G. Maximow: Die Freiheit erfordert den Sieg (1942)

Grogori Maximow

Vorbei ist das Tosen der russischen Schmelzwasser, die Flüsse kehrten zurück in ihre Ufer. April – die Zeit der Frühjahressaat sauste vorbei. Vorüber ist auch Mai, der „gib-dem-Pferd-das-Heu“ Monat, und bedeckte das Land mit einem grünen Teppich. Die Heumahd naht. Die Heumahd des Todes. Mit einer Sense, die nie abstumpft, mit einem blutigen Wirbelwind wird sie über die grenzenlosen russischen Felder fegen, wird sie mit Leichen besäen und mit blutigem Regen besprenkeln… Es wird üppige Sprösslinge geben. Aber was für welche und wer wird sie ernten?..

In der gesamten russischen Geschichte, mit Ausnahme der Tatareninvasion, gab es noch nie gab es ein so dringendes und zwingendes Bedürfnis nach einem Sieg wie jetzt. Und noch nie seit der Zeit Batu Khans stimmte der Sieg über den Feind so vollständig mit den Interessen des Volkes überein wie jetzt. Seit jenen fernen Zeiten hat das russische Volk in keinem Krieg so sehr das Recht gehabt, eine so klare und eindeutige Antwort auf Lermontows Frage zu geben wie jetzt:

Ich dachte: arme Menschen!

Was wollen wir? Der Himmel klar,

Darunter Platz genug für alle.

Nur unablässig und vergebens

Kämpfen wir. Wofür?

Für unsere Freiheit und die der ganzen Welt!

Aber gleichzeitig hat das Volk in seiner gesamten Geschichte noch nie das Regime und seine Gefolgsleute so sehr und zu Recht gehasst wie jetzt. Dies stellt in der heutigen Zeit die größte Tragödie der Weltgeschichte dar, eine Tragödie, die der Feder von Aischylos und Sophokles würdig ist. Von der weiteren Entwicklung dieser Tragödie hängt sehr vieles ab: Das Schicksal der russischen und der weltweiten Freiheit, die Richtung der geschichtlichen Entwicklung der Menschheit – entweder wird sie regressiv, geht zum Neo-Feudalismus, zur staatlichen Leibeigenschaft zurück, oder sie wird fortschrittlich, evolutionär sein, vorwärts gehen – zu Bakunin‘schen Freiheit mit Sozialismus und Sozialismus mit Freiheit.

Das ist es, was jetzt auf allen blutigen Schlachtfeldern entschieden wird, vor allem auf den russischen. Continue reading

G. Maximow: Die revolutionäre Verteidigung (1941)

Der deutsche Angriff auf Russland überraschte alle durch seine Plötzlichkeit und machte vielleicht vielleicht noch mehr Eindruck als der am 23. August 1939 geschlossene Freundschaftspakt zwischen Stalin und Hitler. Wenn der Freundschaftspakt zwischen den beiden Vertretern der jüngsten Reaktion eine „unerwartete Überraschung“ war, so ist der Krieg im Gegenteil eine „erwartete Überraschung“. Alle, mit Ausnahme der Lakaien und Papageien des Kremls, die in kommunistischen Parteien organisiert sind, betrachteten den Krieg zwischen den beiden despotischen Regimen als unvermeidlich, aber sie dachten logischerweise, dass er sofort nach Hitlers siegreichem Krieg im Westen ausbrechen würde; sie glaubten, dass Hitler einen Angriff auf Russland nicht riskieren würde, solange ihm im Westen die Hände gebunden waren. Diese Annahmen basierten erstens auf Hitlers eigener Erklärung, dass Deutschland Kaisers Fehler nicht wiederholen würde: Es würde keinen Zweifrontenkrieg führen. Zweitens würde ein Angriff auf Russland eine vollständige Blockade Deutschlands bedeuten und es der Hilfe berauben, die es von Russland erhalten hatte: Öl, Brot, Mangan usw. Drittens würde der Krieg gegen eine noch so schlechte russische Armee eine sehr große Kraftanstrengung, eine gigantische Verschwendung von Material und Personal bedeuten; außerdem, so leicht der Krieg auch zu gewinnen sein mag, würde er zu einer totalen Störung des deutschen Transportwesens, zur Zerstörung der Produktion, z.B. des Erdöls, führen und die Landwirtschaft der Ukraine in ein völliges Chaos stürzen, dessen unvermeidliche Folge eine schreckliche Hungersnot wäre. Unter solchen Bedingungen wird es bei allem organisatorischen „Genie“ der Deutschen mindestens ein oder zwei Jahre dauern, um das Zerstörte in einen Zustand wenigstens sichtbarer Ordnung zu bringen und ohne Hindernisse die notwendigen Nahrungsmittel, Mineralien, Erdöl und andere Rohstoffe zu bekommen. In der Zwischenzeit würden England und Amerika nicht tatenlos zusehen, im Gegenteil, die britische Luftwaffe, die auf keinen soliden Widerstand stößt, würde die industriellen und strategischen Zentren Deutschlands und der eroberten Länder zerstören; die anglo-amerikanische Industrie, die die unerwartete Atempause nutzt, würde eine rasende Produktion von Flugzeugen, Panzern, Geschützen und allen anderen militärischen Ausrüstungsgegenständen entwickeln, was unweigerlich zur Niederlage Deutschlands ungeachtet seiner Erfolge im Osten führen würde.

