatsache ist, woher kommen denn w\u00fctender Egoismus, Kannibalismus, Sklaverei und B\u00f6swilligkeit? W\u00e4re diese Selbstaufopferung ein Faktum, m\u00fcsste man sie nicht bewerben. D.h. es wirken im Leben auch andere Kr\u00e4fte, die ebenso viel gelten und moralisch neutral sind. Formell gesehen bewies Kropotkin keinesfalls die Notwendigkeit der Selbstaufopferung im Namen der Gattung \u2013 denn wie auch immer \u00fcberzeugend das Verhalten von Affen und Wilden sei, kann ich diese biologische Tatsache keineswegs als Grundlage meines Verhaltens nehmen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Kropotkin versucht aus der schwierigen Lage heraus zu kommen, indem er dem sich f\u00fcr die Allgemeinheit aufopfernden Individuum gro\u00dfes Gl\u00fcck, volles Leben und eine harmonische Entfaltung aller Facetten seiner Pers\u00f6nlichkeit verspricht. Kropotkin wei\u00dft darauf hin, dass der biologische \u00dcberfluss das Individuum zu gro\u00dfen und erhabenen Taten bringt. Lassen wir aber das Individuum selbst entscheiden, worin das Gro\u00dfe und Erhabene besteht. (Diese Lehre vom \u00dcberfluss \u00fcbernahm Kropotkin von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Marie_Guyau\">Jean-Marie Guyau<\/a>).<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Kropotkin betont, dass nur eine genetische Methode uns einen Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung von komplexen Problemen geben kann. Er erforscht die Genese der Moral und baut darauf seine Weltanschauung auf \u2013 wir haben gesehen, dass man auf diesem Weg nicht weiter als zu einer Faktenbeschreibung kommt! Aber auch hier zeigt eine aufmerksamere Analyse, dass hier eine f\u00fcr Kropotkin verh\u00e4ngnisvolle Schwankung zwischen Naturalismus und Ethizismus zu Vorschein kommt. In der Tat, man kann nicht nur die ethisch-formelle Scholastik Kants zur\u00fcckweisen, sondern man muss es auch. Der Marxismus z.B. tritt an die Ethik klassenpragmatisch heran. Kropotkin will uns angeblich rein wissenschaftlich die Entstehung der Moral demonstrieren. In Wahrheit aber m\u00f6chte er aus der Tatsache einer langen und ununterbrochenen Existenz des Altriusmus ein System des Sollens konstruieren. Wie ist es m\u00f6glich? Gar nicht. Wenn aber Kropotkin vorgeblich sein Ziel erreicht, so schafft er das nur deshalb, weil der Kosmos ethisiert ist, weil die Welt bereits angeblich eine kosmische anarcho-f\u00f6deralistische Republik sei. Jede Tatsache der Naturordnung ist gleichzeitig \u2013 streng geheim! &#8211; eine Hymne der gegenseitigen Hilfe. Aus diesem Grund wird vom Kropotkinismus angeblich rein wissenschaftlich die Entstehung, in Wahrheit aber nur die moralische Heimat eines jeden biokosmischen Faktors aufgezeigt. Hier wird nicht einfach die Genese konstatiert, sondern der ethische Adel der \u201eEltern\u201c konstatiert. Die naturwissenschaftliche Methode ist in der Tat eine verdeckte Auswahl und Rechtfertigung der Fortschrittsformel. Kropotkin selbst meint naiv, dass eine konsequente Anwendung der naturwissenschaftlichen Methode uns unbedingt zur Idee der menschlichen Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit f\u00fchren wird. Er wirft (Herbert) Spencer vor, eine falsche Anwendung dieser Methode f\u00fchre diesen zur Rechtfertigung des Privateigentums. Eigentlich ist es die Ethisierung der Natur, eine willk\u00fcrliche Verwandlung der Biologie in die Ethik, die Kropotkin gestattet, angeblich naturwissenschaftlich ein \u201eFortschrittsgesetz\u201c zu entdecken.