Die elementare menschliche Logik verlangte, dass Hitler und seine Generäle die Eroberungen konsolidierten, die ruinierte Wirtschaft Europas in Ordnung brachten, eine neue Wirtschaftsordnung errichteten und die Politik der Zugeständnisse an Stalin und seine von den Großmachtfantasien besessene Oprichnina fortsetzten und von Russland alles erhielten, was unter den gegebenen Bedingungen möglich war. Aber die Logik der Diktatoren ist keine einfache menschliche Logik. Die Wege der diktatorischen Logik sind unergründlich, sie ist kapriziös und irrational: Der Angriff auf Russland ist nun eine vollendete Tatsache. Die grandiosen Schlachten von Menschen und Maschinen finden an einer zweitausend Meilen langen Front statt, Hitler siegt bis jetzt, aber dieser Sieg trägt in sich alle Zeichen eines Pyrrhussieges: Jeder Sieg Hitlers, sofern die russische Armee erhalten bleibt, bringt ihn der unvermeidlichen Niederlage näher, wenn nicht im Osten, so doch im Westen. Hitlers Angriff hat alle Pläne Stalins, dieses genialen Mannes mit dem Herzen eines Tigers, dem Hirn eines Huhns und den Gewohnheiten eines Schakals, zunichte gemacht und die Verbrecherhaftigkeit seiner Außenpolitik offenbart.

Seine Außenpolitik war unendlich naiv und daher lange Zeit ein Rätsel, denn niemand hätte einem großen Staatsoberhaupt eine solche Naivität zugestehen können. Nachdem er sich jahrelang in den Außenministerien des anglo-französischen Imperialismus herumgetrieben und sich erniedrigen lassen hatte, was im Spanischen Bürgerkrieg seinen Höhepunkt erreichte, änderte Stalin abrupt den Kurs seiner Außenpolitik: Er wandte sich dem schlimmsten Feind der Freiheit, des Sozialismus und der Arbeiterklasse, Hitler zu. Diese Wendung beruhte auf dem Wunsch, Europa und Asien zu beherrschen, der Stärkste zu sein.

Stalins Berechnungen waren sehr einfach. Sie liefen darauf hinaus, nicht nur eine oder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern ein Dutzend auf einmal. Der Pakt vom 23. August 1939 war der Akt des Abdrückens, gefolgt von einem wundersamen Schuss, der ein Dutzend fette Kaninchen auf einmal töten sollte – ein europäischer Krieg, der nach und nach zu einem weltweiten Krieg wurde. Stalin triumphierte und rieb sich genüsslich die Hände: „Ich habe sie gut hereingelegt!“

In der Tat ist alles so gelaufen, wie geplant, als wäre es nach Noten gespielt worden, und mit einem gewissen Maß an politischer Kurzsichtigkeit könnte man sich hämisch freuen, triumphieren und sich für Peter den Großen und den Supergroßen halten. Continue reading

G. Maximow: Die Außenpolitik der russischen Bürokratie. Ein Revue (1940)

Die Außenpolitik der UdSSR beruht allein auf den Klasseninteressen, aber nicht auf den der russischen Arbeiter und Bauern, sondern nur der Bürokratie. Die Politik der Bürokratie ist nach innen reaktionär, und sie muss zwangsläufig auch nach außen so sein. Die Richtung der Außenpolitik, nicht ihr Wesen, änderte sich schlagartig am 23. August 1939, als mit Hitler ein Vertrag über Freundschaft und gegenseitige Unterstützung unterzeichnet wurde. Seit einem Jahr stützt sich die Außenpolitik der russischen Bürokratie auf diesen Vertrag. Am Jahrestag der Unterzeichnung dieses Vertrages mit dem Nationalsozialismus erklärte die Zeitung „Iswestija“, dass die russische Regierung mit „unerschütterlicher Entschlossenheit“ weiterhin alle Versuche abwehrt, dieses Bündnis zu brechen, die „bis zum heutigen Tag“ andauern. Der Aufmacher der „Iswestija“ bestätigt diese „Festigkeit“ dadurch, dass Russland im Laufe des Jahres Deutschland “Rohstoffe lieferte, die es dank der von Großbritannien organisierten Blockade zunächst gegen Deutschland und dann gegen ganz Europa besonders benötigte“. Die „Iswestija“ versichert Hitler und seiner Clique, dass alle provokativen Versuche, Zwietracht und gegenseitiges Misstrauen zwischen der UdSSR und Deutschland zu säen, zum völligen Scheitern verurteilt sind.

In ihrer Bewertung des Paktes mit Hitler kommt die „Iswestija“ zu dem Schluss, dass es sich um einen „echten Wendepunkt in der Geschichte von ganz Europa“ handelt. Diese Einschätzung ist zweifelsohne richtig. Und vielleicht, von allen bolschewistischen Entscheidungen, die sie als historisch bezeichnen, ist der Pakt zweifellos eine der wenigen Entscheidungen, die man mit Fug und Recht als als eine historische Entscheidung von außerordentlicher Bedeutung qualifizieren kann. Er muss so bezeichnet werden, nicht nur weil er einen Wendepunkt in der Geschichte Europas bedeutet, was zweifellos zutrifft, sondern vor allem, weil sie eine prägnante Formulierung des Wesens der zweiundzwanzigjährigen Entwicklung des Bolschewismus, der Schlussakkord der Entartung der russischen Revolution und der Epilog der größten Tragödie der größten Nation und in hohem Maße der Tragödie des internationalen Proletariats und der internationalen Befreiungsbewegung.

Der Eindruck vom Pakt war gleichbedeutend mit einer plötzlichen Explosion. Das Echo davon schallte um die ganze Welt. Und auch jetzt, ein Jahr später, trotz der Klagen der Besiegten und des Siegesjubels der Sieger, hallt das Echo dieser Explosion noch immer sehr deutlich. Dieses Echo wird auch nach dem Fall des Bolschewismus nicht verstummen. Warum das? Weil die Bedeutung des Paktes und seine Tragweite nicht nur für Russland und Europa, sondern für die ganze Welt groß sind.

Was ist der Sinn und die Bedeutung des Paktes?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir, zumindest in aller Kürze, alles analysieren, was dem Pakt vorausging, und seinen organischen Zusammenhang mit der gesamten bisherigen Entwicklung des Bolschewismus bzw. seiner Politik im In- und Ausland herstellen. Diese Analyse wird die Bedeutung des Paktes offenbaren und den Charakter der Außenpolitik der russischen herrschenden Klasse bestimmen.