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Verwunderlich, dass wir bei Kropotkin kaum den Versuch finden, eine Analyse der spezifischen Natur der sozialen Erscheinungen und einer Tendenz zur Klassendifferenzierung zu liefern. Das wirkt sich verh\u00e4ngnisvoll auf seine Fragestellung \u00fcber den Zusammenhang von Massenkreativit\u00e4t, des Naturrechts und des Staates aus.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Wir k\u00f6nnen uns nach den durchgemachten Umbruchsjahren nur schwer vorstellen, was f\u00fcr einen \u00fcberraschenden Eindruck \u2013 und nicht nur unter den Revolution\u00e4ren \u2013 die Nachricht machte, dass Kropotkin den Krieg \u201eakzeptiert\u201c h\u00e4tte. Wild und selbstvergessen jubelten Ideologen der Imperialisten und ihre Knechte! Der ber\u00fchmte Brief von Kropotkin an, glaube ich, einen schwedischen Wissenschaftler mit den Gr\u00fcnden, warum Sozialisten und Anarchisten sich unter die Fahnen der Entente gegen Deutschland stellen sollten \u2013 dieser Brief wurde gleichzeitig zum Banner, aber auch zur Tarnung f\u00fcr die Imperialisten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">F\u00fcr viele bedeutete die Losung Kropotkins &#8211; \u201efertigt Kanonen an und bringt sie an die Front\u201c &#8211; eine Ideenkrise. Viele glaubten, dass damit der st\u00e4rkste und verheerendste Schlag gegen den Glauben an die Bedeutung und Festigkeit von \u00fcberhaupt jedweder Ideologie versetzt wurde. Und in der Tat: was f\u00fcr eine Bedeutung hat das Schilf der Ideen, wenn der Sturm der Fakten es beliebig beugt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich erinnere mich an eine unbedeutende, aber, wie ich glaube, vorausweisende Begebenheit. Ich stand in Genf auf einem Platz und wartete auf die Stra\u00dfenbahn. Ein junger Student tritt an mich heran und sagt aufgeregt und sogar irgendwie verbittert: \u201eNa, Genosse Roschtschin, werden sie auch weiter an die Bedeutung von Ideen glauben, nachdem der unter den Fahnen der Antistaatlichkeit und des Antimilitarismus ergraute Kropotkin die Trommel r\u00fchrt und unter die Standarten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Joffre\">Joffre<\/a> ruft?!\u201c<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Man k\u00f6nnte meinen, ich sollte pers\u00f6nlich davon eigentlich nicht \u00fcberrascht sein, denn ich war nie Anh\u00e4nger Kropotkins und k\u00e4mpfe schon immer an zwei Fronten: gegen die Sozialdemokratie und den vorleninschen Marxismus, da letzterer den Klassenkampf den Normen der Demokratie unterzuordnen trachtet, und gegen den Kropotkinismus, da er von einem klassen\u00fcbergreifenden Humanismus durchdrungen ist und den Klassenkampf derselben Demokratie unter dem Deckmantel des F\u00f6deralismus unterordnen will.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Im Gespr\u00e4ch mit Kropotkin zur Zeit des bulgarisch-t\u00fcrkischen Krieges wurde ich von einer grauenvollen Behauptung \u00fcberrascht, n\u00e4mlich dass der Sieg der Slawen und das Verschwinden der T\u00fcrkei als Staat als Sieg der Antistaatlichkeit begr\u00fc\u00dfenswert seinen: Denn da w\u00fcrde ja ein Staat von der Erde verschwinden&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Ich erinnere mich, da waren selbst die gl\u00fchendsten Anh\u00e4nger Kropotkins baff. Kein Wunder, es stellte sich ja heraus, dass Ferdinand der I. und die ganze russisch-\u00f6sterreichische Clique nicht mehr und nicht weniger verk\u00f6rpern als die Ideale der Antistaatlichkeit!<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Und nun, obwohl ich gen\u00fcgend vorbereitet war, schien mir die Nachricht davon, dass Kropotkin den Krieg akzeptiert, unm\u00f6glich. Ich dachte, die falsche Theorie w\u00fcrde einem gesunden internationalistischen Instinkt Platz machen. Der erste Aufsatz gegen Kropotkin, \u201eEine beunruhigte Frage\u201c, wurde mit der innerlichen Unsicherheit geschrieben, ob Kropotkins Aufgabe des Antimilitarismus eine reale Tatsache sei und nicht ein zuf\u00e4lliger, vor\u00fcbergehender Irrtum.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Aber ein Irrtum war sie nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Der proletarische Internationalismus wie auch der verr\u00e4terische anarcho-sozialistische Chauvinismus ersch\u00f6pfen sich nicht nur in der Akzeptanz oder Nicht-Akzeptanz des Krieges.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Das ist eine komplexe Melange, ein komplexes System der Zusammenh\u00e4nge. Der eine oder andere Vers\u00f6hnler h\u00e4tte den Krieg ablehnen k\u00f6nnen, aber das ist noch kein Internationalismus! Der Internationalismus verpflichtet, eine Konsequenz aus der Formel Lenins zu ziehen, dass der imperialistische Krieg zu einem B\u00fcrgerkrieg werden m\u00fcsse. Daraus resultiert auch die Forderung nach der Akzeptanz der Oktoberrevolution mit all ihren H\u00f6hen und Tiefen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">P. A. Kropotkin machte den ganzen Zyklus des Anarcho-Chauvinismus durch, bef\u00fcrwortete den Krieg, wies die Losung des B\u00fcrgerkrieges zur\u00fcck, verriet die Oktoberrevolution und akzeptierte unter prinzipiell-irrelevanten Bedingungen den Frieden von Versailles.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Freilich ist das wieder typisch kleinb\u00fcrgerlich, aber bei Kropotkin formte sich diese Kleinb\u00fcrgerlichkeit ideologisch als der Kampf f\u00fcr den F\u00f6deralismus und die Massenkreativit\u00e4t lateinischer L\u00e4nder gegen den grauenhaft brutalen und alles verschlingenden Zentralismus der Deutschen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Bezeichnend, dass Kropotkin auf der ber\u00fchmten demokratischen Versammlung von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_Fjodorowitsch_Kerenski\">Kerensky<\/a> nach einer f\u00f6deralistischen Republik verlangt hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Was ist das f\u00fcr ein F\u00f6deralismus, der von Kropotkin angebetet wird? Vor allem werden hier der F\u00f6deralismus und der Zentralismus nicht konkret unter den gegebenen Bedingungen betrachtet, sondern abstrakt, wobei der Zentralismus immer b\u00f6se und der F\u00f6deralismus immer gut ist!&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Gehen wir zur Analyse einiger theoretischer Annahmen Kropotkins \u00fcber, die mit der Problematik des F\u00f6deralismus und des Staats zu tun haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Wir wissen bereits, dass Kropotkin den Staat durch eine territoriale Konzentration bestimmt. Dort, wo wir kein einheitliches Zentrum vorfinden, dort haben wir es mit der Regierung, aber nicht mit dem Staat zu tun.