Der Bolschewismus ist einer der Zweige des Marxismus, eine Fraktion der Sozialdemokratie. Der Marxismus glaubt bekanntlich an die befreiende Kraft des Staates, wenn er in die Hände von Sozialisten, von „wahren und wissenschaftlichen Sozialisten“, d.h. Marxisten gerät. Dieser Staat muss die Diktatur des Proletariats sein, die das Privateigentum vernichtet und und es durch Staatseigentum ersetzt. Alles muss dem Staat gehören, kontrolliert und von ihm und nur von ihm verwaltet werden. Unter solchen Bedingungen, sagen unsere marxistischen Vulgärutopisten, zwangsläufig die notwendigen Bedingungen für das allmähliche Aussterben des des Staates. Der Staat stirbt schließlich ab und fällt herunter, wie eine reife Frucht. Die „wissenschaftlichen Sozialisten“ heben ihn auf und bringen ihn in ein ‚Museum der Altertümer‘, wo der von freien, herrschaftslosen kommunistischen Völkern beäugt wird.

Die ganze Schwierigkeit für Marxisten besteht darin, die politische Macht zu ergreifen, den Staatsapparat zu übernehmen. Indem er diese Schwierigkeit überwindet, demontiert der Marxist leicht die alte Ordnung. Und die Marxisten richteten und richten weiterhin ihre ganze Energie und all ihre Fähigkeiten auf die Übernahme des Staatsapparates – die einen mit friedlichen Mitteln, die anderen mit revolutionären Mitteln.

Im Jahr 1917 begünstigten die Umstände die Machtergreifung der Marxisten in Russland. Also ergriff eine der entschlossensten Fraktionen des Marxismus, die Bolschewiki, die Macht und und began, auf der Grundlage von Marx-Engels’schen Plan einer Diktatur des Proletariats die alte kapitalistische Ordnung zu zerstören und die Bedingungen für den Tod des Staates vorzubereiten. Was geschah dann?

Schauen wir mal. Der Staat hat wirklich alles selbst in die Hand genommen. Wir wissen das, und die ganze Welt weiß es. Aber was dabei herausgekommen ist, das weiß nicht jeder, und viele wollen es auch bewusst nicht wissen. Aber es ist immens wichtig, das zu wissen.

Nicht jedem ist es voll bewusst, wenn er sagt: der Staat. Was ist ein Staat: ein Gebiet, ein Volk? Weder noch. Ein Staat ist eine hierarchische politische Organisation eines Volkes oder einer Gruppe von Menschen auf einem bestimmten Territorium, die durch Zwang und Gewalt Ordnung schafft. Folglich muss es im Staat zwei Kategorien von Menschen geben: die Herrschenden aller Ränge und die Beherrschten. Der Staat ist also von Natur aus eine Klassenorganisation. Wo es keine Klasse der Herrschenden und keine Klasse der Beherrschten gibt, gibt es auch keinen Staat.

Die herrschende Klasse muss über die Mittel der Regierung verfügen; dieses Mittel ist in erster Linie die Gewalt; der Ausdruck dieser Gewalt ist die Armee und die Polizei, die den Gehorsam gegenüber den von der herrschenden Klasse erlassenen Gesetzen erzwingen; dann gibt es das Gericht, das darüber urteilt, inwieweit das Gesetz gebrochen wurde und welche Strafe der Übertreter verdient, dann das Gefängnis, in dem der Verbrecher festgehalten wird, und der Henker, der den Übertreter physisch vernichtet. Continue reading

G. Maximow: Das erste Kriegsjahr (1940)

Der Krieg ist in sein zweites Jahr gegangen. Wie viele Veränderungen, die unerwartetsten, schwindelerregenden Veränderungen gab es in einem Jahr! Die Landkarte Europas ist umgestaltet worden und nicht mehr wiederzuerkennen. Ein Land nach dem anderen hatte seine Unabhängigkeit verloren. Menschen zogen zu Hunderttausenden wie Vieh von den Orten, an denen sie seit Jahrhunderten gelebt hatten, an neue, unbekannte Orte. Zerstörte Städte, zerstörte Industrien, Gespenster der Hungersnot. Zerbrochene Illusionen, zerstörte Hoffnungen, ideologische Ruinen, Bankrotte – staatlich, militärisch, klassenmäßig, moralisch. In der letzten Ausgabe haben wir gezeigt und, wie wir hoffen, bewiesen, dass der Krieg aus der Plünderung entstanden ist und weiterhin Plünderung ist. Raub ist unter allen Gesichtspunkten und nach allen Gesetzen ein Verbrechen. Der Krieg ist also auch ein Verbrechen. Ja, er ist ein Verbrechen, aber er ist ein besonderes, ehrenvolles Verbrechen – er ist ein legalisiertes, verherrlichtes, von der Kirche abgesegnetes und von Dichtern besungenes Verbrechen. Der Krieg ist ein legalisierter Massenraub und Plünderung mit Massenmord und Gewalt, mit Bränden und Zerstörung. Er ist noch schlimmer als Raub, weil er rücksichtsloser ist und alle Raubzüge der Welt zusammengenommen übertrifft.

Alle bisherigen Versuche, den Krieg zu beseitigen, sind völlig gescheitert: Das Haager Tribunal und der Völkerbund waren völlig machtlos. Warum waren sie machtlos? Stellen Sie sich vor, eine Großstadt – London, New York, Chicago, Paris, Berlin oder Moskau – ist durch Räuberbanden in Bezirke unterteilt. Eine dieser Banden wird stärker und dringt in den Bezirk der anderen ein. Diese Invasion führt zu einem Krieg zwischen den Banden. Die besiegten Banden bitten um Frieden. Die Sieger gewähren Frieden, die Stadt wird gemäß einem Vertrag neu aufgeteilt, der von den Siegern diktiert wird. Um weitere Zusammenstöße zu vermeiden und um den Status quo zu erhalten, wird ein Koordinationsrat eingesetzt. Und wie weiter? Der Krieg zwischen den Banden geht bald mit größerer Wucht weiter. Und so geht es weiter und weiter bis die Banden gestoppt werden.