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Nehmen wir kurz an, dass diese Unterscheidung als Klassifikation irgendeinen theoretischen Wert besitzt, obwohl wir das sehr bezweifeln. Aber es ist klar, dass den Staatsgegner Kropotkin keine formelle Klassifikation interessiert, sondern der reale Einfluss staatlichen Zwangs auf das Bewusstsein, auf die Psyche der Menschen! Umso verwunderlicher ist es, dass Kropotkin nichts dar\u00fcber sagt, wie der Staat seinen Einfluss verfestigt und das Bewusstsein pervertiert. Kropotkin sagt nichts dar\u00fcber, weshalb in Sachen der gesetzlichen und herrschaftlichen Giftspritze eine Regierung besser oder weniger sch\u00e4dlich sein soll als der Staat, aber das ist ja der Kern der Frage! Bemerkenswert ist, dass ein anderer Staatsgegner, Tolstoj \u2013 als K\u00fcnstler wie als Denker \u2013 sehr angestrengt und aufmerksam die Mechanismen der Herrschaft, die Kraft ihrer Hypnose studierte und zum Schluss kam, dass Herrschaft eine irrationale Kraft sei, die auf Nachahmung basiert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">In der Tat: Stimmt es denn, dass ein B\u00fcrger der erzf\u00f6deralistischen Schweiz ein weniger fanatischer Staatsfreund sei als ein B\u00fcrger im zentralisierten Deutschland? Nicht im Geringsten. Und wirklich, wenn wir den F\u00f6deralismus pragmatisch betrachten, sehen wir klarer als ja zuvor, dass der F\u00f6deralismus eine nicht weniger effektive Herrschaftsweise als der Zentralismus und ein Indiz f\u00fcr den Triumph der Staatlichkeit in den K\u00f6pfen und Seelen der B\u00fcrger sein kann.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">\u00dcbrigens liefert Kropotkin keine genaue Formulierung des F\u00f6deralismusbegriffes. Vermutlich versteht er darunter eine gewisse territoriale Selbst\u00e4ndigkeit und eine \u00fcberwiegende Unabh\u00e4ngigkeit lokalen Lebens vom Zentrum. Aber man muss erst nachweisen, dass dieser F\u00f6deralismus mit der Antistaatlichkeit \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Lassen wir uns das an einem Beispiel erkl\u00e4ren. Neben dem k\u00f6niglichen Gericht existiert das Geschworenengericht, das nicht nur auf der Gesetzesgrundlage urteilt, sondern auch auf dem Grund des Gewissens. Reaktion\u00e4re aller Zeiten emp\u00f6rten sich gegen diese Institution. Sie sagten: das ist doch pure Anarchie, ein Spott auf das Gesetz! Was soll das sein, ein Gewissensurteil? Wie kann man blo\u00df strenge, objektive Rechtsnormen irgendwelchen subjektiven Erlebnissen von \u2013 \u00f6fter vielleicht \u201eunanst\u00e4ndigen\u201c Menschen \u2013 unterordnen? Aber die Bourgeoisie kennt ihre Menschen hervorragend und wei\u00df, dass sie das menschliche \u201eGewissen\u201c bereits zu Gen\u00fcge bearbeitet hat. In diesem oder jenem Fall kann das Geschworenengericht willk\u00fcrlich vorgehen, das Gewissen aber dient im Allgemeinen dem Privateigentum und der Staatlichkeit! Mit kleinen Zugest\u00e4ndnissen erkauft sich die Bourgeoisie das Bewusstsein der Massen, sodass ihre Ordnung nicht nur auf den gefestigten, gesichtslosen, gnadenlosen Rechtsnormen fu\u00dft, sondern auch vom Gewissen des Volkes sanktioniert wird. Und aus dem Geschworenengericht wird ein gro\u00dfartiges Instrument zur Erziehung des b\u00fcrgerlichen Bewusstseins! Genauso steht es um den F\u00f6deralismus: lokale Freiheiten hindern keineswegs, sondern bef\u00f6rdern noch die Herausbildung des Staatsfetischismus. Die Existenz dieser Freiheiten beweist, dass die Klasse sich im Allgemeinen ziemlich sicher ist, dass ein freieres Leben die Fundamente der Unfreiheit und der Ordnung befestigt. Weder im klassenpragmatischen Sinne, noch im Prinzip des F\u00f6deralismus selber finden wir einen Aspekt, der uns erlauben w\u00fcrde ein Gleichheitszeichen zwischen der Antistaatlichkeit und dem F\u00f6deralismus zu setzten. Zentralismen und Dezentralismen sind, im Grunde genommen, nur unterschiedliche Formen wesentlich derselben Staatlichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Man wird erwidern: Kropotkin lieferte aber eine ganz andere Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Entstehung des Staates. Denn seiner Lehre nach ist der Staat der Henker aller Massenkreativit\u00e4t! Der Staat schnappt die Massenkreativit\u00e4t w\u00e4hrend ihrer Flaute, \u00fcbernimmt zwar die Fortschrittsinitiative, bringt aber diesen Fortschritt in die Form der Gesetze, die sich in Fesseln f\u00fcr die Massenkreativit\u00e4t verwandeln.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Das ist unbestreitbar. Das ist der interessanteste Gedanke von Kropotkin. Aber \u2013 wie schade! &#8211; auch hier macht die fehlende Analyse von konkreten gesellschaftlichen Erscheinungen aus dieser Idee ein abstraktes, totes Schema. Dieses Schema beweist noch einmal ganz klar Kropotkins Schwanken zwischen dem Naturalismus und dem abstrakten Moralismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Tats\u00e4chlich: die gegenseitige Hilfe ist ein Faktor und eine Tatsache des kosmischen Lebens. Wiederholen wir die bereits fr\u00fcher gestellte Frage noch einmal: Ist denn die Menschheit von der Natur \u201eabgefallen\u201c? Existieren Hass und Feindlichkeit deswegen? Vom Standpunkt des Gesetzes der gegenseitigen Hilfe als einer universellen Tatsache und Norm der Natur wird ein tiefes Unverst\u00e4ndnis von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Br\u00fcder_Karamasow\">Mitja Karamasow<\/a> wahr: \u201eWarum weint ein Kind? Warum hungern die Menschen? Warum umarmen sie sich nicht, k\u00fcssen sich nicht, singen keine fr\u00f6hlichen Lieder?\u201c Hier sto\u00dfen wir auf ein interessantes Moment im Werk Kropotkins. Dem Kropotkinismus liegt die Idee zugrunde, dass der Mensch und die Menschheit angeblich von der Natur \u201eabfielen\u201c und dem B\u00f6sen verfallen w\u00e4ren&#8230; Obschon der Fortschritt nach Kropotkin ein \u00dcbergang vom \u201eSchlechteren hin zum Besseren\u201c ist, klingt im Kropotkinismus unterschwellig an, dass die Geschichte der Menschheit, weil sie vom Gesetz der gegenseitigen Hilfe \u201eabgefallen\u201c sei, ein \u00dcbergang vom Besseren \u2013 von der nat\u00fcrlichen gegenseitigen Hilfe \u2013 hin zum Schlechteren \u2013 zum historischen Kampf \u2013 sei. Die Menschheit sollte Alarm schlagen!<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman,serif\"><span style=\"font-size: medium\"><i>Gerne k\u00f6nnt ihr mich erschlagen,<br \/>\ndoch wir haben uns verirrt.<br \/>\nT\u00fcckisch lenkt ein Geist den Wagen,<br \/>\nder uns hier im Kreise f\u00fchrt\u201c. <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">(Alexander Puschkin, \u201eDie D\u00e4monen\u201c, aus dem Russischen von M. Lieser)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Dann ist alle nachfolgende Geschichte eine Geschichte des \u201eB\u00fc\u00dfens\u201c oder der Wiedervereinigung der Menschheit mit dem Element der gegenseitigen Hilfe, das in der Natur vorherrscht&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Wenn man zur konkreten Analyse \u00fcbergeht, entsteht eine Art fantastisches Bild: die Massenkreativit\u00e4t wird \u201evon au\u00dfen\u201c, vom Staat, angegriffen. Zudem wird nicht ausgef\u00fchrt, warum diese Massenkreativit\u00e4t pl\u00f6tzlich erstarrt und ihren universellen Charakter verliert. Also, wie und woher kommen die Kr\u00e4fte, die den geschw\u00e4chten Recken in ein Netz des Rechts verwickeln? In Wahrheit haben wir es hier mit einem abstrakten Schema anstatt mit einer realen Analyse von Faktoren und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen zu tun. Versuchen Sie, wirklich die Geschichte des Mittelalters und den \u00dcbergang zum 16. Jahrhundert