Dasselbe gilt für die internationale Arena, dieselben Beziehungen zwischen den Staaten, die gleichen Motivationen und Beweggründe, die gleiche Moral und die gleichen Prinzipien. Prinzipien. Der Völkerbund war ein hervorragendes Beispiel dafür. Denken Sie an die Mandschurei, Abessinien, China, Spanien, Albanien, Österreich, Tschechoslowakei, Polen, Finnland. So wie der gewöhnliche Raub das Ergebnis wirtschaftlicher Ungleichheit ist, auf der das moderne kapitalistische System beruht, so ist auch der Krieg – der Raub eines Landes durch ein anderes – das Ergebnis der gleichen wirtschaftlichen Ungleichheit, aber nicht mehr von Einzelpersonen, sondern von ganzen Ländern. Die gleichmäßige Verteilung des natürlichen Reichtums unter allen Ländern der Welt und die Organisation der Weltproduktion auf der Grundlage der Bedürfnisbefriedigung und nicht des Profits könnte Kriege, d.h. Raubzüge mit Massenmord, Zerstörung und Bränden, abschaffen. Dies bedeutet aber nicht mehr und nicht weniger als die Abschaffung des modernen staatskapitalistischen Systems, daher werden Kriege nur mit dem Verschwinden des Kapitalismus, ob privat oder staatlich, und des Staates als politische Organisationsform der Gesellschaft verschwinden. Weder die Haager Gerichtshöfe, noch die Völkerbünde, noch die Vereinigten Staaten von Europa, von denen dank der unerwarteten Siege Hitlers nicht mehr die Rede ist, können die Kriege beseitigen, denn sie beseitigen nicht ihre grundlegenden Ursachen: Ungleichheit und Ausbeutung. Aus den gleichen Gründen können weder der Kommunismus Stalins noch der Sozialismus Hitlers noch der Sozialismus Mussolinis die Kriege beseitigen.

Der Aufstieg des bolschewistischen Militarismus und Imperialismus ist ein wichtiger Faktor für den Wandel in der britischen Außenpolitik. Der bolschewistische Militarismus stellt eine doppelte Gefahr für die herrschende Klasse des britischen Empire dar: Eine imperialistische und eine Klassengefahr. Um diese Gefahr zu beseitigen, ist die britische herrschende Klasse bestrebt, eine starke Barriere an der Westgrenze der UdSSR und eine eine ständige militärische Bedrohung im Osten zu errichten. Mit der Präsenz eines starken und aggressiven japanischen Reiches im Osten stellt die Schaffung dieser militärischen Bedrohung keine Schwierigkeit dar. Im Westen war die Situation anders. Polen stellte keine Bedrohung für den bolschewistischen Imperialismus dar, noch war es eine ausreichend zuverlässige Barriere gegen diesen. Das demokratische Deutschland war für diese Rolle nicht geeignet, weder in seinem Zustand noch in seinem Charakter.

Die Machtübernahme des deutschen Nationalsozialismus löste ein schwieriges Problem. Der unerbittliche Antibolschewismus des Nationalsozialismus stößt in einflussreichen englischen Kreisen auf heiße Sympathie, die entschlossen sind, Hitler ebenso wie Mussolini zu einem Instrument ihrer Klassen- und Reichspolitik zu machen. Baldwin und dann Chamberlain, unterstützt von den Clivedens, änderten ihre Politik gegenüber Deutschland drastisch. Die neue britische Politik verfolgte ein doppeltes Ziel: ein starkes Deutschland zu schaffen, um das Vordringen des bolschewistischen Imperialismus bis tief nach Asien aufzuhalten, und den Hitlerismus als Gendarm in Europa einzusetzen. Continue reading

G. Maximow: Der Krieg – weshalb und weswegen? (1940)

[Grigori Maximow (1893 – 1950) – der wohl bekannteste und der letzte russische Anarchist und Syndikalist der „post-klassischen“ Generation, die nach Kropotkin und Karelin kam. Revolutionär, Emigrant, Theoretiker, Wobbly aus Chicago. Es gibt schon Gründe, warum die “anarchosyndikalistischen” „internationalistischen“ Larper von der KRAS ihn nicht so gerne zitieren, sich überhaupt an ihn erinnern. Er war nämlich nicht so „links-schlau“, wie seine heutigen Erben, die todsicher „wissen“, dass in der Nacht der Abstraktion alle Katzen schwarz seien. Wohl auch nicht so „verkopft“ wie der andere bekannte gelehrte „Syndikalist“ seiner Generation, Alexej Borowoj, der eher ein irrationalistischer Sorelianer und tendenziell auf dem Weg nach rechts war. – liberadio]

Der Krieg ist bereits eine alptraumhafte Realität. Wie abgerichtete Hunde erheben sich die Menschen auf das Kommando ihres Herrn und ziehen in einen blutigen Kampf: Sie töten sich gegenseitig, schneiden, stechen, verstümmeln, entstellen einander, verbrennen und zerstören Dörfer, Weiler und Städte, zerstören alles, was durch harte Arbeit aufgebaut wurde, um die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen zu erfüllen. Dieses Verhalten der Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts ist merkwürdig. Denn dieselben Menschen, die sich gegenseitig umbringen und dabei selbst zugrunde gehen, würden vor Entsetzen und Empörung erschaudern, wenn sie sehen, dass in der friedlichen Umgebung ihrer Stadt oder ihres Dorfes vor ihren Augen Morde begangen werden. Und dieses Entsetzen und diese Empörung hätten sich unabhängig von der Nationalität des Mörders und des Opfers mit gleicher Kraft manifestiert. Und nun sind sie selbst sowohl Mörder als auch Opfer.