unter dem Aspekt der Schw\u00e4chung der Massenkreativit\u00e4t und dem \u00dcberfall des Staates \u201evon au\u00dfen\u201c zu studieren! Es wird sich herausstellen, dass es keine einheitliche Massenkreativit\u00e4t gibt, dass die Masse selbst ihre H\u00f6he- und Tiefpunkte hervorbringt. Und leider kamen die Tiefpunkte nat\u00fcrlich nicht \u201evon au\u00dfen\u201c sondern sind auch Produkte der \u201eMassenkreativit\u00e4t\u201c. Am Besten aber verl\u00e4sst man diese unwissenschaftlichen Analogien und geht \u00fcber zum Erforschen von Gesetzen der sozialen Dynamik, des Systems der \u00f6konomischen Kr\u00e4fte auf gegebenem Niveau. Und dann wird das Problem des Minimalismus, des Widerstrebens der Masse gegen ihre eigene Befreiung, eine kolossale Bedeutung annehmen; dann werden wir \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge zwischen den objektiven und den subjektiven Voraussetzungen der Revolution sprechen. Dann aber verliert dieses Problem seinen fantastischen Charakter und bekommt einen konkreten Klassenumriss.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Das Lavieren mit solch schwammigen Begriffen wie \u201eMassenkreativit\u00e4t\u201c und \u201eF\u00f6deralismus\u201c bringt uns nicht zum Wesen der Sache.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Auff\u00e4llig ist, dass Kropotkin nicht den geringsten Versuch unternimmt, die soziale Struktur der Gesellschaft zu erforschen. Der soziale Kosmos zerf\u00e4llt in die Natur und die Fortschrittsformel. Das ist f\u00fcr alle Utopisten charakteristisch.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Kropotkin ist bereit, das Naturrecht zu idealisieren, indem er v\u00f6llig unlogisch die Vorstellung von der k\u00fcnftigen \u201efreien Vereinbarung\u201c und des Naturrechts durcheinander bringt. Freilich, sowohl das Naturrecht als auch die freie Vereinbarung opponieren dem positiven Recht \u2013 dem Gesetz und dem Staat! Aber ihrem Wesen nach sind das Naturrecht und die freie Vereinbarung zutiefst gegens\u00e4tzlich. Vom Inhalt der Normen des Naturrechts ganz zu schweigen. Das Naturrecht sanktioniert das Dunkle, die Willk\u00fcr, die Gewalt. Dieses Naturrecht sanktioniert das Foltern einer untreuen Ehefrau, das Tyrannisieren von Kindern. \u00dcbernehmen wir aber aus dem Naturrecht nur seine Weise, kollektive Erfahrungen au\u00dferhalb des Rahmens des schriftlichen Rechts festzuhalten. Aber jedem wird klar: dieses Naturrecht ist die Keimzelle desselben unterdr\u00fcckerischen Rechts \u2013 nur unter primitiveren, elementareren Lebensbedingungen. In der Tat zeichnet sich das Naturrecht durch eine noch geringere Flie\u00dfbarkeit und Ver\u00e4nderbarkeit aus als das geschriebene Recht. Die zuk\u00fcnftige freie Vereinbarung meint aber nicht eine Vereinbarung zwischen den Individuen, sondern ein Moment der Gesellschaftsentwicklung, wo der Mensch sich vollst\u00e4ndig die Natur unterwirft, die Technik ihre volle Kraft einwickelt, Fehden und das Konkurrenzprinzip durch eine br\u00fcderliche Solidarit\u00e4t ersetzt werden, und als Wichtigstes: Wo die sozialen Erfahrungen den Zwang unn\u00f6tig machen und die ein oder andere Ver\u00e4nderung aus dem Bed\u00fcrfnis des \u00dcbergangs zu einer h\u00f6heren Kulturform resultieren wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Was haben das gew\u00f6hnliche Naturrecht und die freie Vereinbarung wesentlich gemeinsam? Nichts. Kropotkin aber ist ein formelles Entgegensetzen gegen das geschriebene Recht wichtig. Genau diese Vorliebe f\u00fcr formelle Entgegensetzungen f\u00fchrt zur Idealisierung von vorkapitalistischen Verh\u00e4ltnissen, dabei wird die Zukunft analog zur vorkapitalistischen Vergangenheit gedeutet und die vorkapitalistische Epoche im Licht der zuk\u00fcnftigen Gesellschaft idealisiert. In Wirklichkeit offenbart sich hier noch ein mal Kropotkins Dualismus: Die Natur verliert hier ihre Kraft und Macht und wird von irgendeine Ethik durchdrungen, die Ethik verliert die Kraft der Norm und wird zum einfachen Faktum der nat\u00fcrlichen Ordnung degradiert. Es entsteht etwas Mittelm\u00e4\u00dfiges, Fades, Unbestimmtes. Genau so wird die Vergangenheit zur Zukunft erhoben und die Zukunft wird auf das Niveau der vorkapitalistischen Vergangenheit erniedrigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">In Gestalt Kropotkins stieg der letzte gro\u00dfe Vertreter des halbutopischen, halbwissenschaftlichen Anarchismus ins Grab hinunter. Die moralische Verbundenheit mir dem Arbeitervolk erm\u00f6glichte es Kropotkin, in \u201eDie Reden eines Rebellen\u201c die M\u00e4ngel der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft offen zu legen, in \u201eEroberung des Brotes\u201c ein ein wenig naives, aber in vielen Aspekten noch nicht veraltetes Bild der k\u00fcnftigen Gesellschaft zu entwerfen. In \u201eDie franz\u00f6sische Revolution\u201c erhebt sich Kropotkin zum Pathos eines wahrhaften Revolution\u00e4rs.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Aber es existieren eiserne Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung. Nur wenn er diese Gesetze erkennt, sich vollst\u00e4ndig mit einer bestimmten Klasse verbindet, kann ein Denker allen Zerw\u00fcrfnissen der Geschichte bis zum Schluss standhalten. Kropotkin war mit der Masse emotional und moralisch verbunden. Die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung erkannte er nicht.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Sein scheinbar makelloses System ist in Wirklichkeit von Widerspr\u00fcchen durchdrungen. Seine Fortschrittsformel konnte nicht die fehlende Mechanik des geschichtlichen Prozesses ersetzen; seine sentimental-moralische Einstellung der Kreativit\u00e4t der Massen gegen\u00fcber verdeckte die M\u00f6glichkeit ihrer objektiven Erforschung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Der Krieg und die Oktoberrevolution legten nicht theoretisch, sondern praktisch Krankheiten und Macken des halb-utopischen, halb-wissenschaftlichen Anarchismus offen. Kropotkin selber geriet in den Strudel imperialistischer Leidenschaften.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Unsere Aufgabe ist es \u201enicht zu weinen, nicht zu lachen, sondern zu verstehen\u201c.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\">Die Oktoberrevolution gab uns ein Beispiel, wie man einen ungez\u00fcgelten Willen mit einem kalten Verstand kombiniert. Diese Erfahrung wird als Grundlage f\u00fcr die Erfahrungen des Weltproletariats dienen, welches ohne zu schwanken das Beste, wonach Pjotr Alexejewitsch Kropotkin strebte, verwirklichen wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\"><i>Erschienen in der Aufsatzsammlung zum Andenken P. A. Kropotkins, Verlag \u201eGolos Truda\u201c, 1922<\/i><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: justify\"><i>Aus dem Russischen: Ndejra<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jehuda Solomonowitsch Grossman-Roschtschin [In der Kropotkin-Kritik von Grossman-Roschtschin (1883-1934) sp\u00fcrt mensch deutlich die theoretische Position, die Grossman ab 1921-22 eingenommen hat. 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