Wie ist diese seltsame Tatsache zu erklären? Der gewöhnliche Mörder ist motiviert durch egoistische Motive, die aus dem Privateigentum erwachsen – der Wunsch, das Gut eines anderen, das Eigentum eines anderen zu nehmen. Werden etwa die modernen Soldaten und Völker, die zu Soldatenheeren gemacht werden, von diesen Motiven geleitet? Es ist eine unbestreitbare Wahrheit, dass Krieg ein Massenraub ist, vom Massenmord begleitet. Der Krieg entstand aus der Plünderung, und die Plünderung ist nach wie vor die Grundlage der modernen Kriegsführung. Wenn in der Antike ein Stamm einen anderen Stamm angriff, wurde er von denselben Motiven geleitet, die auch die gemeinen Räuber unseres großartigen kapitalistischen Systems leiten. Jeder, der sich an dem Angriff beteiligte, riskierte sein Leben, um die Beute zu erlangen, und wenn er erfolgreich war, bekam er sie. Hier haben wir ein direktes persönliches Interesse. Wenn im Mittelalter ein Fürst oder ein König, ein Baron oder ein Herzog seine Truppen zum Plündern anführte, zahlten sie den Truppen einen Sold und gaben ihnen im Erfolgsfall Land und Macht. Und obwohl hier die gesamte Beute an den Prinzen oder den König ging der König, hatten alle Beteiligten ein Interesse an der Beute. Dann kam der Staat – die prächtigste und raffinierteste Erfindung vom Zwecke der Plünderung und der Gewalt. Er erklärte sich selbst zur Personifizierung der Nation, des Volkes, und setzte an die Stelle des Königs die Idee des Vaterlandes und und erklärte den Raub zur Verteidigung des Vaterlandes, zur Verteidigung der nationalen oder Volksinteressen. Unter dem Deckmantel der vaterländischen und nationalen Interessen forderte und zwang der Staat die gesamte Bevölkerung, sich unentgeltlich an der Ausplünderung zu beteiligen, als eine Art heilige Pflicht. Im modernen Raub, genannt Krieg, hat die breite Masse der beteiligten Millionen Menschen kein persönliches Interesse wie die Krieger, d.h. die Räuber der Antike und des Mittelalters, denn die ganze Beute geht an den Staat, an jene mächtigen kapitalistischen Gruppen, deren Interessen als nationale Interessen, als Vaterland, dargestellt werden. Der moderne Staat, dieser moderne gesichtslose Fürst, teilt nicht nur seine Beute nicht mit seinem Trupp, bezahlt sie nicht nur nicht für die Plünderung, sondern zwingt sogar seine Bürgerwehr und das Volk, die Kosten für die Plünderung zu tragen und sich um die verkrüppelten Truppenangehörige und die Familien der Erschlagenen.

Wenn moderne Soldaten kein persönliches Interesse am Raub haben, wenn sie aber trotzdem, unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere unentgeltlich ausrauben, stellt sich die Frage, was für eine dermaßen mächtige Kraft sie dazu treibt und welches Motiv sie leitet?

Diese Kraft ist: der Kapitalismus, der Staat und die Kirche. Diese dreifache Kombination hat Hunger, Ignoranz und Angst geschaffen, organisiert und systematisiert. Der Kapitalismus – die Organisation der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Menschen vom Menschen – schafft und bewahrt ein System des Massenhungers; der Staat, der die Angst vor Unsicherheit und Hunger ausnutzt, kreiert und erhält Disziplin und Gehorsam aufrecht; die Religion der Kirche und die Religion des Staates – die offizielle Wissenschaft – geben all dem eine moralische und wissenschaftliche Rechtfertigung, pflanzen alle möglichen für die Massen schädlichen Illusionen ein, die Tag für Tag in Schulen und Universitäten, in Kirchen, Synagogen und Moscheen, in Büchern und Zeitungen, im Radio und in den Theatern wiederholt werden – hypnotisieren die Massen. Schädliche Illusionen, falsche Wahrnehmungen und und Vorstellungen werden so zu unumstößlichen Wahrheiten, zu den Grundlagen der Gesellschaft, der Moral, der Ordnung und allgemeinen Wohlergehens, deren Verteidigung eine heilige und unentgeltliche Pflicht ist. Continue reading

П. Маттик: Спонтанность и организация (1977)

[Батяня Пауль Маттик в представлении не нуждается. Что? Нуждается? Нет, не нуждается. – liberadio]

I

Вопрос об организации и спонтанности рассматривался в рабочем движении как проблема классового сознания, связанная с отношениями революционного меньшинства к массе капиталистически идеологизированного пролетариата. Считалось маловероятным, что более чем меньшинство примет и, организовавшись, сохранит и применит на практике революционное сознание. Масса рабочих будет действовать как революционеры только в силу обстоятельств. Ленин принимал эту ситуацию с оптимизмом. Другие, например Роза Люксембург, думали об этом иначе. Для того чтобы осуществить диктатуру партии, Ленин прежде всего занялся вопросами организации. Роза Люксембург, чтобы избежать опасности новой диктатуры над рабочими, делала упор на спонтанность. Однако оба они считали, что как при определённых условиях буржуазия определяет идеи и деятельность трудящихся масс, так и при других условиях революционное меньшинство может сделать то же самое. В то время как Ленин видел в этом шанс на создание социалистического общества, Роза Люксембург опасалась, что любое меньшинство, поставленное в положение правящего класса, может вскоре начать думать и действовать так же, как буржуазия прежних времён.

За этими установками стояло убеждение, что экономическое развитие капитализма заставит пролетарские массы начать антикапиталистическую деятельность. Хотя Ленин рассчитывал на стихийные движения, он одновременно опасался их. Необходимость сознательного вмешательства в стихийно возникающие революции он обосновывал отсталостью масс и видел в стихийности важный разрушительный, но не конструктивный элемент. По мнению Ленина, чем сильнее стихийное движение, тем больше необходимость дополнять и направлять его организованной, плановой партийной деятельностью. Рабочих нужно было, так сказать, оградить от самих себя, иначе они по незнанию могут проиграть своё дело и, растратив свои силы, открыть дорогу контрреволюции.

Роза Люксембург думала иначе, потому что видела контрреволюцию не только таящейся в традиционных силах и организациях, но и способной развиться внутри самого революционного движения. Она надеялась, что стихийные движения ограничат влияние тех организаций, которые стремились к централизации власти в своих руках. Хотя и Люксембург, и Ленин рассматривали накопление капитала как процесс, порождающий кризисы, Люксембург представляла себе кризис как более катастрофический, чем Ленин. Чем более разрушительным будет кризис, тем более широким будет охват ожидаемых спонтанных действий, тем меньше будет необходимость в сознательном руководстве и централизованном контроле, и тем больше шансов у пролетариата научиться думать и действовать в соответствии со своими собственными потребностями. Организации, по мнению Люксембург, должны лишь способствовать высвобождению творческих сил, заложенных в массовых действиях, и интегрироваться в независимые пролетарские попытки организовать новое общество. Такой подход предполагал не ясное, понимающее революционное сознание, а высокоразвитый рабочий класс, способный собственными усилиями найти пути и средства использования производственного аппарата и собственных возможностей для построения социалистического общества. Continue reading

От Фуко до 7-го октября

О современном антисемитизме, реакционном антиимпериализме и тоталитарных искушениях

[К заголовку подошёл творчески: слямзил с английского перевода на Fathom. В остальном верно всё, написанному верить. Товарищ, верь, взойдёт она, звезда пленительного счастья и любители Батлер, Фуко, Славоя Жожека и козы-дерризы будут изгнаны из левой ссаными тряпками. О «предательстве интеллектуалов» речи не идёт, они, собственно, никогда своих преференций особенно не скрывали. liberadio]

Карл-Маркус Гаус, 27.1.2024

Когда в 1978-м году протесты в Иране превратились в массовое движение, философ Мишель Фуко решил прилететь из Парижа в Тегеран. Он хотел понять, какая сила позволила повстанцам смести вооружённый до зубов режим шаха Резы Пехлеви и лишить американских империалистов одного из их самых могущественных вассалов. За несколько лет до этого Фуко в своих влиятельных исследованиях объяснил, что европейское Просвещение проложило путь к буржуазной дисциплине, институционально испытало настоящую «тюремную систему» в тюрьмах и клиниках и в конечном итоге подчинило ей всё общество. Иранская революция восхитила его именно тем, что не была революцией по образцу западных или восточных, буржуазных или большевистских моделей, а скорее принесла в мир нечто новое. Он называл это «политической спиритуальностью» и в данном конкретном случае подразумевал единство антиимпериалистической борьбы и шиитского мученичества. Короче говоря, атеист, критик буржуазного государства и антиколониалист открыл для себя исламизм.

Фуко посвятил этой новой форме революции восторженные статьи во французской прессе и был принят на аудиенции аятоллой Хомейни, который всё ещё жил в изгнании в Париже. В результате он, видимо, не захотел и не смог применить к зарождающейся теократии свои собственные инструменты критики, которые он приобрёл при анализе буржуазного общества и использовал для его осуждения. Впоследствии он ни словом не обмолвился о том, что исламисты узурпировали революцию, преследовали любую оппозицию кровавыми судами, насаждали патриархальную принудительную власть над женщинами и объявили антисемитизм государственной доктриной.

По-настоящему он разозлился только тогда, когда феминистки Ирана в изгнании во Франции попросили его не закрывать глаза на бесправие женщин. Он дал им понять, что своей критикой они лишь разжигают предрассудки Запада в отношении ислама, иными словами, они не поняли, чего требует исторический момент: поставить свои собственные интересы выше уникальной возможности наконец освободить землю от проклятого капитализма и его европейского наследия.

И по сей день некоторым левым интеллектуалам на Западе не приходится сталкиваться в такими трудностями, как оппозиционерам в исламских странах, которые не считают права человека ложью и обманом европейского коварства, а настаивают на их универсальности и осуждают религиозный деспотизм. Их клеймят как пособников империализма, которые постоянно разжигают исламофобию.

Только подумайте: представители вчерашних колониальных держав, которые сегодня выдают себя за антиколониалистов, указывают жителям бывших колоний, как им следует вести себя в глобальном процессе деколонизации, без всякого стеснения и с неизменным высокомерием превосходства!

В постоянном поиске

Что заставляет многих самопровозглашенных «антиимпериалистов» симпатизировать реакционным деспотиям? Я думаю, это их постоянный поиск того, что они больше не могут найти в своих процветающих странах: того революционного класса, слоя или группы, которые обладают всем необходимым, чтобы освободить человечество от угнетения и отчуждения, одновременно освободив себя.

Согласно марксистскому взгляду на вещи, международный рабочий класс был призван выполнить эту задачу, но после всех экономических, социальных и технологических изменений, его фрагментации как класса и политически обусловленной десолидаризации, вряд ли кто-то ещё доверяет ему эту работу. Continue reading

Международное право или антисемитизм?

[Признаюсь, не во всём согласен с авторшей. Во-первых, про «выдумку» палестинской нации — так они все так выдумываются, только некоторым «везёт» с локальной историей, которая ретроспективно захватывается национальной интеллигенцией, а некоторым, кхм, придётся долго объяснять, в чём именно их отличие от ливанских, сирийских, иорданских или египетских арабов. Во-вторых, то, что наследники Третьего Рейха всё пытаются совладать с наследником СССР — ну, такое, если вы понимаете, о чём я. В остальном же — некогда, силы от Ирландии до Египта, желающие невозбранно деколонизироваться и отряхнуть с моксинов прах модерна и Просвещения, и освободиться во что бы то ни стало от капиталистического «западного» гегемона, становились на сторону антигегемона — уже скоро как сто лет назад это были нацистская Германия и фашистская Италия. (Примерно в этом ключе следует рассматривать и пакт Молотова-Риббентропа — как пакт против т.н. коллективного Запада.) Сегодня это — скатывающаяся в фашистское мракобесие Россия, исламо-фашистские Иран и Турция и социалистически-деспотический Китай. С каковой компанией я товарищей антиимпериалистов и деколонизаторов и поздравляю. Но об этом как-нибудь позже. – liberadio]

Бат Йеор

Привычно слышать, как повсюду и на каждом шагу провозглашается как доказанная истина, что государство Израиль нарушает международное право. В интервью Соне Мабрук 11го февраля Мануэль Бомпар в очередной раз выступил с этим обвинением, даже указав дату нарушения, которое датируется 70 годами! Это обвинение, определяющее все отношения Европейского союза с еврейским государством, оправдывает, например, дискриминационные практики в отношении Израиля, которые не имеют аналогов и никогда не применялись ни к одному другому государству. Так, в «Journal officiel» (24/11/2016, № 81) под заголовком «Разное» мы можем прочитать положения, касающиеся:

указания происхождения товаров с территорий, оккупированных Израилем с июня 1967-го года, опубликованные в Официальном журнале Европейского союза 12-го ноября 2015-го года.

В частности, в там указывается, что в соответствии с международным правом Голанские высоты и Западный берег реки Иордан, включая Восточный Иерусалим, не являются частью Израиля. Следовательно, чтобы не вводить потребителей в заблуждение, маркировка пищевых продуктов должна точно указывать их точное происхождение, независимо от того, является ли это обязательным в соответствии с правилами Сообщества или добровольным со стороны оператора.

В случае с продуктами с Западного берега или Голанских высот, которые происходят из израильских поселений, ссылка на «продукт, происходящий с Голанских высот» или «продукт, происходящий с Западного берега» неприемлема. Хотя эти выражения эффективно обозначают более широкий район или территорию, откуда происходит продукт, предоставление дополнительной географической информации о том, что продукт происходит из израильских поселений, скорее всего, введёт потребителя в заблуждение относительно истинного происхождения продукта. В таких случаях необходимо добавить в скобках выражение «израильские поселения» или эквивалентные термины. Можно использовать такие выражения, как «продукт, происходящий с Голанских высот (израильское поселение)» или «продукт, происходящий с Западного берега (израильское поселение).

Мы видим, что этот текст вновь ссылается на международное право без дополнительных разъяснений. Мы также отмечаем, что ЕС заявляет о своём праве по собственной воле постановить, что Голанские высоты, западный берег реки Иордан и Восточный Иерусалим не являются частью Израиля. Существует ли закон, позволяющий группе держав определять, какие провинции принадлежат стране, и изменять их исторические названия, как, например, Иудея и Самария, превращённые в Западный берег? Или изобретать международные границы там, где их раньше не существовало?

Этот текст можно рассматривать только как полный ненависти и презрения по отношению к еврейскому народу. Его цель — создать на израильских землях второе палестинское государство, к чему призывал основатель Верховного арабского комитета Амин аль-Хусейни, объединивший христиан и мусульман в британском мандате Палестины против палестинских евреев.

К 1920-м годам аль-Хусейни, верховный муфтий Иерусалима, ценился настолько высоко в Европе, что военные годы он провёл в Берлине. В радиозаписях этого периода можно услышать, как немецкий диктор описывает собрание в Берлине 2-го ноября 1943-го года арабских националистов, смешавшихся с нацистами [1]: Continue reading

Даниель Герен: Анархизм и марксизм (1973)

[Чё ещё нашёл на свалке истории в этом вашем интернете — лекция, прочитанная Гереном в Нью-Йорке в 1973 году. Навозём это «примиренческой» позицией. Хотя деды придерживались мнения, что примирять особо было нечего. Один из, наверное, самых первых переводов вообще. А может быть, я просто уже выжил из ума и ни хера не помню. – liberadio]

1. Если мы хотим заниматься этой темой, то мы сталкиваемся с многими трудностями. Начнём с первой: что мы подразумеваем под понятием «марксизм»? О каком «марксизме» идёт речь?

Я считаю необходимым сразу ответить на это. В последующем мы называем «марксизмом» все труды самих Маркса и Энгельса, но не труды их более или менее верных последователей, претендовавших на этикетку «марксистов». С уверенностью мы исключаем искажённый марксизм, можно даже сказать: преданный марксизм немецкой социал-демократии. Некоторые примеры: в первые годы социал-демократической партии в Германии, при жизни Маркса, социал-демократы сформировали требование «народного государства». Вероятно, Маркс и Энгельс были весьма счастливы и горды тем, что наконец-то в Германии появилась массовая партия, которая действовала от их имени, так что они относились к ней с неподобающей готовностью к компромиссам. Сначала Бакунин должен был горячо и неоднократно нападать на «народное государство» в полемике, сначала, в то же время, должно было состояться тайное соглашение социал-демократов с радикально-буржуазными партиями, прежде чем Маркс и Энгельс были вынуждены отказаться от понятия и практики «народного государства».

Позднее, стареющий Энгельс, когда писал в 1895 г. своё знаменитое предисловие к «Классовой борьбе во Франции» Маркса, выработал полноценную ревизию марксизма к реформизму, тем что ставил акцент в первую очередь на использование избирательного листа, казавшегося ему подходящим, если не единственным средством для достижения власти. В конце концов Карл Каутский стал сомнительным наследником Маркса и Энгельса. Теоретически он претендовал всё ещё на то, что стоит на основе борьбы революционных классов, на практике, однако, он соответствовал методу действия своей партии, которая вела себя всё более по-оппортунистски и реформистски.

В то же время Эдуард Бернштейн, так же выдававший себя за «марксиста», требовал от Каутского быть последовательным и оказаться от классовой борьбы, которую он считал устаревшей. В противовес он высказывался за выборы, парламентаризм и социальные реформы.

Сам Каутский утверждал, что совершенно неверно утверждать, что социалистическое сознание являлось бы необходимым и неизбежным последствием пролетарской классовой борьбы. Если верить ему, то социализм и классовая борьба не были зависимы друг от друга. Они, якобы, происходят из различных условий. Социалистическое сознание происходит, например, из науки. Носителем науки является, однако, не пролетариат, а интеллектуальная буржуазия. Только через неё социализм был «передан» пролетариям. Следовательно: «Социалистическое сознание – это элемент, вводимый извне в классовую борьбу пролетариата, а не такой, который спонтанно выходит из классовой борьбы».

Единственным теоретиком немецкой социал-демократии, оставшимся верным изначальному марксизму, была Роза Люксембург. Но она должна была сделать много тактических уступок лидерам своей партии. Она не отваживалась открыто критиковать Бебеля и Каутского. До 1910 г. она не вступала в открытый конфликт с Каутским, пока собственно её бывший учитель не отверг идею массовой забастовки. Но прежде всего она была занята тем, что оспаривала тесное сходство между анархизмом и её концепцией революционной спонтанности масс, пороча анархистов искажёнными представлениями. И она делала это, чтобы не испугать партию, с которой она чувствовала себя связанной своими убеждениями, но и, это должно быть ясно сказано, материальными интересами.

Но не смотря на различные способы представления, не было серьёзных различий между анархо-синдикалистской всеобщей стачкой и массовой забастовкой Розы Люксембург. Точно так же её противоречия с Лениным (1904 г.) и с пришедшим к власти большевизмом (1918 г.) не особенно далеки от анархизма. То же касается и её конечных представлений в конце 1918 г. в «спартакистском» движении о социализме, претворяемом снизу вверх посредством рабочих советов. Роза Люксембург является одной из точек соприкосновения анархизма с незамутнённым марксизмом. Но первоначальный марксизм был искажён не только немецкой социал-демократией. Он был значительно изменён Лениным, явно усилившим некоторые якобинские и авторитарные черты, иногда, но не всегда, проскальзывавшие в трудах Маркса и Энгельса. Он расширил их до ультрацентрализма, узкой и сектантской концепции партии и прежде всего практики профессиональных революционеров как лидеров масс. Касательно этих пунктов у Маркса мы многого не найдём, где они, в лучшем случае, содержатся в зачатке и неосознанно. В то же время Ленин яростно осуждал немецкую социал-демократию за клевету на анархистов и в своей книге «Государство и революция» он посвятил особую часть похвале их верности революции. Continue reading

Единый антизападный фронт: общее и разъединяющее в оси Китай-Россия-Иран

Йахади Эбади и Мориц Пичевски-Фраймут, 18.2.24

Бряцание саблями

Иранские беспилотники используются в российском вторжении в Украину, а Китай играет при этом роль молчаливого соучастника. Роль Исламской Республики как организатора покушения на Израиль 7-го октября 2023 г. неоспорима. ХАМАС – суннитское пушечное мясо мулл, а «Хезболла» – их длинная рука в Ливане. Через две недели после «чёрной субботы» Москва приняла делегацию ХАМАС. Не только российское, но и высококачественное китайское оборудование находится в руках ХАМАС. До сих пор китайская компартия не выступила с чётким осуждением этой кровавой бойни. Вместо этого в Китае процветает антисемитская пропаганда. Через несколько дней после нападения ХАМАСа в Пекине был зарезан израильтянин.

В конце октября 2023го года в российской республике Дагестан радикально-исламская толпа охотилась на евреев. В рамках «Оси сопротивления» ополченцы Хути из Йемена постоянно нападают на Израиль и западные торговые суда. Недавно иранские приспешники убили трёх американских солдат в Иордании. Теперь США открывают огонь по проиранским ополченцам в Ираке и Сирии. Даже если Путин и Си Цзиньпин выставляют себя защитниками Палестины, последние эскалации могут оказаться слишком «дурными» на первый взгляд. Россия обеспокоена тем, что исламисты приобретают влияние на её федеральной территории, а Китай призывает к умеренности в борьбе с хути в Красном море. Пока муллы заключают новое военное соглашение с Москвой, две диктатуры одновременно оспаривают претензии ОАЭ на три мини-острова в Персидском заливе.

Как возникло это адское трио, которое ведёт войны по доверенности друг с другом, а также имеет достаточные силы для осуществления серьёзных конфронтаций? Ответ на этот вопрос даёт взгляд на Запад.

Добровольная капитуляция

Слишком много лет люди думали, что они в безопасности. Холодная война была окончена, а Запад преувеличивал свою уверенность в себе до степени высокомерия: с одной стороны, он полагался на «изменения через торговлю» в отношении российских и иранских автократий, а с другой — тривиализировал своих оппонентов и переоценивал собственную демократическую привлекательность. Провал США и НАТО в Ираке и Афганистане лишил иллюзий Запад как проигравшего, которым долгое время считали его антилиберальные глобальные игроки.

Путин не случайно выбрал время для военных действий на Украине. Западная Европа находилась в глубокой стадии постковидного восстановления. Гражданские свободы переживали серьёзные изменения, а Германия обрекала себя на провал, заигрывая с китайской моделью каратина. Способный к обороне Бундесвер считался устаревшим, а в наивности евразийцев не было места для мысли о том, что наша зависимость от российского поставщика энергоресурсов может в какой-то момент дать обратный эффект.

Сущность Запада казалась скорее хрупкой, чем беззащитным. К «высокомерию» добавилась «ненависть к себе». В качестве искупления вины за колониализм и нацистскую эпоху, которая неверно истолковывалась как расистская диктатура, Запад и, в частности, Германия погрузились в «борьбу культур». Это была «mea culpa», которая привела к развитию постколониализма: миграция воспринималась исключительно позитивно, а сохранение цивилизационных достижений — в корне негативно. В результате менталитет «no border» в сочетании с мультикультурной убеждённостью, что «anything goes», превратились в проблему для внутренней безопасности. Политический ислам проник в институты общества и доминирует на улицах во многих странах Европы. Последовательные действия против антисемитской террористической апологии у себя дома кажутся невозможными, потому что мы не хотим отпугнуть её дирижёров из Тегерана, Дохи, Анкары и Эр-Рияда.

Восточные правители знают, как этим воспользоваться. В результате мигранты направляются на Запад в качестве манёвренной массы, как это недавно сделали Путин и Лукашенко, с целью дестабилизации. В качестве сопутствующего ущерба от нелегальной иммиграции западное общество раскалывается на левых идентитаристов, правых популистов и исламистов. В конечном итоге автократам выгоден демонтаж демократии: «Смотрите, они там говорят о свободе самовыражения и индивидуализме. Но их жизнь становится все более небезопасной, а границы того, что можно сказать, все более узкими».

Если Запад не способен отстаивать свои ценности внутри страны, то и во внешней политике они не стоят усилий.

It’s a match! Continue reading